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Aus der Stadt „Jesus, hol’ uns auf die Bühne“
Hannover Aus der Stadt „Jesus, hol’ uns auf die Bühne“
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00:16 09.09.2018
Auf der Suche nach „crazy people“: Jared Leto in Hannover. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Es ist ziemlich leer auf der Bühne der Tui-Arena. Zwei Männer, ein Schlagzeug, das ist das sichtbare Aufgebot des Abends, auf den achteinhalbtausend Menschen lange gewartet haben. Thirty Seconds to Mars, die Alternative-Rockband aus den USA, ist mittlerweile auf Duogröße geschrumpft. Der Gitarrist ist während der laufenden Tournee aus persönlichen Gründen ausgestiegen. Gastmusiker spielen im Dunklen mit.

Vielen im Publikum ist es eh egal, wie voll es da vorne ist, Hauptsache, Jared Leto ist da, Sänger, Schauspieler und, ja, Oscar-Preisträger. Das soll eine Erwähnung wert sein, ausgezeichnete Hollywoodstars tauchen schließlich nicht alle Tage in Hannover auf. Und Leto, der mit dieser Gewichtung seiner Prominenz hadert und lieber als schauspielernder Sänger wahrgenommen werden möchte, hängt sich rein. Er rennt, kreiselt oder gibt mit Umhang und ausgebreiteten Armen den coolen Messias mit Mähne, Rauschbart und Sonnenbrille. „Jesus, please take us on stage“ steht auf einem Plakat.

Das könnte an den späten Jim Morrison erinnern – zumal Letos Bruder Shannon wild auf sein Drumset eindrischt. Aber das Ohr begreift keinen Rock, wenn das Auge keine Gitarren sieht. Der Sound ist mit all seinen Keyboardflächen aus dem Off ohnehin eher Pathospop. Und dann schweben irgendwann auch noch große, bunte Luftballons im Publikum, und plötzlich helenefischert es gewaltig in der Halle. Die Letos werden auch neue Songs vom Album „America“ spielen, doch von Beginn an gibt’s erstmal Bewährtes wie „Up in the Air“ oder das wuchtige „This is War“, dessen schlachtrufartigen Titel er zuvor mit den Fans im Chor skandiert. Jedes Lied kann eine Hymne sein, kaum eine Band demonstriert das so konsequent wie diese.

Thirty Seconds to Mars spielen vor 8500 Fans in der Tui-Arena in Hannover.

Fest steht: Leto, bestens bei Stimme, nimmt trotz fehlender Großbildleinwände das Publikum mit. Unablässig fordert er Beteiligung ein. Klatschen, Singen, Hinsetzen, Aufstehen, Hüpfen. Und nicht nur das: Irgendwann holt Jesus seine Jünger auf die Bühne, wählt, mit Vorliebe für „the craziest people“ selbst aus und verschafft jungen, smartphonebewaffneten Leuten unverhofftes Futter für ihre Instagram-Accounts. Eventrealität 2018: Hier geht es nicht ums Erleben, sondern ums Beweisen. Hoffentlich hält der Akku. Zur Sicherheit laufen Letos eigene Kameramänner auf der Bühne herum und filmen ihn unter anderem eine schwarzrotgoldene Fahne schwingend.

Die Handybilder, ob von vorn oder hinten, zeigen einen Entertainer im harten, blauen oder roten Licht, der so nahbar wie unnahbar sein möchte. Er taucht zwischendurch sogar in die Menge ab, aber bleibt inmitten seiner Fans hinter seiner Sonnenbrille versteckt. Der Unterstützung der Achteinhalbtausend im Saal kann er sich ohnehin sicher sein. Und irgendwann, nachdem auch „The Kill“ mit den Fans zelebriert ist und nochmal fast 200 Fans auf die Bühne dürfen, entlässt der Zeremonienmeister im Konfettiregen nach gut anderthalb Stunden sein Volk in die Nacht.

Von Uwe Janssen

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