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Aus der Stadt Veloroute nach Bothfeld: An diesen Stellen muss die Stadt nachbessern
Hannover Aus der Stadt

Testfahrt mit OB Onay: An diesen Stellen muss Hannover die Veloroute nach Bothfeld nachbessern

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14:47 03.09.2020
Oberbürgermeister Belit Onay (Mitte) fährt zusammen mit Rad- und Bauexperten sowie Eltern die geplante Veloroute Richtung Bothfeld ab.
Oberbürgermeister Belit Onay (Mitte) fährt zusammen mit Rad- und Bauexperten sowie Eltern die geplante Veloroute Richtung Bothfeld ab. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Mehr Raum für Radfahrer will Hannovers Verwaltung schaffen und hat insgesamt zwölf Velorouten abgesteckt, auf denen Fahrradfahrer schnell und sicher vom Stadtrand in die City gelangen. Da der Straßenraum vor allem in der Innenstadt begrenzt ist, bedeutet das, den Platz für andere Verkehrsteilnehmer, vor allem Autofahrer, einzuschränken.

Wo genau es zu eng und zu gefährlich für Radler wird, davon hat sich Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) am Montag ein Bild gemacht. Er ist zusammen mit Radexperten vom ADFC, Eltern und städtischen Baufachleuten die erste Veloroute abgefahren, die die Stadt Ende 2021 ausbauen will. Die Strecke führt vom Hauptbahnhof durch die List in die Eilenriede bis nach Bothfeld. Zum Frühjahr 2022 soll die Route befahrbar sein. Der Ausbau kostet voraussichtlich mehr als eine Million Euro. Die Radwege auf der Route sollen eine Breite von 2,50 Meter aufweisen, wenn auf ihnen in eine Richtung gefahren wird. Auf Zwei-Richtungs-Radwegen gilt eine Breite von drei Metern.

An den folgenden sechs Stellen muss die Stadtverwaltung nachbessern:

Hier wird es eng und gefährlich für Radler

Unterführung Fernroderstraße neben dem Hauptbahnhof: Johanna Gefäller, Mutter von drei Kindern, meint: „Ich würde meine Tochter niemals allein durch den Tunnel fahren lassen.“ Tatsächlich ist der Streifen für Radler nur 1,25 Meter breit. Autos brausen mit großem Getöse dicht an den Fahrradfahrern vorbei. Lösung: Die Stadt überlegt, die Unterführung für Autos zu sperren.

Die Unterführung Fernroder Straße ist für Radler schwierig. Autos verbreiten Lärm, der Radstreifen ist schmal. Quelle: Tim Schaarschmidt

Spielstraße Volgersweg nach dem Fuß- und Radfahrertunnel: Eigentlich dürften Radfahrer auf der Spielstraße nur 6 Kilometer pro Stunde fahren. Zudem parken in der Geschäftsstraße etliche Autos. Lösung: Die Stadt erwägt, Lieferzonen einzurichten und die Straße nicht mehr als Spielstraße, sondern als Fahrradstraße auszuweisen.

Auf der Spielstraße Volgersweg dürften Radler eigentlich nur 6 Kilometer pro Stunde fahren. Quelle: Tim Schaarschmidt

Kreuzung Volgersweg/Bödekerstraße/Lärchenstraße: Die Kreuzung ist unübersichtlich. Es fehlt jegliche Hilfe, die stark befahrene Bödekerstraße zu überqueren. „Für Kinder ist das sehr schwierig“, sagt Stephan Barlag, Vater von zwei Kindern. Zum anderen ist die Lärchenstraße (Verlängerung des Volgerswegs) sehr schmal und hat ein huckeliges Kopfsteinpflaster. Lösung: Die Stadt erwägt, die Kreuzung baulich zu verändern und eine Ampel oder eine Mittelinsel zu installieren. Die Lärchenstraße soll ein anderes Pflaster bekommen. Eine Seite der Lärchenstraße wird für parkende Autos gesperrt.

Die Veloroute führt über die Bödekerstraße. Die Kreuzung ist unübersichtlich, die Straße stark befahren. Quelle: Tim Schaarschmidt

Eilenriede entlang der Hohenzollernstraße: Hier beginnt der schönste Teil der Strecke Richtung Bothfeld. Er führt durch die Eilenriede parallel zur Hohenzollernstraße. Aber der asphaltierte Weg entspricht nicht den Velorouten-Maßen. Abends und in den Wintermonaten ist die Strecke düster. Lösung: Die Stadt will den Weg dort, wo kein Baum gefällt werden muss, verbreitern. Der ADFC fordert ein Beleuchtungskonzept.

Der Fuß- und Radweg am Lister Turm ist schmal. Quelle: Tim Schaarschmidt

Walderseestraße/Lister Turm: Fuß- und Radweg sind sehr schmal. Parkende Autos verengen den Raum. Lösung: Die Stadt empfiehlt, die Schräg- in Längsparkplätze zu verwandeln, um Platz zu gewinnen und den Raum für Radfahrer und Fußgänger besser zu ordnen.

Kreuzung Walderseestraße/Hermann-Bahlsen-Allee: Die Route führt über die viel befahrene Hermann-Bahlsen-Allee und weiter Richtung Spannhagengarten. Wie Radfahrer weiterfahren sollen, bleibt aber unklar. Lösung: Die Stadt arbeitet an einer klaren Streckenführung mit möglichst wenig Straßenüberquerungen.

Neue Wege für mehr Lebensqualität

Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, werden wir auch in Hannover und Region voraussichtlich auf Verbrennungsmotoren weitestgehend verzichten müssen. Wie bewegen wir uns künftig? Was können wir von anderen lernen? Genau das probieren wir nun aus. Die Initiatoren und Schirmherren von „Hannover bewegt sich“ sind Belit Onay, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, und Hauke Jagau, Regionspräsident der Region Hannover – in Kooperation mit den Madsack Medien Hannover. Partner sind unter anderem Enercity, GVH, Regiobus, Üstra, VW und Audi Automobile Hannover. Informationen rund um die Verkehrswende finden sich auf www.hannover-bewegt-sich.de.

Von Andreas Schinkel