Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Flohmarktbesucher drehen wieder ihre Runde
Hannover Aus der Stadt Flohmarktbesucher drehen wieder ihre Runde
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:35 07.07.2018
Am Uferbereich vor der Volkshochschule kann jetzt wieder nach Herzenslust geguckt und gefeilscht werden. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

„Schön, dass es wieder rund geht mit dem Flohmarkt“, sagt Klaus Biester. Der 67-Jährige steht auf der östlichen Seite der Leine am Hohen Ufer, nahe der neu gebauten, schmucken Volkshochschule (VHS), und begutachtet eine chinesische Porzellanfigur. Mehrere Jahre war der Altstadtflohmarkt zwischen den Straßen Am Marstall und Roßmühle wegen Bauarbeiten abgesperrt. Doch seit vier Wochen können die Händler ihre Tische auf der umgestalteten Promenade wieder aufbauen, dürfen die Besucher wieder die große Trödelrunde drehen.

Der Weg vor der Volkshochschule bietet Flohmarkthändlern nun ein neues Betätigungsfeld – und Kunden neue Kaufoptionen.

Biester ist seit 51 Jahren regelmäßiger Besucher des Altstadtflohmarkts, fast jedes Wochenende hält der Südstädter nach neuen Kostbarkeiten Ausschau. „Inzwischen habe ich so viele alte Bilder, Schmuck und Porzellan gesammelt, dass ich der Wedekindstraße einen eigenen Laden aufmachen will“, erzählt er. Der neu gestaltete Uferweg an der VHS mit dem Café „Anna Leine“ gefällt ihm gut: „Es ist großzügig hier, die Gänge sind nicht so eng.“ Auch hat man aus etwas erhöhter Warte einen schönen Blick auf die Calenberger Neustadt und das Flohmarkttreiben an der anderen Seite des Flusses.

Die Wiese hatte gelitten

Aus Ausweichfläche für den abgesperrten Bereich musste viele Jahre die Leineufer-Wiese hinter dem Landtag herhalten. „Da unten standen meine alten Bücher im Schatten der großen Bäume, da musste ich keine Pavillons aufbauen“, erklärt Ralf Bremer. Doch beklagen will sich der 56-Jährige, der auch historische Schultafeln, Wählscheibentelefone, Marionetten und antike Wiking-Schiffchen anbietet, keineswegs, die Geschäfte laufen ordentlich. „Und die Kunden freuen sich, dass sie wieder im Kreis gehen können.“

Der Rasen auf dem Ausweichgelände habe doch arg unter dem Flohmarktbetrieb gelitten und die Osterglocken hätten keinen leichten Stand gehabt, erinnert sich Ingrid Laube. Die 82-Jährige verkauft auf ihren Tischen versilbertes Besteck, das sie bei Haushaltsauflösungen erstanden hat. Sie habe oben wie unten ähnlich viel Kundschaft gehabt, das mache keinen Unterschied, sagt sie.

Imbiss hätte fast aufgegeben

„Ich fand es auf der Wiese etwas gemütlicher“, merkt Edith Tute an. Die Spezialität der 79-Jährigen ist selbst genähte Puppenmode. „Ich stehe sogar im Guinness-Buch der Rekorde, weil ich das kleinste Puppenkleid der Welt gehäkelt habe“, berichtet die Hainhölzerin. Das Kleidchen aus Taschentuchhäkelgarn ist gerade mal einen Zentimeter lang.

Die Wiese am Landtag dient jetzt nur noch jeden zweiten Sonnabend im Monat als Open-Air-Verkaufsbühne, dort bieten dann Kinder und Jugendliche ihre Schätze feil. Die Erwachsenen feilschen künftig nur noch zwischen Schloßstraße und Marstallbrücke, an sonnigen Sommertagen wie jetzt im Juli sind rund 180 Händler vor Ort. Einer ist ganz besonders froh, dass wieder alles rund läuft, hat er doch arg unter der Dauerbaustelle gelitten: Paul Violka. Der 81-jährige Geschäftsmann war – auch wegen des Stromanschlusses – mit seinem Imbiss-Wagen an den Standort vor dem Beginenturm gefesselt. „2017, nach 50 Jahren, hatten wir überlegt aufzugeben, weil hier oben nichts los war“, erzählt Violka. Doch jetzt pilgern die zahlreichen auswärtigen Touristen und die hannöverschen Flohmarktgänger wieder an seiner Bude vorbei, bestellen wie in alten Zeiten Bratwust, Brötchen und Bulette.

Von Michael Zgoll

Das Schützenfest startet ins zweite und letzte Wochenende. Wir haben die Impressionen vom finalen Freitag für Sie in einer Bildergalerie zusammengestellt.

07.07.2018

Am Donnerstag war es wieder soweit: Die Bruchmeister haben ihren diesjährigen Rundgang auf dem Schützenplatz veranstaltet. Das Mitgehen im Pulk ist auch heute noch ausschließlich geladenen Herren vorbehalten.

07.07.2018

In den USA schon länger ein Trend, ist man hierzulande noch verhalten gegenüber kalt aufgebrühtem Kaffee – obwohl die Ware durchaus Potenzial besitzt. Ein Besuch in der Kaffeeschule Hannover.

10.07.2018