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Aus der Stadt 1500 Teilnehmer kommen zur "Herri"-Rettung
Hannover Aus der Stadt 1500 Teilnehmer kommen zur "Herri"-Rettung
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21:39 20.06.2010
Von Hannah Suppa
Einmarsch der 
„Herri“-Retter: Florian 
Gruschwitz (vorne in hellblau) und andere hatten auf Internetplattformen wie Facebook und StudiVZ zu einem Flashmob zur Rettung der Herrenhäuser Brauerei aufgerufen. Eine Gruppe marschierte vom Bahnhof bis zum Werksgelände, um Solidarität mit der Brauerei zu bekunden. Quelle: Frank Wilde

Der Einzug der knapp 200 jungen Menschen auf das Werksgelände der Herrenhäuser Brauerei gleicht einem Empfang für Sieger: Begleitet von einem Spielmannszug, der das Fußballlied „96 – alte Liebe“ anstimmt, betritt die große Gruppe singend und klatschend den Hof. Dabei haben sie nichts gewonnen, nicht viel geleistet, außer sich im Internet bei Facebook, StudiVZ und SchülerVZ zu einer Spontanfeier zur Rettung der angeschlagenen Herrenhäuser Brauerei zu verabreden.

Sie rufen „Herri“, immer wieder „Herri“. Dazwischen steht Brauereichef Manfred Middendorff und sagt: „Ich bin gerührt.“ Und tatsächlich, bei so viel Unterstützung mag man fast sagen, dass sich Middendorff um die Zukunft seiner Herrenhäuser Brauerei eigentlich keine Sorgen machen muss.

Etwa 1500 Liebhaber des hannoverschen Lokalbieres zeigten am Sonnabend bei der „Wir retten Herrenhäuser“-Aktion auf dem Werksgelände der Brauerei friedlich ihre Sympathie für das hannoversche „Herri“. Sie wollten durch den kollektiven Kauf des Lokalbieres einen finanziellen Beitrag zur Stärkung der angeschlagenen Brauerei leisten – aber vor allem auch Solidarität zeigen. „Es darf nicht nur die großen Firmen geben, man muss auch die Tradition und Kultur bewahren“, sagt Florian Gruschwitz. Als die Gilde Probleme bekam, habe niemand etwas gemacht– das dürfe nicht nochmal passieren. Der 19-Jährige hatte auf der Internetplattform StudiVZ, nach Vorbild der Facebook-Gruppe des 33-jährigen André Golgener, den Zusammenschluss „Rettet die Herrenhäuser Brauerei“ gegründet.

Für die Internetaktion ließ Brauereichef Middendorff eigens den Werksverkauf an einem Sonnabend öffnen, stellte zudem Getränke- und einen Bratwurststand auf. Und auch das Musikcorps Langenforth spielte auf. Doch der Wirbel um den sogenannten Flashmob machte dem Brauereichef im Vorfeld Sorgen. „Man kann das ja schwer einschätzen“, sagt er. Gerade weil es in einigen Städten bei solchen Spontanfeiern, zu denen im Internet aufgerufen wurde, zu unüberblickbaren Menschenmassen gekommen sei. Immerhin hatten sich bei Facebook und StudiVZ insgesamt knapp 20 000 Hannoveraner in den virtuellen „Rettet Herrenhäuser“-Gruppen organisiert.

So viele wurden es am Sonnabend nicht: Zunächst trafen sich knapp 200 StudiVZ-Mitglieder am Bahnhof, um von dort zu Fuß und mit Herrenhäuser-Fanartikeln ausgestattet zur Brauerei zu marschieren. Einen Zwischenstopp machten sie beim City-Markt am Kröpcke, der für diesen Tag zu jedem verkauften „Herri“ eines kostenlos spendierte. Anhänger des Portals Facebook verabredeten sich direkt auf dem Brauereigelände, sodass bis zum frühen Abend knapp 1500 „Herri“-Anhänger friedlich ihr Bier feierten. Am Abend wurde zudem im Béi Chéz Heinz eine Party im Zeichen des Lokalbieres veranstaltet. Bis auf ein paar zerbrochene Bierflaschen verlief der „Herri“-Tag friedlich.

1500 Musiker geben am Montag in Hannovers City den Ton an: Um 15 Uhr beginnt die Fête la Musique, und Hannover verwandelt sich in eine riesige Bühne. Elektro, Weltmusik oder Hip-Hop - die Mischung ist bunt und lädt Besucher auch zum Mitmachen ein.

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