Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Böllerei: Hannoveraner kaufen weniger Feuerwerk
Hannover Aus der Stadt

Silvester: Hannoveraner kaufen weniger Feuerwerk

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:03 30.12.2019
Es darf wieder geböllert werden – aber nicht überall. Silvester steht vor der Tür. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
Hannover

Angesichts der zurückgegangenen Verkaufszahlen in den vergangenen Jahren ist Stefan Michallek von Kaufland in Hannover-Mitte fast überrascht: Der Verkauf von Feuerwerkskörpern laufe zwar schlecht, aber nicht ganz so schlecht wie erwartet. „Seit vier Jahren sinken die Verkaufszahlen deutlich“, sagte Michallek am Montagmittag. Seitdem hätten die Hannoveraner jedes Jahr 10 bis 15 Prozent weniger Feuerwerk in dem großen Supermarkt hinter dem Hauptbahnhof gekauft.

Auch dieses Jahr wird Kaufland in Hannover-Mitte weniger Umsatz mit Raketen und Co. machen – allerdings schätzt Michallek, dass der Einbruch nicht so dramatisch sein wird wie in den Vorjahren.

Hagebau in der Südstadt stoppt 2020 Verkauf

Eva Günther vom Himmler Hagebaumarkt in der Südstadt ist weniger optimistisch. „Wir rechnen damit, dass wir dieses Jahr 10 Prozent weniger Feuerwerk verkaufen als 2018“, sagt die Marktleiterin. Vor allem einzelne Raketen und Böller entwickelten sich zu Ladenhütern. Sogenannte Batterien, also Verbundfeuerwerke, verkauften sich besser. Sie hätten einfach einen schöneren Effekt und seien einfacher zu bedienen, erklärt Günther.

Ab 2020 wird es auch diese nicht mehr in den Regalen des Südstädter Baumarkts geben. „Die Geschäftsleitung hat entschieden, den Verkauf von Feuerwerk einzustellen“, sagt Günther. „Wegen der Umweltschäden, die Feuerwerke verursachen, und zum Wohl der Tiere.“ Damit steht die Firma nicht allein da: Die Baumarktkette Hornbach hat ebenfalls angekündigt, Feuerwerk künftig aus dem Sortiment zu nehmen. Um den Verkauf dieses Jahr schon einzustellen, war es zu spät: Die Ware war schon geliefert.

Feuerwerke Rohr: Verkauf läuft wie immer

In Hannover wird auch in diesem Jahr in der Innenstadt das Böllern verbotensein. Auch die Kritik am Feinstaub durch Feuerwerk nimmt zu. In der Wedemark bekommt die Feuerwerk-Firma Rohr davon nicht viel zu spüren. Dort decken sich jährlich Tausende Kunden vor der Silvesternacht mit allem ein, was knallt, leuchtet und Eindruck schindet. Die meisten von ihnen sind Männer.

„Wir verkaufen genauso viel Feuerwerk wie in den Vorjahren – zum Glück“, sagt eine Sprecherin des Unternehmens. „Viele, die kommen, sagen, dass die Tradition Bestand haben soll. Sie wollen sich das nicht nehmen lassen.“ Auch unter den Rohr-Kunden gehe der Trend zum teureren Verbundfeuerwerk, das man lediglich einmal anzünden muss, damit es minutenlang feuert.

Wird in Deutschland also wirklich weniger geböllert? Die Importstatistik des Statistischen Bundesamts spricht da eine andere Sprache: Demnach hat die Menge der importierten Raketen und Kanonenschläge in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen – von 2017 auf 2018 um fast 11 Prozent. 98 Prozent dieser eingeführten Feuerwerkskörper kamen aus China.

Lesen Sie auch

Von Nadine Wolter

Hannover bereitet sich auf den Rutsch ins neue Jahr vor. Die Händler in der Markthalle hoffen, dass die Silvestersause munterer ausfällt als im vergangenen Jahr. Damals durften nur 900 Gäste in der Halle feiern, viele Sitzplätze blieben leer. Jetzt hat die Stadt eine Obergrenze von 1600 Menschen festgelegt. Manchen Standbetreibern ist das immer noch zu wenig.

30.12.2019

Die Polizei fahndet nach einem bislang unbekannten Mann, der am Sonntag in Hannover-Stöcken eine Tankstelle überfallen hat. Er bedrohte eine 77-jährige Mitarbeiterin und flüchtete mit Bargeld.

30.12.2019

So bemerkenswert kann das Leben in Hannover sein: In der täglichen Kult-Glosse „Lüttje Lage“ erzählen HAZ-Autoren von den skurrilen, absurden und lustigen Erlebnissen des Alltags. Heute: Schmarotzer im Schrank

30.12.2019