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Aus der Stadt Baum stürzt in der Eilenriede vor Auto – Fahrerin hat „Schutzengel“
Hannover Aus der Stadt

Sturm in Hannover: Baum stürzt in der Eilenriede vor Auto

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18:59 30.09.2019
Der Baum stürzte auf die Fritz-Behrens-Allee vor das Auto von Katia Wildfang. Quelle: Katia Wildfang/Katrin Kutter
Hannover

Katia Wildfang kann noch immer nicht ganz fassen, was ihr auf dem Weg zur Arbeit am Morgen passierte. Auf der Fritz-Behrens-Allee in der Eilenriede, in Höhe des Zoos, warf Sturmtief Mortimer direkt vor ihrem Auto eine Rotbuche quer über die Fahrbahn. Obwohl sogar einige Äste auf ihrem Golf 7 landeten, blieben Fahrerin und Fahrzeug unversehrt. „Ich hatte einen Schutzengel“, sagte die 48-Jährige der HAZ.

Die Verwaltungsangestellte hatte sich um kurz vor sieben von ihrer Wohnung in Groß-Buchholz aus auf den Weg zu ihrem Arbeitsplatz im Niedersächsischen Landtag am Hannah-Arendt-Platz gemacht. „Wegen des Sturms hatte ich mir sogar überlegt, zu Hause zu bleiben“, erzählt Wildfang, ihr Arbeitgeber ermögliche auch Heimarbeit. Sie habe sich dann aber doch entschieden, ins Büro zu fahren.

Fahrerin steht unter Schock

In der Eilenriede seien zunächst nur Blätter über die Straße geweht. Es sei noch düster gewesen, und sie sei wegen des Sturms besonders vorsichtig und langsam gefahren. Kurz vor dem Zooparkhaus habe sie plötzlich ein starkes Knacken vernommen, gefolgt von einem prasselnden Geräusch. Dann bemerkte sie den Baumstamm, der direkt vor ihrer Windschutzscheibe den Weg versperrte, sie konnte gerade noch rechtzeitig bremsen. Als sie ausstieg, sah Wildfang auch hinter dem Auto einen großen Ast liegen. Die vom Wind umgeworfene Rotbuche hatte noch drei weitere Bäume mit umgerissen, wie ein Stadtsprecher später auf Anfrage sagte.

Wie durch ein Wunder hatte das Holz auf dem Autodach, auf dem einige kleinere Äste landeten, aber nicht einmal sichtbare Spuren hinterlassen. „Ich war erleichtert, stand aber auch unter Schock“, erzählt die Groß-Buchholzerin. Sie habe gezittert, und ihr sei schlecht geworden.

Katia Wildfang nach den Aufräumarbeiten an der Unfallstelle. Quelle: Katrin Kutter

Der Fahrer des ihr folgenden Autos sei umgekehrt, ohne sich nach ihrem Befinden zu erkundigen, bedauert die 48-Jährige. Umso dankbarer sei sie gewesen, dass eine andere Autofahrerin anhielt und sie tröstend in den Arm nahm. Diese habe mit ihr abgewartet, bis nach etwa einer Viertelstunde die Polizei gekommen sei. „Es hatte minutenlang gedauert, bis beim Notruf überhaupt jemand ran ging“, berichtet Wildfang. „Die waren überlastet.“

Polizei leitet Verkehr stundenlang um

Eine Polizeisprecherin bestätigte den Vorfall in der Eilenriede. Während der Aufräumarbeiten habe die Polizei den Verkehr bis etwa halb zehn von der Fritz-Behrens-Allee abgeleitet. Stadtsprecher Dennis Dix sagte der HAZ, es sei in der Eilenriede noch zu weiteren Astbrüchen gekommen. Die Stadt Hannover sperrte wegen des Sturms vorsorglich Parkanlagen und Friedhöfe. Wer die Eilenriede betrete, tue dies auf eigene Gefahr, sagte der Stadtsprecher.

Unterdessen konnte Katia Wildfang ihren Golf nach einiger Zeit mit Mühe zurücksetzen und nach Hause fahren. „Die modernen Fahrassistenzsysteme machen einem das bei Hindernissen schwer, das Auto bremst dann automatisch einfach ab“, berichtet sie. Die umgefallene Rotbuche, fiel ihr noch auf, war nicht etwa morsch oder hohl, sondern wirkte völlig gesund. Auch wenn alles gut gegangen sei, habe sie vor stürmischem Wetter jetzt noch mehr Respekt als zuvor, sagt die Landtagsmitarbeiterin: „Ich überlege, morgen mit der Straßenbahn zur Arbeit zu fahren.“

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