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Aus der Stadt 100 Fledermäuse in der Wohnung
Hannover Aus der Stadt 100 Fledermäuse in der Wohnung
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07:28 28.08.2012
Die 51-jährige Wohnungseigentümerin hat Besuch von bis zu 100 Nacht­seglern bekommen. Quelle: Dimitrios Anastassakis
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Hannover

Sie kommen nahezu lautlos in die Zimmer und finden dann nicht mehr hinaus. Mehrfach ist es in Hannover in den vergangenen Nächten zu regelrechten Invasionen von Fledermäusen gekommen. Eine Wohnungseigentümerin in Nachbarschaft des Mittellandkanals traf es besonders heftig. Bei ihr haben sich Schätzungen zufolge bis zu 100 Nacht­segler eingenistet. Selbst ein Tierrettungseinsatz der Feuerwehr konnte nicht vollständig Abhilfe schaffen. Noch immer befinden sich zwei Tiere in der Wohnung. Möglicherweise bleibt die Frau sogar auf den Kosten des Einsatzes sitzen.

Wenn sie fliegen, sind Fledermäuse durchaus possierliche Tiere. Ihre Hinterlassenschaften aber sind weniger schön. „Der Gestank von Kot und Urin war unerträglich“, sagt die 51-jährige Wohnungseigentümerin. Bitter: Sie hatte die Immobilie gerade erst renoviert und wollte sie vermieten. Jetzt ist eine Komplettreinigung nötig.

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Etwa einmal pro Woche wird die Tierrettung der Feuerwehr derzeit zu Fledermauseinsätzen gerufen. Gerade der Spätsommer ist Hochsaison für das Auftauchen der flinken Säugetiere in Wohnungen, verrät Renate Keil, Fledermaus-Expertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Sie mahnt zum vorsichtigen Umgang mit den Tieren: „Fledermäuse sind ungefährlich, aber sie stehen unter Naturschutz.“

Besonders in Stadtteilen rund um die Eilenriede, die Leinemasch und den Mittellandkanal, wo die Insektenfresser jagen, sind vermehrt junge Zwergfledermäuse unterwegs. Nach dem kalten Winter hätten viele Fledermausmütter nicht genug Milch produziert, sodass die jungen Tiere nun eigenständig auf Nahrungssuche gingen. Dem unsicheren Nachwuchs genüge ein winziger Spalt – wie etwa ein gekipptes Fenster – um in eine Wohnung zu gelangen. Sitzt eine Fledermaus fest, ruft sie andere, meist nicht zu hören für den Menschen. Und dann ist schnell das Dutzend voll im Zimmer – oder mehr.

„Die Fledermäuse steckten zwischen Bettgestell und Matratze, in Jackentaschen, einfach überall“, sagt die Wohnungseigentümerin. Wahrscheinlich haben die Tiere bei ihr über mehrere Tage hinweg Nachfolger angelockt. „Niemand war in der Wohnung, so konnten immer mehr Fledermäuse unbemerkt eindringen“, sagt Christoph Bahlmann von der Feuerwehr.

Wer den Feuerwehreinsatz bezahlt, bleibt abzuwarten. Für Tiere unter Artenschutz ist die Naturschutzbehörde der Region Hannover zuständig, die sich dazu gestern nicht äußern wollte. Auch die Feuerwehr muss den Fall zunächst prüfen. Zu klären sei, ob es sich um eine Gefahrenbeseitigung im privaten oder öffentlichen Interesse handele. Letzteres sei kostenlos, sagt Bahlmann. Grundsätzlich seien solche Einsätze aber kostenpflichtig für den Anwohner.

Wer ein ähnliches Problem hat, erreicht Renate Klein unter der Fledermaus-Notrufnummer des BUND: (01 57) 37 11 61 36. Die Tierrettung ist unter 112 zu erreichen.

Felix Klabe

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