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Aus der Stadt Belgische Delegation kommt zu Schild-Enthüllung
Hannover Aus der Stadt

Straßenbenennung in Hannover-Badenstedt: Das Provisorium währt 103 Jahre

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14:28 22.11.2019
Straße mit Geschichte: Bezirksbürgermeister Rainer Göbel (von links), Bezirksratsherr Siegfried Egyptien und der Bürgermeister von Kelmis, Luc Frank, enthüllen das neue Straßenschild. Das kleine Bild zeigt den Zwergstaat auf einer Postkarte aus dem Jahr 1900. Quelle: Foto: Siegfried Egyptien
Davenstedt

Er war als kurzweiliges Provisorium angedacht, dann existierte er über 100 Jahre. Nun kommt dem ehemaligen Zwergstaat Neutral-Moresnet eine besondere Wertschätzung zu: Eine Grünverbindung in Davenstedt wurde nach ihm benannt. Das dazugehörige Straßenschild ist bei einer feierlichen Zeremonie enthüllt worden.

In die Wege geleitet wurde die Benennung vom Bezirksratsherrn Siegfried Egyptien. Seinem großen Interesse an dem historischen Kleinstaat ist es zu verdanken, dass die 400 Meter lange Straße nun nicht mehr namenlos ist. „Neutral-Moresnet hat eine wahnsinnig tolle Geschichte“, schwärmt Egyptien auf Anfrage der HAZ. Der Zwergstaat, den Egyptien ein „Kuriosum der europäischen Geschichte“ nennt, entstand nach dem Wiener Kongress 1815 infolge der Neuaufteilung Europas. Damals wurden die Niederlande und Preußen sich nicht einig, wem eine Erzmine auf dem Territorium gehören sollte. Kurzum entschied man also, das ganze Dorf samt Umgebung zur staatenlosen Zone zu erklären. Ursprünglich sollte dieser Zustand nur wenige Jahre andauern, erzählt Egyptien. Dass er dann doch um einiges länger hielt – von 1816 bis 1919, also ganze 103 Jahre – bezeichnet Egyptien als Besonderheit: „Das sollte man sich zum Vorbild nehmen.“

Delegation aus Belgien reist an

Zur Enthüllung des neuen Straßenschilds erschienen neben Egyptien auch interessierte Bürger, zahlreiche Mitglieder des Stadtbezirksrates Ahlem-Badenstedt-Davenstedt und sogar eine Delegation aus Belgien: Luc Frank, der Bürgermeister der Stadt Kelmis, die im Gebiet des ehemaligen Zwergstaates liegt, ebenso wie zwei Mitglieder des Gemeinde- und Sozialbeirates. Und das, obwohl Belgiens Kronprinzessin am gleichen Tag ihren 18. Geburtstag feierte. „Dass Sie trotzdem gekommen sind, ist ein herausragendes Ereignis“, kommentiert Egyptien erfreut. Bürgermeister Luc Frank hielt eine Rede und nutzte diese, um auf die wirtschaftliche Bedeutung von Neutral-Moresnet aufmerksam zu machen.

Denn der Zwergstaat war bekannt für seinen Abbau von Zinkspat. Somit passt das hannoversche Neutral-Moresnet perfekt in seine neue Umgebung. Die bisher namenlose Grünverbindung befindet sich nämlich im sogenannten Geologieviertel, wo die Straßen Namen tragen wie Basalt-, Granit- oder Juraweg. Diese Verbindung stellte auch Bezirksbürgermeister Rainer Göbel in seiner Rede her. Er bezeichnete die Namensgebung zudem als „ein Bekenntnis zu Europa“. „So soll diese Grünverbindung für die Anwohner der umliegenden Straßen ein Ort der Freude sein“, verkündete Göbel.

Die Reden bekamen lauten Beifall von den Anwesenden, unter ihnen besagte Anwohner. Auch Egyptien sprach einige Worte, in denen er seine Begeisterung an der Benennung zum Ausdruck brachte. Diese kommt übrigens nicht von ungefähr: Er selber kommt aus Aachen, also der direkten Umgebung des historischen Staates. „Mir war die Geschichte schon als Kind bewusst“, erzählt er. „Als mir dann hier das Geologieviertel auffiel, dachte ich, man kann die Geschichte ja mal bekannt machen.“ Diese Verbreitung der Geschichte war ein gemeinsames Ziel der Redner: Luc Frank brachte als Gastgeschenke Bücher über Neutral-Moresnet mit. Zwei davon übergab Bezirksbürgermeister Göbel einer interessierten Bürgerin – mit einer Bitte: die Bücher zu lesen, den Inhalt zu verbreiten und die Geschichte somit weiterzugeben.

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