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Aus der Stadt So soll der neue Faurecia-Standort in Hannover aussehen
Hannover Aus der Stadt

So soll der neue Faurecia-Standort in Hannover aussehen

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10:52 08.10.2019
1000 neue Arbeitsplätze in Hannover: Der Entwurf für den Faurecia-Standort in Marienwerder. Quelle: Baum-Gruppe
Hannover

Um diese Ansiedlung beneiden zahlreiche Städte Hannover. Der Autozulieferer Faurecia hat sich entschieden, seine Deutschlandzentrale für Autositze und Innendesign mitsamt Forschungszentrum und Prototypenfertigung nach Hannover zu verlegen. 1000 Arbeitsplätze bedeutet das für die Landeshauptstadt. „Es ist ein Unternehmen im industriellen Sektor, solche Ansiedlungen sind sehr selten“, sagt Stadtbaurat Uwe Bodemann. Für Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette zeigt das Beispiel, wie wichtig es ist, Gewerbeflächen vorrätig zu halten – damit man reagieren kann, wenn Firmen anklopfen.

Faurecia zeigt erstmals Pläne für Marienwerder

Faurecia-Entwicklungsleiter Gregor Knauer hat auf der Investorenmesse Expo-Real in München gemeinsam mit dem hannoverschen Projektentwickler Gregor Baum erstmals Bilder gezeigt, wie die neue Zentrale im Wissenschafts- und Technologiepark Marienwerder aussehen könnte. Das Unternehmen vereint dort die Aktivitäten aus den bisherigen Standorten Stadthagen (Autositze) und Peine (Interieur). In wenigen Wochen ist Baustart. Baum baut die Zentrale und vermietet sie anschließend an Faurecia.

Fachkräftegewinnung gab den Ausschlag

Warum Hannover? Zunächst natürlich wegen der Lage genau zwischen Stadthagen und Peine, sagt Knauer: Von beiden Standorten aus sind es für die Mitarbeiter knapp 50 Kilometer. Man plane aber langfristig – und stelle vermehrt fest, dass für die Fachkräftegewinnung ein Standort in der Großstadt und in Uni-Nähe wichtiger werde. „Die meisten unserer jungen Mitarbeiter wohnen in Hannover oder direkten Nachbarstädten wie Garbsen“, sagt Knauer. Von dem neuen Firmensitz in der Nähe zum Maschinenbaucampus und mit guter Stadtbahnanbindung ins Zentrum Hannovers erhoffe man sich Vorteile beim Gewinnen umworbener Arbeitskräfte. „Im Moment können wir mehrere Ausbildungsplätze im dualen Studium nicht besetzen, weil die Leute nicht nach Stadthagen wollen“, sagt Kanuer.

Entwicklung mit Geheimhaltungsfaktor

Faurecia gehört mit 11 Prozent Marktanteil zu den zehn größten Autozulieferern weltweit. „In jedem dritten Fahrzeug steckt ein Bauteil von uns“, sagt Manager Knauer. 38.900 Beschäftigte hat der Bereich „Seating“ (Sitze), produziert wird allerdings ausschließlich im Ausland. Am neuen Standort wird die Entwicklung angesiedelt, zusätzlich zum Prototypenbau werde es auch Versuchslabore geben, in denen die Neuentwicklungen getestet und systematisch zerstört würden, sagt Knauer. Alles laufe zudem mit einer gewissen Geheimhaltung. „Wenn wir Mitarbeitern etwa von BMW im Haus haben, dann dürfen die ja nicht sehen, was wir gerade für Audi entwickeln.“

Ähnlicher Erfolg wie mit Boehringer

Für Hannover ist die Ansiedlung ähnlich prestigeträchtig wie vor Jahren die Chance, das Boehringer Tierimpfstoff-Forschungszentrum in die Nachbarschaft der Tierärztlichen Hochschule zu bringen. Mit Faurecia waren es harte und zuweilen langwierige Verhandlungen, die sich über etwa zwei Jahre hinzogen. Zusätzlich mussten viele Altlasten aus der alten Varta-Batterieprodukion aus dem Boden geholt werden. „Wir sind froh, dass wir das Unternehmen am Ende für uns gewinnen konnten“, sagt Stadträtin Sabine Tegtmeyer-Dette.

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Von Conrad von Meding

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