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Aus der Stadt Sportverein: „Mietpreis von Hanova ruiniert uns“
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Streit um Lagerhalle in Linden-Mitte: Sportverein: „Mietpreis von Hanova ruiniert uns“

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06:05 25.11.2019
Jörg Lohmann (links) und Simon Fröhlich von der SG Linden fürchten, dass sie aus der als Sporthalle genutzten Lagerhalle an der Fössestraße ausziehen müssen. Quelle: Juliane Kaune
Linden-Mitte

Ein junger Sportverein sieht sich in seiner Existenz bedroht: Die 2015 gegründete Sportgemeinschaft (SG) Linden, die in einer Altbauhalle auf dem Gelände eines neu entstandenen Gewerbehofs an der Fössestraße 77 trainiert, befürchtet, dass die Mitglieder dort bald ausziehen müssen. Der Grund: Der Verein, dem die städtische Baugesellschaft Hanova bisher ein Nutzungsrecht für die frühere Lagerhalle eingeräumt hatte, soll einen regulären Mietvertrag erhalten. „Die von Hanova veranschlagte Miete würde uns ruinieren“, sagt Jörg Lohmann, Vizevorsitzender der SG. Nach seinen Worten soll der Preis doppelt so hoch sein wie in früheren Gesprächen mit Hanova in Aussicht gestellt.

Nutzungsvertrag über vier Jahre

Vor vier Jahren hatte die SG die unrenovierten Räume entdeckt. Seitdem nutzen die Mitglieder die zurzeit gut 350 Quadratmeter große Halle unentgeltlich. Sie zahlen nur die Nebenkosten von rund 295 Euro monatlich. „Die Situation war ideal für uns“, sagt Lohmann. Der Verein habe eine kostengünstige Anlaufstelle gehabt, um seine Angebote aufzubauen. Heute ist die SG auf rund 130 Mitglieder angewachsen, ein Schwerpunkt liegt auf Krafttraining und Kampfsport für jedes Alter. Hinzu kommen integrative Kurse in Kooperation mit der Drogenhilfe Step sowie Angebote für Alleinerziehende und Flüchtlinge.

Dass der Verein nun einen regulären Mietvertrag mit Hanova abschließen soll, sei Konsens gewesen, sagt Lohmann. Einigkeit habe auch darüber bestanden, dass die Sanitärräume saniert und erweitert werden müssen. Bisher gibt es nur eine alte Toilette mit Waschbecken. Nach Vorstellungen der SG sollten weitere Toiletten, Duschen und neue Umkleiden hinzukommen, die man in Eigenarbeit einbauen wollte. In den Vermietungsgesprächen sei von Hanova stets ein Mietpreis von 3 bis 3,50 Euro pro Quadratmeter in Aussicht gestellt worden, erklärt Lohmann.

„Miete doppelt so hoch wie angekündigt“

„Leider haben wir uns das nicht schriftlich geben lassen, das war ein großer Fehler“, räumt er ein. Denn in dem nun gültigen schriftlichen Angebot für eine Nutzfläche von aktuell rund 283 Quadratmetern, das der HAZ vorliegt, gibt Hanova einen Quadratmeterpreis von 6 Euro an, inklusive Toilettensanierung. Kommen weitere WCs und Duschen hinzu, sollen 6,50 Euro fällig werden. Die Nebenkosten liegen laut Vertragsentwurf bei 2,50 Euro pro Quadratmeter, was einem Monatsbetrag von 707 Euro entspricht. Bei einer Kaltmiete von 6 Euro müsste die SG samt aller Nebenkosten und der von Hanova veranschlagten Mehrwertsteuer von 19 Prozent insgesamt gut 2880 Euro zahlen – rund 1400 Euro mehr, als der Verein kalkuliert hatte.

„Wir waren wie vor den Kopf gestoßen, das können wir uns nicht mehr leisten“, sagt Rafael Wilke, Kassenwart der SG. Es gebe keine Spielräume, um die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen. Hinzu komme, dass Hanova keineswegs in solchem Umfang in die bis dato unsanierte Halle investiere, dass der Mietpreis gerechtfertigt sei. „Es ist auch nicht zu verstehen, warum Umbaukosten für den Brandschutz und die Abtrennung eines Teils der Halle für einen anderen Nutzer auf unsere Miete umgelegt werden.“ Da der Verein gemeinnützig sei, dürfe die Mehrwertsteuer mit maximal 7 Prozent angesetzt werden. Schließlich sei das Angebot der SG, die Sanitäranlagen selbst zu finanzieren, in den Mietpreis nicht eingerechnet worden.

„Angebot liegt unter dem Marktpreis“

Sieglinde Lohrey-Harré, Prokuristin bei Hanova, lässt die Vorwürfe nicht gelten. „Der Verein hat die Räume vier Jahre mietfrei genutzt“, betont sie. Dies könne kein Dauerzustand sein. „Als GmbH dürfen wir niemanden subventionieren.“ Mündliche Zusagen für die von der SG genannten Miettarife habe es nie gegeben. „Das nun vorgelegte Angebot liegt noch unter dem Marktpreis“, erklärt die Prokuristin. Falls der Verein auf eigene Kosten in die Sanitäranlagen investiere, könne der Quadratmeterpreis auf 5,90 Euro gesenkt werden. Der Großteil der Baukosten aber seien Brandschutzarbeiten. Sie seien rechtlich verpflichtend und müssten durch Fachfirmen ausgeführt werden. Diese Kosten dürften sehr wohl an die Mieter weitergegeben werden.

„Wir werden uns rechtlichen Beistand holen“, kündigt Lohmann an. Auch im Bezirksrat und im Sportausschuss der Stadt haben die SG-Mitglieder ihr Problem bereits vorgetragen. Der Verein befürchtet, dass er in das Gesamtkonzept eines modernen Gewerbeparks, der an der Fössestraße entstanden ist, nicht mehr hineinpasst und von Hanova als Mieter nicht mehr gewünscht ist. Lohrey-Harré bestreitet das: „Selbstverständlich haben wir großes Interesse daran, dass der Mieter auf dem Hof verbleibt.“

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Von Juliane Kaune

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