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Aus der Stadt Schwule Ampelmännchen: Das sagen die HAZ-Leser über den Plan für Hannover
Hannover Aus der Stadt

Schwule Ampelmännchen in Hannover : Das sagen die HAZ-Leser

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14:54 03.12.2019
So könnten mehrere Ampeln in Hannover zumindest probeweise demnächst aussehen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Sie sollen Vielfalt signalisieren: In Hannover könnten bald Ampeln mit schwulen und lesbischen Ampelmenschen stehen. Die Mehrheit im Rat der Stadt wünscht sich das probeweise für den nächsten Christopher-Street-Day Ende Mai.

Die Leser der HAZ diskutieren darüber ausgesprochen emotional und teils mit energischen Worten. Allein auf der Facebook-Seite der HAZ gibt es mehrere Hundert Kommentare zu den geplanten Ampeln. Viele halten die Idee für gut – etwa Dennis Grjazev: „Sehr gut so! Ein Beitrag in Richtung Aufklärung und Akzeptanz“, schreibt er.

Die Leser fragen: Was kostet das?

Eine große Mehrheit aber fragt sinngemäß: Gibt es in Hannover nicht wichtigere Dinge? „Wenn Steuergelder aktuell nicht sinnvoller investiert werden können, dann scheint es der Stadt im Moment richtig gut zu gehen!“, glaubt Hendrik Lu.

Wie viel die Umrüstung der Ampeln kosten wird, ist bisher noch nicht ganz klar. Die Stadtverwaltung konnte dazu zunächst keine Angaben machen. Unter den Lokalpolitikern ist von einem Betrag von 7000 Euro die Rede. Das soll reichen, um – wie vorgeschlagen – die Anlagen am Aegidientorplatz, der Ecke Ernst-August-Platz/Kurt-Schumacher-Straße, am ZOB, am Steintorplatz, an der Marktstraße/Ecke Karmarschstraße, am Friederikenplatz und am Königsworther Platz entsprechend einzurichten.

Ganz andere Idee: Am Weihnachtsmarkt in Hannover leuchten derzeit Rentiere und Engel. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Ist das ein richtiges Signal?

Anne Doebert schreibt auf Facebook zu dem Thema mit ironischem Unterton: „Wie gut, dass man in Hannover die Probleme der Zeit erkannt hat ... Was interessieren da fehlende Urkunden aus dem Standesamt, fehlendes Elterngeld oder endlose Wartezeiten bei der Zulassungsbehörde ach ja, das Bauamt nicht zu vergessen ...“ Tatsächlich kämpft die Stadtverwaltung mit Problemen in diversen Ämtern. Viele Eltern beklagten sich in den vergangenen Wochen darüber, dass sie auf die Genehmigung von Elterngeld lange warten müssen. Um den Rückstand bei der Bearbeitung der Anträge aufzuholen, schließt die Elterngeldstelle an insgesamt drei Wochen in den nächsten Monaten.

Lesen Sie auch: Nach Klagen von Bürgern: Wartezeit für Elterngeld wird drastisch verkürzt

Die schwul-lesbischen Ampeln halten manche jedenfalls für ein falsches Signal. „Wie konnte es zu diesem Unsinn kommen“, fragt Burkhard Kahle auf der HAZ-Facebook-Seite. „Es ist doch 'nur' eine Lichtzeichenanlage. Mit gesellschaftspolitischen Themen hat so eine Ampel doch nichts zu tun.Wie soll das nun noch weitergehen, demnächst fordern etwa Tierschützer noch Berücksichtigung, und und und ...“ Auch Christoph Callier meint, dass die Ampeln nicht zu mehr Gleichberechtigung beitragen: „Viel mehr wird es zur Lachnummer“, schreibt er.

Thomas Duppe antwortet: „Es gibt keine wichtigeren Themen als eine offene, soziale und gerechte Gesellschaft.“ Und Jay Schulz meint: „Wichtigere Dinge gibt es immer. Aber ist es Ihr Ernst, sich an gleichgeschlechtlichen Ampelmännchen zu stören? DAS ist dann doch wichtig genug?“

Und Jana Buchwald will die Symbolik der Ampeln ganz einfach nicht überbetonen: „Grundsätzlich ne nette Idee, aber man sollte einer natürlichen und völlig normalen Lebensweise nicht zu viel Wichtigkeit beimessen.“

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Von red

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