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Aus der Stadt Kein Ess-Verbot bei der Üstra
Hannover Aus der Stadt Kein Ess-Verbot bei der Üstra
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00:17 20.08.2018
In der Wiener U-Bahn darf künftig nicht mehr gegessen werden. Quelle: Wiener Linien / Thomas Jantzen
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Hannover

Ein Ess-Verbot in der Stadtbahn, wie es in Wien erlassen werden soll, wird es in Hannover erst einmal nicht geben. Üstra-Sprecher Udo Iwannek sagt, stark riechende Speisen in öffentlichen Verkehrsmitteln seien zwar für andere Fahrgäste unangenehm, „wir können aber nicht alles regulieren“. Außerdem sei schwer zu definieren, wo das Essen anfange. „Wenn Essen verboten ist, darf dann ein kleines Kind nicht mehr an einem trocken Brötchen kauen?“ Statt eines Verbots appelliere die Üstra an die Fahrgäste, auf ihre Mitmenschen Rücksicht zu nehmen.

Unterstützung erhält die Üstra von Regiobus. Dessen Sprecher Tolga Otkun berichtete jedoch , dass in den Regiobussen stark duftende Speisen oder Gerichte, aus den Soßen heraustropfen, nicht geduldet würden. „Fahrgäste mit solchen Speisen lässt der Fahrer nicht rein“, betont Otkun. Dagegen sei es in Ordnung, ein belegtes Brötchen im Bus zu essen.

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Üstra: Machen gute Erfahrungen mit Alkoholverbot

Auch die CDU hält nichts von einem Verbot. Die Politik dürfe nicht alle Details des Lebens regulieren, sagt der Vorsitzende der CDU-Regionsfraktion, Bernward Schlossarek. Er selbst habe auch sein Butterbrot im Bus gegessen und das dürfe niemand anderem vorbehalten werden.

Wie berichtet, hatte die Wiener U-Bahn vor dem Verbot die Fahrgäste befragt, eine große Mehrheit hatte sich dafür ausgesprochen. Das Verbot gilt ab dem 15. Januar.

Mit dem vor mehr als eineinhalb Jahren in Kraft getreten Alkoholverbot habe die Üstra gute Erfahrungen gemacht, sagt deren Sprecher Iwannek. „Die Menschen sind einsichtig und lernwillig“, berichtet er. Alkohol werde in den Bussen und Bahnen besonders an den Wochenenden konsumiert, vor allem von jungen Leuten. Die Alkoholkonsumenten würden von Protec-Mitarbeitern angesprochen und auf das Verbot hingewiesen. „Strafen sind bisher nicht angedacht“, sagt Iwannek. Die Üstra glaube, dass sich das Verbot nach und nach durchsetze. Er erinnerte an das Mitte der sechsziger Jahre in den Bussen und Bahnen verhängte Rauchverbot. „Das hat auch einige Zeit gedauert, bis es sich durch gesetzt hat“, sagt er. „Heute ist es eine Selbstverständlichkeit.“

Von Mathias Klein