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Aus der Stadt Stephan Weil zu OB-Schlappe: „Die SPD wird hoffentlich die richtigen Lehren ziehen“
Hannover Aus der Stadt

Stephan Weil über OB-Wahl Hannover: SPD muss ihre Lehren ziehen

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17:34 28.10.2019
„Das ist für mich persönlich bitter“: Stephan Weil, der SPD-Landesvorsitzende, meint, die hannoversche SPD müsse ihre Lehren ziehen aus dem Wahldebakel. Quelle: Katrin Kutter

Herr Weil, was ist am Sonntag schiefgelaufen, dass die SPD bei der Oberbürgermeisterwahl in Hannover noch nicht einmal in die Stichwahl gekommen ist? An der Qualifikation des Kandidaten Marc Hansmann hat es ja wohl nicht gelegen ...

An Marc Hansmann hat es wahrlich nicht gelegen, und ich bin ihm immer noch sehr dankbar, dass er die Kandidatur in so schwierigen Zeiten übernommen und sich Monate lang schwer ins Zeug gelegt hat. Die Gründe dafür, dass er am Sonntag gescheitert ist, sind nicht bei ihm zu suchen. Sie liegen viel tiefer – in Fehlern vor Ort sowie in der allgemeinen bundespolitischen Lage.

Erstmals erreicht ein SPD-Kandidat die Stichwahl in Hannover nicht: Marc Hansmann am Wahlabend. Quelle: Florian Petrow

Einer der hausgemachten Gründe war sicherlich die Rathausaffäre, wegen der der frühere Oberbürgermeister Stefan Schostok zurücktreten musste. Hätte der Landesvorsitzende Stephan Weil, der einst selbst hannoverscher Oberbürgermeister war, die Wahl Schostoks zu seinem Nachfolger nicht verhindern müssen?

Das ist jetzt sechs Jahre her. Die Fehler, die im Verlauf der sogenannten Rathausaffäre gemacht worden sind, waren damals sicher nicht vorhersehbar. Sie haben aber gewiss zu diesem Ergebnis, das auch für mich persönlich bitter ist, beigetragen. Das ist aber nicht der einzige Grund für diese herbe Niederlage. Die SPD in Hannover wird nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, sondern hoffentlich selbst die richtigen Lehren ziehen.

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Für die SPD insgesamt war der letzte Sonntag ein schwarzer Tag: Nur acht Prozent bei der Wahl in Thüringen, den Kandidaten bei der Oberbürgermeisterwahl in Hannover nicht durchgebracht – schwächt dies nicht die Niedersachsen-SPD ganz empfindlich?

Natürlich ist so eine Niederlage bitter – ich sagte es bereits. Aber in Niedersachsen haben wir stabile Verhältnisse, der Landtag ist bis 2022 gewählt. Davon unabhängig muss sich auch eine Landespartei immer wieder selbst hinterfragen und weiterentwickeln.

Aber haben Sie sich im Nachhinein nicht gefragt, ob sie als Landesvorsitzender nicht hätten energischer eingreifen müssen in Hannover?

In der SPD werden die kommunalen Angelegenheiten vor Ort entschieden und nicht auf der Landesebene. Darauf habe ich als Kommunalpolitiker größten Wert gelegt und das halte ich immer noch für richtig.

Manche sagen, es war auch ein Fehler des SPD-Landesvorsitzenden Stephan Weil bei der Suche nach einem neuen SPD-Bundesvorsitzenden gekniffen zu haben. Bereuen Sie es, ihr Herz nicht über die Hürde geworfen zu haben? Eine solche Kandidatur hätte für Niedersachsen einen Aufbruch bedeuten können ...

Einen solchen Zusammenhang kann ich nun beim besten Willen nicht erkennen, das ist doch arg konstruiert und im Übrigen auch müßig. Die SPD muss jetzt in Hannover schnell wieder auf die Beine kommen und neu starten. Das alleine zählt jetzt.

 

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