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Aus der Stadt Panzerdivision verlässt Hannover noch dieses Jahr
Hannover Aus der Stadt Panzerdivision verlässt Hannover noch dieses Jahr
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00:31 01.11.2015
Von Tobias Morchner
Die 1. Panzerdivision in der Kurt-Schumacher-Kaserne. Quelle: Felix Schledding
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Hannover

Mit der höchsten Form der militärischen Ehrenbezeugung endet die fast 60-jährige gemeinsame Geschichte der Stadt Hannover und der größten Division des Heeres. Seit 1956 befand sich der Stab des Truppenverbandes in Hannover. Im Zuge der Bundeswehrreform war beschlossen worden, den Sitz der 1. Panzerdivision von Hannover nach Oldenburg zu verlagern. Von dem Umzug sind insgesamt rund 350 Soldaten und ihre Familien betroffen.

Die Verlegung der Führungsetage des Verbandes, der unter dem Kommando von Generalmajor Johann Langenegger steht, ist derzeit in vollem Gang. Mitte Dezember soll er abgeschlossen sein. Rund 200 der insgesamt rund 350 betroffenen Soldaten der 1. Panzerdivision befinden sich zum jetzigen Zeitpunkt noch in Hannover. „Von ihnen werden aber nicht alle mit nach Oldenburg gehen“, sagt Oberstleutnant Stephan Wessel. Bei den Planungen im Zuge der Verlegung der Division sei so gut es ging auf die Wünsche der Betroffenen eingegangen worden. Wer aus familiären oder anderen triftigen Gründen seinen Wohnort nicht wechseln wollte, dem sei in Hannover eine andere Aufgabe zugeteilt worden. Die so frei gewordenen Stellen in Oldenburg seien anderweitig besetzt worden. Dazu kommt, dass viele Soldaten der 1. Panzerdivision mit ihren Familien in Hannover wohnen bleiben und zu ihrem künftigen Arbeitsplatz pendeln werden.

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Unklar ist, was mit den durch den Umzug frei gewordenen Räumlichkeiten in den Gebäuden an der Hans-Böckler-Allee und in der Scharnhorst-Kaserne geschehen wird. „Es gibt Pläne für eine Nachnutzung, die sind derzeit aber noch nicht spruchreif“, sagt Oberstleutnant Wessel.

In den vergangenen Jahren war die Stadtgesellschaft einmal im Jahr der Einladung der 1. Panzerdivision in den Stadtpark gefolgt. Spitzen aus Politik, Kultur und Wirtschaft kamen mit den Kommandeuren des Verbandes zum jährlichen Sommerbiwak zusammen. Die Veranstaltung wurde regelmäßig von Protesten von Bundeswehrgegnern und Friedensaktivisten begleitet. Die Polizei hatte den Demonstranten im Laufe der Zeit immer höhere Auflagen gemacht, sodass die Proteste in den vergangenen zwei Jahren deutlich abgeebbt waren.

Auch der zweite öffentliche Auftritt pro Jahr, das Adventskonzert des Heeresmusikkorps der 1. Panzerdivision, hatte immer wieder den Unmut einiger Friedensaktivisten auf sich gezogen. Nachdem eine Gruppe Linksautonomer im November 2007 die Darbietung mit Zwischenrufen und dem Ausrollen eines Transparentes gestört hatte, sagte die Marktkirche die Veranstaltung für das folgende Jahr ab. Die Bundeswehr hatte auf schärfere Sicherheitsmaßnahmen und Einlasskontrollen bestanden. Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann hatte dies damals strikt abgelehnt. Von da an trat das Heeresmusikkorps in der Adventszeit in der Neustädter Hof- und Stadtkirche auf.

Das ist „Die Erste“

Die 1. Panzerdivision (in Bundeswehrkreisen oft nur „Die Erste“ genannt) ist mit ihren rund 19 000 Soldaten der größte Truppenverband des deutschen Heeres. Im kommenden Jahr wird die Division unter dem Kommando von Generalmajor Johann Langenegger die Leitdivision für sämtliche Auslandseinsätze der Bundeswehr. Künftig werden von Oldenburg aus diese Einsätze koordiniert. Die 1. Panzerdivision ist 2016 unter anderem in Afghanistan, im Kosovo, im Nordirak und in Mali eingesetzt. Während eines Auslandseinsatzes der 1. Panzerdivision im Jahr 2011 war bei einem Anschlag im Norden Afghanistans der aus Hannover stammende General Markus Kneip verletzt worden. Sieben Menschen verloren bei dem Attentat ihr Leben.

Zudem unterstützt der Verband die Hilfsorganisationen bei der Versorgung der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge. 1155 Asylbewerber sind zurzeit in Liegenschaften der 1. Panzerdivision untergebracht, unter anderem in Neustadt am Rübenberge.

tm

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