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Aus der Stadt Thönse gewinnt den HAZ-Fanfarenwettbewerb
Hannover Aus der Stadt Thönse gewinnt den HAZ-Fanfarenwettbewerb
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08:20 06.07.2017
Quelle: Dillenberg
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Hannover

Mehr als 1200 Besucher verfolgen am Mittwochabend im Alt Hanovera auf dem Schützenplatz den Musikwettstreit. Die Anwärter 2017: das Trompeten-Showcorps Leinegarde, die Marchig Band Flying Drums und der Fanfarenzug Thönse.

Dass Musikkapellen und Fanfarenzüge viel mehr zu bieten haben als Tschinderassa-Bum, beweist seit drei Jahren die Goldene Fanfare. Der Wettbewerb der HAZ erweist sich zudem als echter Publikumsmagnet.

„Wir wollen den Fun in Fanfaren den Leuten näherbringen“, sagt Jakob Hermens vom Musikland Niedersachsen. Abgestimmt wird mit Händen, Füßen und lautstarkem Anfeuern. Ein Dezibelmesser entscheidet, wer die begehrte Auszeichnung für ein Jahr in sein Vereinsheim stellen darf. In diesem Jahr, wie schon 2015, sind das die Musiker aus Thönse. Zweiter wird der Vorjahressieger Leinegarde, die Flying Drum bekommen Bronze.

Die Leinegarde setzt auf Neue-Deutsche-Welle-Klassiker wie Nenas "99 Luftballons". Bei Rio Reisers "König von Deutschland" singt dann das ganze Zeltpublikum mit. Das Ergebnis: Viel Applaus und 45 Punkte für den Fanfarenzug in Runde 2, zuvor wurden die Musiker bereits mit 42 Punkten vom Publikum belohnt. Auch die Marching Band Flying Drums heizt die Stimmung an, holt aber nicht ganz so viele Punkte. Mit 31 und 34 Punkten gehen sie aus den ersten Runden.

Der Fanfarenzug Thönse, Sieger der ersten Goldenen Fanfare, ist im vergangenen Jahr außer Konkurrenz zum Auftakt angetreten. In diesem Jahr nimmt die Musikkapelle wieder teil - und hat einige Fans mitgebracht. Mit 45 Punkten holen die Thönser in der zweiten Runde genauso viel wie der Vorjahressieger - geholfen hat das Partylied "Viva Colonia" von den Höhnern. Zusammen mit 43 Punkten aus der ersten Runde bedeutet das die knappe Führung nach der Halbzeit.

In der Pause vor dem großen Finale spielt die Spaßkombo Brazzo Brazzone Calzoni-induzierten-Fun-Bläserfunk. Bei "Azzuro" und gefühlten 50 Grad im Zelt kommen Sommergefühle auf. "Das ist sensationell! Wer glaubt, Schützenfest sei nur etwas für alte Leute, der muss sich hier mal umschauen", sagt HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt - sichtlich beeindruckt von den Auftritten der Fanfarenzüge. Auch Oberbürgermeister Stefan Schostok ist stolz: "Wenn man die Fanfarenzüge hört, könnte man denken: Pop war gestern - Fanfare ist angesagt!" Schützenfestpräsident Paul-Eric Stolle lobte: "Sowas brauchen wir hier. Was wäre das Schützenfest ohne geile Mucke?"

OB Schostok (rechts) ist vom Wettbewerb überzeugt. Quelle: Dillenberg

HAZ-Modrator Jan Sedelies freut sich über das mit 1200 Besucher rappelvolle Zelt. "Die Leute singen Texte von den Ärzten bis Rio Reiser textsicher mit und bringen das Zelt zum schwitzen", sagt er.

Und auch die Besucher sind überzeugt: "Als Fuhrbergerin bin ich natürlich parteiisch", sagt Katja Rotermund (43). "Und bei den Thönsern ging auch gut der Punk ab, als sie Viva Colonia gespielt haben. Aber die Leinegarde in ihren schwarzen Anzügen gefällt mir auch echt gut."

Das große Finale: Die Leinegarde setzt in der Endrunde zunächst auf Neunziger - mit "Everybody" von den Backstreet Boys. Doch plötzlich schlägt das Medley ins Schlagergenre um, aus den Fanfaren ertönt "Über den Wolken". Das Publikum grölt. 

Die Flying Drums sind wieder am Zug. Eine junge Frau zieht währenddessen ihren Freund von der Theke. "Jetzt reicht's", sagt sie. Er entgegnet: "Ich trink' doch nur Cola!" Die Marching Band legt los - mit gemütlichem Jazz. Das entspricht nicht ganz der Stimmung im Zelt und kann die Feiernden noch nicht von der Bierbank reißen. Doch auch die Flying Drums haben noch eine Überraschung parat: Mit dem Niedersachsen-Lied animieren sie das Publikum zum Mitsingen. Auch die Thönser geben im Finale noch einmal alles mit einer Hommage an Udo Jürgens. Das Publikum ist nach wie vor textsicher und stimmt bei "Ich war noch niemals in New York" mit ein. Mit "Music was my first love" legen die Sieger von 2015 einen fulminanten Finalabschluss hin. Damit haben sie auch den letzten Zeltbesucher überzeugt.

mm/lis/jst