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Aus der Stadt So wird die Show Fashion & Dance im Galeriegebäude
Hannover Aus der Stadt So wird die Show Fashion & Dance im Galeriegebäude
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14:56 17.10.2018
Alles, nur nicht von der Stange: Models präsentieren Entwürfe für die Show Fashion & Dance.
Alles, nur nicht von der Stange: Models präsentieren Entwürfe für die Show Fashion & Dance. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Es wird eine der größten Modenschauen, die das Galeriegebäude in Herrenhausen in diesem Jahr sehen wird: 300 Akteure werden am 27. Oktober dabei sein, wenn es zum zweiten Mal um Fashion & Dance und weit mehr als um die Model-Klischeemaße 90-60-90 gehen wird. Designer, Tänzer, Models und Stylisten aus verschiedenen Nationen und Kulturkreisen haben vor einem halben Jahr damit begonnen, die Show vorzubereiten. Das Ziel des Projekts ist, Kreative aus verschiedenen Bereichen zusammenzubringen. Schirmherrin ist die Migrationsbeauftragte des Landes, Doris Schröder-Köpf.

Dancefloor statt Catwalk: Am 27. Oktober wird das barocke Galeriegebäude in Herrenhausen zur Manege des etwas anderen Modezirkus. Mit 300 Models, Designern – und Schirmherrin Doris Schröder-Köpf.

„Wir verbinden alles“, sagt Organisatorin Susanne Kümper: „Models, die immer auf der Suche nach einem Designer sind, Tänzer, die immer eine Bühne suchen, junge Designer, die ihre Kollektionen einer größeren Öffentlichkeit vorstellen wollen.“ Diese Bühne wird im farbenprächtig ausgemalten Galeriegebäude wahrhaftig groß sein: Der Laufsteg im Galeriegebäude wird 50 Meter lang sein. Aus diesem Grund werden die Models auch weder allein noch in gewohnter Catwalk-Manier die Kleidung vorführen. Sie werden gemeinsam in Gruppen über den Laufsteg tanzen. „Wir haben Tänzer aus ganz verschiedenen Bereichen gewinnen können“, sagt Ercan Carikci, der für den Bereich Tanz bei dem Projekt zuständig ist. Salsa, Klassik, Jazztanz, vom Teenager bis hin zur 63-Jährigen ist alles dabei. Auch hier war Vielfalt gefragt. „Wir haben immer geschaut, wer zu wem passen könnte“, sagt Carikci über die Zusammenstellung der Designer- und Tanzpaare.

Stylisten arbeiten in der Orangerie

Ähnlich ist auch Gudrun Soos von der Friseurinnung Hannover vorgegangen. Anhand von Lookbooks, in denen die Designer ihre Kollektionen vorstellen, habe man sich Frisuren überlegt. „Die müssen schnell zu machen sein und richtig gut halten“, erklärt Soos, die mit 15 bis 20 Nachwuchs-Stylisten die Akteure herrichten wird. Da das allein schon aus Platzgründen im Galeriegebäude nicht möglich ist, werden die 300 Akteure in der Orangerie für ihren großen Auftritt gestylt.

Weil dieses Projekt viele verschiedene Bereiche umfasst und zusammenbringt, können sich die Organisatoren auch über eine breite Förderung freuen: Stadt Hannover, das Land Niedersachsen sowie Stiftungen – allen voran die Lotto-Sport-Stiftung – unterstützen „Fashion & Dance“. Die Kriterien für die Auswahl der Teilnehmer waren einfach. „Die Kollektion muss 20 bis 30 Outfits umfassen“, sagt Kümper. Wenn ein Designer bei der ersten Fashion & Dance 2016 schon dabei war, musste er im Zweifelsfall zugunsten eines neuen Teilnehmers verzichten. Das Spektrum der Mode, die gezeigt wird, ist groß: So sind „alte Hasen“ wie Vivica und Philipp Bree mit ihren Taschen ebenso vertreten wie beispielsweise Alicia Richter, die ihre Unisex-Kollektion vorstellen wird.

„Kein Fan von 90-60-90“

Richter hat in diesem Jahr ihren Abschluss an der Hochschule Hannover gemacht. Dass sie trotzdem so viele Teile für eine Kollektion zusammenbekommen hat, liegt daran, dass sie sich schon seit Beginn des Studiums mit Unisex-Kleidung beschäftigt. Von Semester zu Semester kamen neue Stücke hinzu, so dass sie im Gegensatz zu vielen Mitstudenten bereits zum Ende des Studiums genügend Stücke für eine Schau zusammen hatte. Ihre Sachen sollen Männer wie Frauen tragen können. „Ich war von Anfang an kein Fan von 90-60-90, weil ich das unrealistisch finde“, sagt sie. Ihre Kollektion ist so geschnitten, dass die Frauen die Teile von Größe 32 bis Größe 44 anziehen können. Ein weiteres großes Thema für sie ist die Nachhaltigkeit: „Alles kann miteinander kombiniert werden.“

Motivation: Mehr Aufmerksamkeit in der Szene

Zehra Yilmaz ist zum ersten Mal mit dabei. Unter ihrem Label Kokkon vertreibt sie in Hannover eine Kollektion aus reiner Seide. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft von Stadt und Region Hannoverimpuls unterstützt ihr junges Start-up. Für sie ist neben den Kontakten, die sie zu den anderen Kreativen geknüpft hat, eines das Wichtigste: „Man wird gesehen. Und vielleicht werden auch die auf uns aufmerksam, die uns noch nicht entdeckt haben.“

Karten für die Modenschauen am Sonnabend, 27. Oktober, 17 und 20 Uhr, im Galeriegebäude gibt es unter www.eventim.de oder unter www.vvk-kuenstlerhaus.de sowie telefonisch unter (05 11) 16 84 12 22.

Von Heike Schmidt