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Aus der Stadt 112 Storchen-Junge aufgezogen
Hannover Aus der Stadt 112 Storchen-Junge aufgezogen
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14:51 23.07.2018
Zwei Jungstörche Ende Juni in ihrem Nest in der Döhrener Masch. Quelle: Stephan Wörpel Ramos
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Hannover

Trotz der Trockenheit war 2018 in Hannover und im Umland ein gutes Storchenjahr. Diese Bilanz hat der Storchenbeauftragte der Region, Reinhard Löhmer, am Montag in Hannover gezogen. Mit 61 Brutpaaren – zwei mehr als im vergangenen Jahr – wurde die bei der ersten landesweiten Erfassung im Jahr 1934 ermittelte Zahl von 55 Nestern deutlich überschritten. Auch der Bruterfolg könne sich sehen lassen, meint Löhmer. Insgesamt wurden 112 Junge aufgezogen, zehn mehr als im vergangenen Jahr.

„Das Jahr 2018 ist damit vom Brutergebnis , vor allem aber bei der Zahl der Paare und der Reproduktion doch noch ein gutes Storchenjahr geworden“, betonte Löhmer. Das für den Bruterfolg des Weißstorchs extrem wichtige Nahrungsangebot war nach Löhmers Angaben „kritisch einzuschätzen“. Lediglich die schon im April geschlüpften Jungen konnten noch hinreichend mit Regenwürmern versorgt werden. Danach folgte die Trockenheit und dadurch konnte die Störche deutlich weniger Regenwürmer sammeln. Die Engpässe in der Ernährung konnten dem Bericht des Storchenbeauftragten zufolge im Mai und Juni durch größere Insekten wie Heuschrecken oder Käfer nur bedingt ausgeglichen werden. Zudem gab es nur wenig Feldmäuse.

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Das schlechte Nahrungsangebot hat sich im Brutergebnis niedergeschlagen: Neun Paare hatten nur ein Junges, 16 Paare nur zwei. Bei diesen Paaren kann man davon ausgehen, dass mehr Junge geschlüpft waren. Löhmer vermutet, dass pro Storchenpaar bis zu drei Junge die Unterernährung nicht überlebt haben. Zwölf Brutpaare sind ohne Nachwuchs geblieben.

Acht Dreier- und vier Vierer-Bruten sorgten für eine bessere Statistik, sagte Löhmer. Völlig überraschend sei es gewesen, dass in Laatzen-Grasdorf und Wunstorf-Luthe sogar fünf Junge ausgeflogen seien. Er vermutet, dass die Brutpaare nahe der Leine dort vom niederschlagsreichen Winter und den Überschwemmungen profitiert haben.

Wegen des milden Winters waren in diesem Jahr die ersten Störche schon Anfang Februar zurückgekommen. Ende März saßen bereits die ersten Paare auf den Gelegen, die Nachzügler hatten erst Ende April mit der Brut begonnen. Inzwischen ist die Mehrzahl der Jungstörche ausgeflogen.

Von Mathias Klein