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Aus der Stadt Schneller, günstiger, neue Strecken: Busse und Bahnen in Hannover sollen attraktiver werden
Hannover Aus der Stadt

So will die Region Hannover für Kosten von mehr als einer Milliarden Euro den Nahverkehr ausbauen

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19:20 21.01.2020
Mit ihrem Zehn-Punkte-Programm will die Region für vollere Bahnsteige sorgen. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Die Region will die Verkehrswende einleiten und sieht eine Schlüsselrolle dafür beim öffentlichen Nahverkehr. „Ohne einen Kraftakt ist das nicht zu schaffen“, sagt Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz. Der Akt kommt in Form eines Zehn-Punkte-Programms daher, das am Dienstag im Verkehrsausschuss vorgestellt wurde. Wird alles umgesetzt, kommen Kosten von mehr als einer Milliarde Euro zusammen. „Wir sind auf finanzielle Förderung durch Bund und Land angewiesen“, sagt Franz. Einige Punkte lassen sich schnell umsetzen, andere nur mit mehrjähriger Vorlaufzeit. Das hat die Region vor:

Neue Tarifangebote für Senioren und Partner: Weil Senioren vor allem nach dem Abschied aus dem Berufsleben auffallend häufig Monatskarten-Abonnements kündigen, sollen sie künftig eine Karte für das gesamte Nahverkehrsnetz zum Preis von 30 Euro im Monat kaufen können. Für Besitzer von Monatskarten im Abonnement will die Region eine ergänzende Karte für Partner zum halben Preis einführen. Die bereits eingeführte Jugend-Netzkarte für 15 Euro können bald auch Auszubildende erwerben. „Diese Angebote wollen wir zum Ende des Jahres umsetzen“, erklärt Franz.

Schneller in die Stadt

SprintH heißt der neue Bus, der die Menschen schneller aus dem Umland in die Stadt bringen soll. Quelle: Irving Villegas

Direktbusse in die City: Zweiter schnell zu bewerkstelligender Punkt ist die Verlängerung zweier Sprinter-Buslinien in die Innenstadt. Die Linie 800 aus Sehnde hält derzeit am Altenbekener Damm und soll vom nächsten Jahr an am Maschsee entlang zum Kröpcke fahren. Für die Linie 900 aus Burgdorf würde es von Altwarmbüchen aus über Steuerndieb und Zoo in die City gehen. Beide Linien sollen dann auch häufiger fahren als bisher – teils im Viertelstundentakt. Kostenpunkt: rund 3 Millionen Euro.

Mehr Stadtbahnen für die Üstra: Von 2025 an erhält die Üstra 75 Stadtbahnen eines noch zu entwickelnden neuen Typs TW 4000; bis 2035 sollen es insgesamt 275 werden. Damit würde die Üstra ihre Gesamtflotte um ein Drittel auf knapp 300 Fahrzeuge vergrößern, obwohl die Silberpfeile nach und nach aus dem Verkehr gezogen werden. „Sie erreichen dann ihre Lebensdauer und sind in der Instandhaltung aufwendig“, sagt Üstra-Chef Volkhardt Klöppner. Umzusetzen ist die Flottenvergrößerung nur, wenn die Üstra einen zusätzlichen Betriebshof baut. Der Standort steht laut Klöppner noch nicht fest.

Mehr Licht im Hauptbahnhof

Die U-Bahnstation Hauptbahnhof soll heller und freundliche werden. Quelle: Bünemann & Collegen

Sanierung Station Hauptbahnhof: Die Tunnelstation der Stadtbahn erhält unter anderem ein elektronisches Fahrgastleitsystem. Ziel ist es, die Umsteigezeiten zu verkürzen und damit die Kapazitäten zu erhöhen. Beginn der Arbeiten soll 2022 sein, die Kostenschätzung beläuft sich derzeit auf 4 Millionen Euro.

Neue Strecken für die Stadtbahn: Im Visier hat die Region eine Verbindung vom Raschplatz über die Sallstraße zum Bismarckbahnhof sowie Verlängerungen der Linien in Langenhagen zur Pferderennbahn und in Garbsen zur Stadtmitte. Alle diese Projekte sind nicht neu und teils umstritten. Das gilt insbesondere für die Stadtbahn in der Südstadt, für die eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben wird. Wann gebaut würde, ist in allen Fällen unklar.

Neue Gleise am Hauptbahnhof

Erweiterung Hauptbahnhof: Ebenfalls seit längerem in der Planung sind zwei zusätzliche Gleise für den überlasteten Hauptbahnhof auf der Raschplatzseite, um den Regionalzug- und S-Bahn-Verkehr ausweiten zu können. Im Zusammenhang mit der bereits angelaufenen Sanierung des Hauptbahnhofs stehen die Chancen zur Realisierung ab Mitte des laufenden Jahrzehnts nicht schlecht.

Bahnhöfe und zusätzliche Züge: Um mehr Fahrgäste für die S-Bahn zu gewinnen und Umsteigemöglichkeiten zur Stadtbahn zu erleichtern, will die Region zusätzliche Bahnhöfe am Döhrener Turm in Hannover, in Laatzen-Mitte und an der Deisterpforte in Springe bauen. Das Projekt hat derzeit Prüfstatus. Konkreter ist das Vorhaben, die Regionalexpress-Verbindung zwischen Hannover und Neustadt zu stärken. Von 2024 an sollen die Züge im Halbstundentakt verkehren.

Fahrradparkhäuser sollen entstehen

10.000 Stellplätze für Bike & Ride: Das ist die Mindestzahl, die sich die Region zum Ziel gesetzt hat. Zwei vollautomatisch betriebene Fahrradtürme in Wunstorf will sie in diesem Jahr für Kosten von 1,5 Millionen Euro bauen; weitere Türme für den Bismarckbahnhof in Hannover, in Mellendorf und in Lehrte sind vorgesehen. Kleinere Anlagen oder Doppelstockgaragen erhalten die Bahnhöfe Bennemühlen, Bissendorf, Großburgwedel, Hämelerwald, Langenhagen-Pferdemarkt, Springe und Weetzen.

Park & Ride, mehrgeschossig: „Autostellplätze an Bahnhöfen sind an manchen Orten ausgelastet, aber wir brauchen nicht mehr Blech auf Ackerflächen“, sagt Verkehrsdezernent Franz. Also will die Region in den kommenden Jahren mehrstöckige Parkhäuser in Wettbergen, Wunstorf, Langenhagen-Zentrum, Altwarmbüchen und Anderten bauen.

„Wir brauchen nicht mehr Blech auf Ackerflächen“: Ulf-Birger Franz will an Park-and-Ride-Bahnhöfen mehrgeschossige Parkhäuser bauen. Quelle: Conrad von Meding

Testobjekt Wasserstoffbusse: Üstra und Regiobus testen noch in diesem Jahr Busse mit Wasserstoffantrieb und wollen im Erfolgsfall zunächst zwei davon kaufen. Die Regiobus plant auf dem neuen Betriebshof Gehrden eine Wasserstoff-Tankstelle und eine Wasserstoffproduktion. Wasserstoffantrieb gilt im Busverkehr als Zukunftstechnologie vor allem auf Überlandstrecken.

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Von Bernd Haase

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