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Aus der Stadt 132.000 Euro für nutzlose Software
Hannover Aus der Stadt 132.000 Euro für nutzlose Software
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21:31 15.10.2009
Von Gunnar Menkens

Drei Jahre darauf wurde sie abgeschafft, das Vorgängermodell erwies sich doch noch als geeignet. Das Rechnungsprüfungsamt der Stadt hatte den Fehlkauf im vergangenen Jahr aufgedeckt, der Steuerzahlerbund übernahm ihn nun in seine aktuelle Liste behördlichen Fehlverhaltens.

Vor vier Jahren suchte die Verwaltung nach einem Computerprogramm, das das elektronische Beschaffungssystem erleichtern sollte. Gleichzeitig erhoffte sich die Stadt von der Software entscheidende Hilfe bei der komplizierten Umstellung des kommunalen Rechnungswesens. Das Programm wurde also gekauft, Mitarbeiter geschult, das System testweise eingesetzt. „Doch die erworbene Software wurde nie produktiv eingesetzt“, monierte der Steuerzahlerbund. Das hatten schon die Rechnungsprüfer festgestellt und die Gründe in Personalwechsel und mangelnder Akzeptanz bei Mitarbeitern gesehen. Dies wiederum könnte damit zu tun gehabt haben, dass es Schwierigkeiten gab, die eingekaufte Software auf die Anforderungen des Alltags umzustellen.

Im Mai 2008 gab die Stadt auf. Zum Einsatz kam wieder die zuvor eingesetzte Plattform, nur in einer aktuellen Version, die die Stadt aber nichts kostete, weil ihr vom gemeinsam mit einem Unternehmen entwickelten Programm noch 50 Lizenzen zur Verfügung gestanden hatten. Eine Entscheidung, die Folgekosten sparte: 11.000 Euro für die jährliche Wartung, 35.000 Euro für den Datentransfer. Die Stadt hatte den 132.000 Euro teuren Einkauf seinerzeit mit dem Argument begründet, 2005 sei nicht absehbar gewesen, wann die kostenlose Software weiterentwickelt werden würde. „Steuergeldverschwendung“, urteilt nun der Steuerzahlerbund.

Mit 6317 Euro deutlich günstiger kam die Landeskasse eine noch vor Messebeginn einkassierte Werbung für die CeBIT. „Die Erotikmesse für den innovativen Niedersachsen“ plakatierte eine Landesgesellschaft. Der Messe war dies nicht seriös genug. Ein zu vermeidendes Abspracheproblem, meint der Steuerzahlerbund.

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