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Aus der Stadt 100 Rechte feiern „Tag der Patrioten“
Hannover Aus der Stadt 100 Rechte feiern „Tag der Patrioten“
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18:15 17.06.2018
Rund 100 Personen kamen am Sonntag zum „Tag der Patrioten“ auf den Platz der Weltausstellung.
Rund 100 Personen kamen am Sonntag zum „Tag der Patrioten“ auf den Platz der Weltausstellung. Quelle: Meier
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Hannover

Auf dem Platz der Weltausstellung haben am Sonntagnachmittag rund 100 Rechte ihren „Tag der Patrioten“ gefeiert. Anlass ist der DDR-Volksaufstand heute vor 65 Jahren. Organisiert wurde der Protest in Hannover von Hagida, die Veranstaltung fand ab 14 Uhr parallel auch in weiteren deutschen Städten statt. Die Kundgebung wurde von lauten Protesten aus der linken Szene und von der Satirepartei Die Partei begleitet. Auch die Gegendemonstranten waren mit etwa 100 Personen vor Ort. Als der Patriotenmarsch durch die Innenstadt zog, gab es auf beiden Seiten kleinere Auseinandersetzungen mit der Polizei.

„Wir haben genug Multikulti im eigenen Land, wir brauchen keine Moslems“, sagte Sybill Constance de Buer während ihrer Rede auf dem Platz der Weltausstellung. Die Transgender-Person aus Bremen engagiert sich in der Bewegung „Kandel ist überall“ und organisiert den Bremer Frauenmarsch. „Es kommt der Tag, an dem hier die Scharia gilt und wir schwarze Burkas tragen“, sagte Sabine Ehrke von der AfD Ronnenberg-Gehrden. Die DFB-Elf, die am Sonntagnachmittag ihr erstes WM-Spiel gegen Mexiko bestritt, bezeichneten die Patrioten als „Migrationsmannschaft“.

Die Polizei musste beim Protestmarsch mehrfach einschreiten und kleinere Scharmützel auf beiden Seiten unterbinden. Quelle: Meier

Die Gegendemonstranten begleiteten die Kundgebung mit lauten Zwischenrufen, außerdem hatte Die Partei eine symbolische Mauer auf dem Platz der Weltausstellung errichtet. „Wir bringen die Mauer nur aus den Köpfen auf die Straße zurück“, sagte Catharina Gutwerk, Vorstand AgitProp und mauerbaupolitische Sprecherin der Partei. Begleitet wurde die Aktion von „Wir sind die Mauer, das Volk muss weg“-Rufen.

Auf dem Platz der Weltausstellung wehten am Sonntag viele Deutschlandflaggen – und das nicht wegen des WM-Spiels Deutschland gegen Mexiko.

Als die Patrioten nach ihren Reden durch die Innenstadt marschierten, wurden sie von zahlreichen Gegendemonstranten begleitet. Die Polizei musste mehrfach einschreiten, damit es nicht zu Auseinandersetzungen kam. Auf beiden Seiten gab es Festnahmen. Unter anderem ein Marschteilnehmer soll offenbar versucht haben, Gegendemonstranten mit einem Kamerastativ zu attackieren. Gegen 15.45 Uhr endete der „Tag der Patrioten“ wieder auf dem Platz der Weltausstellung mit dem Abspielen aller drei Strophen der deutschen Nationalhymne.

Von Peer Hellerling