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Aus der Stadt 120 Roma sind heute abgeschoben worden
Hannover Aus der Stadt 120 Roma sind heute abgeschoben worden
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00:15 11.04.2014
Von Sven Warnecke
100 serbische und 20 mazedonische Roma sitzen in dem Flugzeug, das heute um 13 Uhr in Langenhagen abgehoben ist. Quelle: Symbolbild
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Hannover

Das teilte auf Anfrage eine Sprecherin der Bundespolizei am Dienstag mit. Einen Grund für die Maßnahme nannte sie indes nicht.

Gut 50 Demonstranten protestierten mit Fahnen und Plakaten im Flughafen gegen die Abschiebung. Es sei aber alles friedlich geblieben. Die Verspätung - ursprünglich sollte das Flugzeug um 12.25 Uhr starten - habe auch nichts mit der Demonstration zu tun gehabt, vielmehr habe der Sicherheitscheck länger gedauert, hieß es von der Bundespolizei weiter. Die Behörde rechnet die Teilnehmer dem „linken Spektrum“ zu.

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Anlässlich des internationalen Tages der Roma hat Niedersachsens Integrationsbeauftragte Doris Schröder-Köpf (SPD) mehr Rechte für Sinti und Roma in Deutschland gefordert. "Wir dürfen die größte europäische Minderheit in Deutschland und Europa nicht von der Teilhabe an unserer Gesellschaft ausschließen", sagte sie am Dienstag in Hannover. Obwohl Sinti und Roma seit Jahrhunderten in Deutschland lebten und zu Deutschland gehörten, seien Diskriminierung und Rassismus "leider immer noch weit verbreitet".

Der Tag der Roma erinnert an den internationalen Roma-Kongress in London am 8. April 1971. Dort wurde die Romani Union als erste weltweite Organisation der Volksgruppe gegründet. Mit zehn bis zwölf Millionen Menschen sind die Roma Europas größte ethnische Minderheit. Allein in den EU-Ländern Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien leben zusammen rund vier Millionen.

(mit dpa)

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