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Aus der Stadt 2500 Kurden demonstrieren in der Stadt
Hannover Aus der Stadt 2500 Kurden demonstrieren in der Stadt
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22:01 04.08.2014
Von Tobias Morchner
Foto: Protest auf dem Opernplatz: Bei der Demo gegen den Vormarsch der Terrorgruppe Islamischer Staat im Nordirak kamen 2500 Kurden zusammen.
Protest auf dem Opernplatz: Bei der Demo gegen den Vormarsch der Terrorgruppe Islamischer Staat im Nordirak kamen 2500 Kurden zusammen. Quelle: Kleinschmidt
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Hannover

Die Demonstranten hatten sich gegen 17 Uhr auf dem Steintorplatz versammelt. Von dort zogen sie durch die Innenstadt über den Kröpcke zum Opernplatz. „Warum können wir Jesiden nicht in Frieden leben“, war auf einem Plakat zu lesen, das einer der Demonstranten über die Köpfe seiner Mitstreiter in den Himmel reckte.

Zu dem Protest hatten sich die in Hannover lebenden Kurden jesidischen Glaubens spontan entschlossen und waren selbst ein wenig überrascht, wie viele Betroffene dem Aufruf gefolgt waren. „Wir sind heute hier, weil sich die Ereignisse am Wochenende in den kurdischen Gebieten im Nordirak überschlagen haben“, sagt Diman Savo, die bei VW als Sachbearbeiterin tätig ist. Die Extremisten hatten die nordirakischen Städte Sindschar und Samar erobert und die jesidische Bevölkerung zur Flucht in die nahe gelegenen Berge gezwungen. Bei den Angriffen wurden zahlreiche Menschen getötet. „In den Bergen haben die Flüchtlinge keine Nahrungsmittel und vor allem kein Wasser“, sagt Savo.

Negwa Abde demonstriert gemeinsam mit ihrer Familie. „Im Irak werden unsere Gebetshäuser von der Isis bombardiert“, sagt die 17-Jährige. Auch die 28-jährige Goze Khalaf aus Gifhorn steht an diesem Montagnachmittag in der Menschenmenge vor der Oper. „Wir leben in Deutschland, einem demokratischen Land, und müssen die Deutschen auf das Schicksal der Jesiden aufmerksam machen“, fordert sie. Der 24 Jahre alte Inkan Duran, der in Hannover lebt, macht sich Sorgen um seine Verwandten im Nordirak. Die jesidische Minderheit habe keine Möglichkeit zu überleben. Sie besäßen keine Waffen und seien der Terrorgruppe ausgeliefert, sagt er.

Die Polizei begleitete die Proteste der Jesiden mit lediglich einigen wenigen Einsatzkräften. „Wir mussten zu keinem Zeitpunkt einschreiten“, sagt eine Behördensprecherin. Gegen 20 Uhr löste sich die Versammlung am Steintorplatz auf. Die Jesiden haben allerdings für die kommenden Tage weitere Proteste in Hannover geplant. Bislang steht noch nicht fest, wann und wo sie stattfinden werden.

Zu einer Demo gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat kamen 2500 Kurden in der Innenstadt von Hannover zusammen.

Von Tobias Morchner und Manuela Wilk

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