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Aus der Stadt Staatsanwältin fordert elf Jahre Haft für Messerstecher
Hannover Aus der Stadt Staatsanwältin fordert elf Jahre Haft für Messerstecher
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16:13 12.12.2018
Verteidigerin Louisa Krämer forderte für Bülent I. (l.) eine Haftstrafe zwischen sieben und elf Jahren. Zwischen den beiden sitzt ein Dolmetscher, der dem Angeklagten aber nur wenige Worte übersetzen musste. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

 Im Schwurgerichtsprozess gegen Bülent I. hat die Staatsanwaltschaft eine elfjährige Haftstrafe gefordert. Es sei erwiesen – auch aufgrund des Geständnisses des 57-Jährigen -, dass I. am 16. Juni dieses Jahres seine frühere Geliebte in der Oststadt durch elf Messerstiche umgebracht habe. Die 35-Jährige, die bei einem Pflegedienst arbeitete, war kurze Zeit nach der Attacke des eifersüchtigen Mannes im Nordstadtkrankenhaus gestorben; die Stiche hatten ihr Gehirn sowie andere lebenswichtige Organe wie Leber und Lunge massiv verletzt.

Staatsanwältin Kathrin Heuer wies darauf hin, dass die Beziehung zwischen I. und dem späteren Opfer aus Sicht der Frau nur im Jahr 2014 bestanden hatte. Danach habe sie der Angeklagte mit Nachrichten „bombardiert“ und ein „stalkingähnliches Verhalten“ an den Tag gelegt. Ob er seine Geliebte – die lange Jahre mit einem anderen Mann verheiratet war und später mit einem Dritten eine Beziehung einging – mit einem Sexvideo erpresst und sie vergewaltigt habe, sei nicht sicher festzustellen. Auf jeden Fall habe I. die Frau in der Rumannstraße aus einem „Motivbündel“ heraus getötet: Eifersucht, Enttäuschung, Verzweiflung und Wut. Weil sich kein eindeutiges Mordmerkmal feststellen lasse, sei der 57-Jährige wegen Totschlags zu verurteilen. Allerdings sei I. vor und nach der Messerattacke planmäßig und strukturiert vorgegangen, so dass es sich dabei nicht um eine Affekttat gehandelt habe.

Panische Angst

Nach Ansicht von Nebenklage-Anwältin Elif Genc, die den Vater des Opfers vertritt, musste die Pflegerin mehrere Jahre lang sexuelle Übergriffe des Angeklagten über sich ergehen lassen. Sie habe panische Angst gehabt, dass ihr Fremdgehen im Jahre 2014 öffentlich bekannt werden könnte und sei deshalb erpressbar gewesen – was I. hemmungslos ausgenutzt habe.

„Mein Mandant hat aus tiefster Verzweiflung gehandelt“, erklärte Verteidigerin Louisa Krämer. Sie plädierte dafür, den Angeklagten wegen Totschlags in einem minder schweren Fall zu lediglich sieben Jahren Haft zu verurteilen. Die Frau habe ihm am Tattag auf seine fortwährenden Fragen nach dem Stand ihrer Beziehung den Satz „Mein Leben geht dich einen Scheißdreck an“ an den Kopf geworfen. Diese Kränkung habe der 57-Jährige als derartige Provokation und Kränkung empfunden, dass er ein Klappmesser aus seinem Auto geholt und zugestochen habe. Sollte das Schwurgericht zu der Überzeugung kommen, so Krämer, dass es sich bei der Attacke doch nicht um einen minder schweren Fall handele, plädiere sie auf eine Höchststrafe von neun Jahren.

Die letzten Sätze gehörten dem Angeklagten. Er werde es bis an sein Lebensende bereuen, dass er die Frau umgebracht habe, sagte er unter Tränen: „Ich habe sie wirklich geliebt.“ Das Schwurgericht wird sein Urteil am Freitag um 10 Uhr verkünden.

Von Michael Zgoll

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