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Aus der Stadt 115.000 Bewohner der Region Hannover werden befragt
Hannover Aus der Stadt 115.000 Bewohner der Region Hannover werden befragt
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14:31 19.04.2011
Von Conrad von Meding
Bei der anstehenden Volkszählung sollen in Stadt und Region 115 000 Menschen befragt werden.
Bei der anstehenden Volkszählung sollen in Stadt und Region 115 000 Menschen befragt werden. Quelle: dpa
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In drei Wochen startet die Befragung für die aktuelle Volkszählung mit dem Titel „Zensus 2011“. Ab 9. Mai werden bundesweit Stichproben in Haushalten erhoben. Im Umland Hannovers werden besonders für Laatzen noch „Erhebungsbeauftragte“ gesucht, auch in Hannover sind noch derartige Nebenjobs zu vergeben. „Es springen immer mal wieder Befrager ab, das ist natürliche Fluktuation“, sagte Eckart Methner, Vorstand des Landesstatistikbetriebs LSKN, gestern bei der Vorstellung des Großprojekts.

28.000 Menschen im Stadtgebiet Hannover und 87.000 Bürger im Umland sind für die Befragungsstichprobe ausgewählt, hinzu kommen etliche Tausend Immobilienbesitzer. Im Umland seien die Zahlen deshalb größer, weil am Ende repräsentative Datensätze für jede einzelne Kommunen herauskommen sollen, sagt Methner. Die Statistiker von Land, Region und Stadt baten die Bevölkerung dringend um Mitarbeit: Die offiziellen Datengrundlagen der Melderegister und anderer Behörden seien in einem derart schlechten Zustand, dass sogar die Schätzung zur Zahl der deutschen Gesamtbevölkerung um 1,6 Millionen ungenau sei.

900 Befrager werden ab dem 9. Mai im Umland unterwegs sein, 300 in der Stadt. Maximal zwölf Wochen nach dem Stichtag müssen alle Bögen ausgefüllt sein. Hannovers Statistikchef Hubert Harfst rechnet aber damit, dass bis Anfang Juni alle unkomplizierten Fälle erledigt sind – nur in Einzelfällen, wenn Menschen etwa viel oder lange abwesend seien, könne es zu weiteren Verzögerungen kommen. Die Befrager kündigen ihren Besuch per Brief an. Sie werden versuchen, die Fragebogen stets gemeinsam mit den Ausgewählten auszufüllen – sie bekommen dann mit 7,50 Euro dreimal so viel Geld, als wenn sie den Bogen nur abgeben.

Angehörige der ausgewählten Haushalte sind in jedem Fall verpflichtet, dem Befrager an der Tür zu sagen, wie viele Menschen in der Wohnung leben und dazu Namen und Geburtsdaten. Das Ausfüllen des Bogens mit seinen 45 verpflichtenden und einer freiwilligen Frage (zum Glaubensbekenntnis) ist für die Ausgewählten verpflichtend. Im Zweifel drohen ein Zwangsgeld ab 300 Euro und zusätzliche Gebühren im dreistelligen Bereich – notfalls auch mehrfach. „Wir hoffen aber auf Akzeptanz“, wirbt Methner. Gute Datengrundlagen seien notwendig, um gesellschaftliche Prozesse steuern zu können. Der Rücklauf von rund 60 Prozent bei der jüngst durchgeführten Vorabbefragung von Hauseigentümern lasse darauf schließen, dass die Menschen bereit seien zur Auskunft: Die Vorbefragung lief freiwillig und ohne Ankündigung.

Die jüngsten Berichte über Aufrufe rechtsextremer Parteien an ihre Mitglieder, sich als „Erhebungshelfer“ registrieren zu lassen, hält Statistiker Methner für unschädlich. Das Gros der Befrager sei längst ausgewählt und geschult, von einer angeblichen Unterwanderung sei nichts bekannt. Kritiker bemängeln, dass viel mehr Daten erhoben werden als nötig und jedes Datensammeln ein Risiko darstelle. Die Statistiker versichern, dass alle Daten sicher seien.
Offizielle Infos gibt es im Internet unter www.zensus2011.de. Infos der Kritiker finden sich unter www.zensus11.de.