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Aus der Stadt So reagiert ein Harley-Händler aus Hannover auf mögliche Strafzölle
Hannover Aus der Stadt So reagiert ein Harley-Händler aus Hannover auf mögliche Strafzölle
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02:15 21.03.2018
Harley Davidson-Händler Matthias Meier vor seinem Motorradhaus in Hainholz Quelle: (Alexander Körner)
Hannover

Als US-Präsident Donald Trump Stahl und Aluminium-Einfuhren mit Strafzöllen belegte, da zeigte sich die EU-Führung empört – und drohte ebenfalls mit erhöhten Einfuhrgebühren für amerikanische Güter. Dabei rückte neben Jeans und Erdnussbutter auch ein Symbol amerikanischer Freiheit in den Fokus: Motorräder der Marke Harley Davidson. Beschlossen ist noch nichts – aber die Unsicherheit ist groß. 

„Die Leute wollen wissen, was da jetzt passiert“, erzählt Matthias Meier. Er betreibt im Gewerbegebiet in Hainholz ein Harley-Davidson-Haus und muss nun auf einmal Weltpolitik erklären. Das findet er aber nicht unbedingt schlimm, denn zunächst einmal ist es gut für das Geschäft. Durch die Berichterstattung in den Medien überlege sich so manch einer, seinen bislang vagen Traum einer Harley nun zu konkretisieren, so Meier. „Wir haben Kunden, die einen Kauf schon länger geplant haben und die jetzt fragen, wann sie bestellen müssen.“ Während die Saison sonst im April starte, gehe es dieses Jahr bereits einige Wochen früher los. Gleichzeitig sieht sich der Händler mit seinem Angebot gut aufgestellt. „Der momentane Effekt ist sogar eher positiv“, so Meier

Es bleibt nur abzuwarten

Wer jetzt kaufe, der habe kein Problem. Jedes vorrätige Motorrad werde von möglichen Strafzöllen nicht betroffen sein, ebenso wenig wie gebrauchte Harleys. Einzig jene, die nach Einführung eines Strafzolles importiert würden, verteuerten sich. „Wie sehr, das weiß man nicht“, erklärt Meier. Die Verkaufspreise lege Harley Davidson Europa fest. Je nach Ausmaß ist auch vorstellbar, dass nur ein Teil der Strafe auf den Verkaufspreis aufgeschlagen wird. Neben zahlreichen Motorrädern verkauft Meier auch Bekleidung und Zubehör – viele seiner Kunden leben das Markenverständnis der Firma aus dem Norden der USA. Während des Gesprächs kommen und gehen Interessierte, schauen sich die unterschiedlichen Motorräder oder Shirts an.

Strafzölle sind von beiden Seiten nicht gut“, sagt Meier. Die Marke Harley Davidson sowie ihre Händler seien für einen freien Handel. „Harley steht eben für etwas typisch amerikanisches, die Freiheit. Das will man jetzt symbolisch bestrafen“, sagt Meier. Trotzdem ist der Kaufmann einigermaßen zuversichtlich, dass auf die Ankündigung keine Taten folgen. „Am besten, das Thema schläft ein. Da herrscht unter den Händlern Einhelligkeit. Die Politik sollte sich zudem nicht gegenseitig mit Zöllen hochschaukeln“, meint Meier

Die Firma Harley Davidson im US-Bundesstaat Wisconsin sieht die Lage nicht so entspannt, sie hatte unlängst eine scharfe Protestnote gegen die Zollpläne der US-Regierung veröffentlicht. Denn die Firma sieht sich doppelt betroffen: Sie muss höhere Preise zahlen für Stahl und ist beim Export der Räder von den Strafzöllen betroffen. 

Auch hier mahnt Meier zunächst einmal zu Gelassenheit. Er geht nicht davon aus, dass die Verkäufe einbrechen würden. „Der Harley-Käufer achtet nicht auf den letzten Cent.“ Für viele sei die eigene Harley ein gewisser Lebensabschnittstraum. Da spielten mögliche Strafzölle keine entscheidende Rolle. Kurzfristig würden sie bei Besitzern sogar zu einer Wertsteigerung führen. 

Den Traum leben

In der Nähe steht Siegfried Einmahl. Er ist mit seinem Motorrad vorbeigekommen, um es durch den TÜV zu bringen. „Harley ist eine Ideologie“, erklärt der Mann aus Hambühren. „Die Maschinen sind von Haus aus teurer, haben aber auch einen größeren Wiederverkaufswert.“ Wer sich so etwas anschaffe, wolle seinen Traum leben – der ließe sich durch Zölle nicht stoppen. 

Von Maximilian Hett

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