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Aus der Stadt Neue elektronische Akte bereitet Probleme
Hannover Aus der Stadt Neue elektronische Akte bereitet Probleme
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00:21 11.11.2018
19 Standorte hat das Jobcenter in der Region – einer davon befindet sich in der Calenberger Esplanade.
19 Standorte hat das Jobcenter in der Region – einer davon befindet sich in der Calenberger Esplanade. Quelle: Villegas
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Hannover

Weil sich elektronisch erfasste Akten nicht oder nur langsam öffnen lassen, hakt es derzeit bundesweit in den Jobcentern. Der Personalrat in Hannover hat jetzt Alarm geschlagen und angeregt, an den 19 Standorten in der Region „individuell über eine Verstärkung der Sicherheitsfachkräfte zu diskutieren“ – für den Fall, dass vertröstete und unzufriedene Kunden handgreiflich werden. Geschäftsführer Michael Stier schreibt in einem Aushang, mit derartigen Formulierungen würden die Leistungsempfänger „verallgemeinernd stigmatisiert und kriminalisiert.“

Im Juni haben die Jobcenter die sogenannte eAkte eingeführt, die von der Bundesarbeitsagentur zur Verfügung gestellt wird. Seitdem werden Schriftstücke, Formulare oder Briefe grundsätzlich eingescannt und in der persönlichen eAkte von Hilfsempfängern hinterlegt. „Seit einer Woche lassen sich die Akten nur mit großer Zeitverzögerung öffnen, zweimal musste das Programm für mehrere Stunden komplett abgeschaltet werden“, sagt Jobcenter-Sprecher Ulf-Lasko Werner.

Trotz der Software-Probleme erhalten die Kunden der Jobcenter nach Angaben von Werner ihr Geld. „In Notfällen bewilligen wir Anträge vorläufig und prüfen sie im Nachgang“, erklärt er. Allerdings müssten Hilfsempfänger längere Wartezeiten in Kauf nehmen, wenn sie vorsprechen. Bisher habe es in diesem Zusammenhang aber keine negativen Vorkommnisse gegeben, die Menschen hätten geduldig und mit Verständnis reagiert.

Der Personalrat berichtet von Beschwerden aus der Mitarbeiterschaft. Eine Folge der Schwierigkeiten mit den eAkten sei, dass Vorgänge nicht zügig genug erledigt werden könnten und sich so die Arbeit anhäufe. Wie lange die Einschränkungen andauern, stand am Donnerstag noch nicht fest.

Von Bernd Haase