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Aus der Stadt Dürre, Stürme, Dauerregen: Stadt fällt 700 Bäume in Hannovers Wäldern
Hannover Aus der Stadt

Stadt fällt 700 Bäume in Hannovers Wäldern - nach Dürren, Stürmen und Dauerregen

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18:57 01.11.2019
Das extreme Wetter hat viele Bäume angegriffen und beschädigt: Förster fällen eine morsche Buche in der Eilenriede. Quelle: Irving Villegas
Hannover

Gut 130 Jahre lang konnte die stämmige Buche in der Eilenriede gegenüber vom Zoo-Eingang in Ruhe wachsen. Innerhalb von einer Stunde wird nun mit kreischenden Kettensägen sprichwörtlich Kleinholz aus dem Baum gemacht. Forstbetriebsleiter Felix Bettin hätte den Baum gern erhalten, doch das geht nicht. Die extremen Wetterlagen der letzten Jahre haben ihn stark beschädigt. Nun drohen seine Äste abzubrechen – und im schlimmsten Fall Passanten, Autos oder Gebäude zu treffen.

Um das zu verhindern, haben Forstwirtkolonnen begonnen, rund 700 Bäume in der Eilenriede und anderen Stadtwäldern zu fällen. Diese Anzahl sei nicht besorgniserregend, heißt es bei der Stadt. Allerdings sind viele der betroffenen Exemplare alt und stattlich – und somit nützlich für das Ökosystem Wald. Sie sollten eigentlich geschont werden. Vor allem in den Bereichen am nördlichen Steuerndieb, am Eingang zum Trimm-dich-Pfad (Zoo), bei Kleefeld und am Schmachteberg müssen morsche und kranke Exemplare weichen. „Es wird Zeit“, sagt Bettin.

Leidenszeit begann mit Dauerregen

Betroffen sind vor allem Buchen, Birken und Eichen. Ihre Leidenszeit begann mit dem Dauerregen im Sommer 2017: Die Waldflächen standen zum Teil für längere Zeit unter Wasser, sagt Bettin. Das habe zu einem Sauerstoffmangel im Wurzelwerk geführt. Im Oktober des gleichen Jahres tobte Sturm „Xavier“ über Hannover, im Januar 2018 folgte „Friederike“ – durch die starken Windböen riss das Wurzelwerk. So wurde die wichtige Versorgung der Bäume gekappt. „Und dann kamen die beiden trockenen Sommer“, sagt Bettin.

Extreme Wetterlagen haben in den letzten Jahren vielen Bäumen in Hannovers Stadtwäldern zugesetzt. Jetzt müssen 700 von ihnen gefällt werden.

Die Trockenheit in diesem wie auch im vergangenen Jahr führte zu einem Teufelskreis: Der Grundwasserspiegel sank so weit, dass selbst die tiefsten Wurzeln keine Nährstoffe mehr finden konnten. Darauf warfen vor allem Rotbuchen und Bäume mit dünner Rinde bereits im Sommer ihr Laub ab. Die Folgen: Die Sonneneinstrahlung drang direkt zur Baumrinde vor. Die platzte auf und Pilze konnten sich im Holz breitmachen. Die ungeschützten Bäume wurden krank oder morsch. Besonders Buchen und Birken sind davon betroffen. „Das ist wie ein Sonnenbrand beim Menschen“, sagt Bettin.

Leben Fledermäuse in den morschen Gewächsen?

In den letzten Wochen hat die Stadt überprüft, welche Gewächse betroffen sind. Entlang der Wege haben die Mitarbeiter nach kranken Exemplaren gesucht. Diese wurden mit einem roten Punkt markiert und werden demnächst gefällt. Das ist ziemlich aufwendig: Waldwege müssen abgesperrt werden, Hubarbeitsbühnen fahren die Mitarbeiter in die Baumkronen, damit sie die Bäume von oben nach unten herabstutzen können.

Förster Andreas Weise zersägt eine morsche Buche. Quelle: IrvingVillegas

Ziel ist es, nachwachsende Pflanzen bei den Arbeiten nicht zu beschädigen. Außerdem müssen Experten vor der Fällung prüfen, ob Fledermäuse oder geschützte Insekten in den Bäumen leben. Dass Bäume bei den Fällarbeiten einfach am Stamm abgesägt werden – undenkbar. Auch wenn das deutlich schneller gehen würde. „Am besten ist es, wenn Waldspaziergänger überhaupt nicht merken, dass etwas passiert ist“, sagt Bettin.

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Von Manuel Behrens

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