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Aus der Stadt 100.000 Besucher bei der Fête de la Musique
Hannover Aus der Stadt 100.000 Besucher bei der Fête de la Musique
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14:26 22.06.2012
Von Heike Schmidt
Rund 100.000 Besucher besuchten die Fête de la Musique. Quelle: Von Ditfurth
Hannover

Mal rockig und impulsiv, dann wieder schwungvoll und verspielt oder in zarten Tönen – wie Hannover klingt, lässt sich in vielen Worten beschreiben. Erleben ließ sich das musikalisch-bunte Potpourri gestern bei der fünften Fête de la Musique, die die gesamte Innenstadt in eine Konzertbühne verwandelte. 220 Bands und mehr als 1500 Musiker tobten sich an 38 Spielorten in den unterschiedlichen Musikstilen aus und sorgten für Stimmung auf Plätzen und Straßen.

Rund 100.000 Festbesucher rockten mit bekannten lokalen Bands wie Me and Cassity vor der Oper, lauschten jungen Talenten am Schillerdenkmal oder ließen sich von den Diskjockeys am Hohen Ufer in Feierlaune bringen. „Es ist wieder eine bunte, vielfältige Fête. Wir sind sehr zufrieden“, sagte Ralf Sonnenberg von der Stadt. Normalerweise leert sich die Innenstadt gegen 20 Uhr, am Donnerstag jedoch füllten sich die Straßen um diese Uhrzeit erst richtig. Viele Besucher waren auch aus dem Umland angereist. Die Stimmung sei „entspannter als in den Vorjahren“, fand Sonnenberg.

Auch wenn der lokale Charakter im Vordergrund steht, so ist die Fête de la Musique eigentlich eine viel größere Veranstaltung: In mehr als hundert Städten auf der ganzen Welt klang gestern Musik durch die Straßen. Der Zeitpunkt kommt nicht von ungefähr: Der 21. Juni ist von den Vereinten Nationen zum Welttag der Musik erkoren worden.

Rock im Herzen

Viel Zuspruch erntet die Rockmobil-Band des Jugendzentrums Mühlenberg auf der Bühne am Kröpcke. Wegen der Baustelle im Herzen Hannovers war diese auf Höhe des Schuhhauses Gisy aufgebaut worden. Dennoch gibt es hier eine Menge „Laufkundschaft“ – sei es zufällig, weil die Shoppingroute sie dort vorbeiführt, oder gezielt, weil sich dort die Fans von härteren Tönen treffen. Am benachbarten Crêpe- und Bierstand stärken sich jedenfalls viele Besucher.

Glitzernd

Schwarz und mit goldenen Schleifen: Die Mädchen der „Black Diamonds“  haben sich für ihren Auftritt in der Kestnergesellschaft richtig herausgeputzt. Über ihren schwarzen Outfits tragen sie goldfarbene Schleifen. Dem Publikum gefällt es. Und auch der Chef, Direktor Veit Görner, der draußen vor der Tür sitzt, ist angetan von dem musikalischen Besuch in seinem Haus. Dass ihm wegen des großen Andrangs zeitweise der Weg in sein Büro versperrt bleibt, nimmt er gelassen: „Ist doch toll, dass mit so wenig Mitteln so viel möglich ist.“

Beflügelt

Meng Sun sitzt am Flügel mitten in der Galerie Luise. Drumherum haben Freunde klassischer Klaviermusik auf Klappstühlen Platz genommen, sich an Stehtische gelehnt oder genießen im „Ocean City“-Restaurant entspannt bei einem Kaffee die Musik. Mit neun Jahren kam die inzwischen 15-Jährige mit ihrer Mutter von Peking nach Hannover. Hier wurde sie am Institut für Frühförderung Hochbegabter aufgenommen, das an der Hochschule für Musik, Theater und Medien (HMTM) angesiedelt ist. Moderiert wird der klassische Part von dem Geschäftsführer des Freundeskreises Hannover, Erwin Schütterle.

Seite an Saite

Die pure Neugierde führt Aylin Akcay und Isabelle Diaz zur Bühne an der Knochenhauer Straße: „Wir haben Natascha Bell (Bild unten) bei ,The Voice’ im Fernsehen gesehen“, erzählen die beiden 19-Jährigen: „Jetzt wollten wir mal gucken, wie sie so in Wirklichkeit ist.“ Und? „Toll! Ich mag den Style ihrer Musik“, sagt Aylin. Natascha Bell beweist bei der Fête de la Musique jedenfalls, dass eine Frau mit einer großen Stimme keinen Schnickschnack braucht, um Fans für sich zu gewinnen: Eine Frau, eine Gitarre und ein Verstärker – das reicht, um der Altstadt an diesem Nachmittag ein gemütlich-grooviges Straßenfestflair zu verleihen.

Arm in Arm

Zum frenetischen Ausflippen ist die Musik von den Frames nicht geeignet. Fast andächtig lauscht die Menge vor der Bühne auf dem Opernplatz dem melancholischen Post-Rock der vier Jungs. Der Platz füllt sich rasch, immer wieder bleiben Menschen stehen. Partystimmung mit politischem Hintergrund verbreiteten dagegen die Beatpoeten. Ihre ehrlichen Songtexte, unterlegt mit Minimal-Techno, feiern die Fans vor der Bühne mit Wunderkerzen und Seifenblasen. Und zum Schluss heißt die Anweisung von der Bühne: „Nehmt euch doch alle mal in den Arm.“

Isabell Christian und Heike Schmidt

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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