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Aus der Stadt Stromsparcheck vereint Sozialpolitik und Klimaschutz
Hannover Aus der Stadt Stromsparcheck vereint Sozialpolitik und Klimaschutz
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17:17 06.03.2019
Burkhard Teuber von der AWO, der Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch, Regionspräsident Hauke Jagau und Udo Sahling von der Klimaschutzagentur präsentieren einen symbolischen Stromsparscheck. Quelle: Samantha Franson
Hannover

„Die Energiewende kann nur gelingen, wenn man das Soziale mitdenkt“, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch. Auf diese Idee sind Arbeiterwohlfahrt (AWO), die Region Hannover und deren Klimaschutzagentur schon vor zehn Jahren gekommen. Damals riefen sie auf Vermittlung von Miersch das regionale Projekt „Stromsparcheck“ ins Leben. Es hilft Haushalten mit geringem Einkommen. „Wer wenig Geld zur Verfügung hat, für den sind auch kleine Einsparungen bei den Stromkosten schon spürbar“, sagt Burkhard Teuber, Geschäftsführer der AWO Region Hannover.

Die Landeshauptstadt und ihr Umland sind einer von bundeweit 150 Standorten für den Stromsparcheck – „und einer der erfolgreichsten“, wie Teuber erklärt. Wer teilnehmen will, kann sich an die AWO wenden oder wird über Jobcenter und Sozialämter dorthin vermittelt. Die Hilfsorganisation schickt dann einen ihrer zwölf Berater ins Haus, bei denen es sich um speziell geschulte Langzeitarbeitslose handelt, die insgesamt zehn verschiedene Sprachen sprechen. Sie geben Einspartipps und bringen Hilfsmittel wie LED-Beleuchtung oder schaltbare Steckdosenleisten gleich mit. Wer einen alten, stromfressenden Kühlschrank gegen ein modernes Exemplar austauscht, erhält dafür Zuschüsse.

In den zehn Jahren haben laut Bilanz in der Region mehr als 7600 Haushalte Besuch von den Stromberatern erhalten. Dadurch sind 8500 Tonnen Kohlendioxid eingespart worden und damit eine Menge, für die umgerechnet 768 Deutsche im Jahr verantwortlich sind. Im bundesweiten Mittel spart ein durchgecheckter Haushalt hinterher 150 Euro Stomkosten im Jahr. Durch die sozialen Komponenten wie etwa den Einsatz der Langzeitarbeitslosen können zusätzlich Kommunen und der Bund Kosten senken.

250.000 Euro lassen sich die Beteiligten das Projekt im Jahr kosten. 70.000 Euro davon kommen von der Region, auch der Bund leistet einen Beitrag. Nach Angaben von Regionspräsident Hauke Jagau ist die Finanzierung bis zum Jahr 2020 gesichert. „Wir dürfen in diesem Bereich nicht streichen, sondern sollten derartige Angebote in Zukunft bundesweit massiv ausweiten“, sagt Miersch. Jagau bezeichnete Klimaschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an der auch Menschen in sozialen Notlagen die Möglichkeit zur Teilhabe geboten werden müsse.

Von Bernd Haase

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