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Aus der Stadt 1600 karnevalistische Tänzer messen sich in Hannover
Hannover Aus der Stadt 1600 karnevalistische Tänzer messen sich in Hannover
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20:07 21.11.2010
In fruchtigem Gewand eroberten Nachwuchskarnevalisten aus Bocholt die Bühne in der AWD-Hall.
In fruchtigem Gewand eroberten Nachwuchskarnevalisten aus Bocholt die Bühne in der AWD-Hall. Quelle: Christian Burkert
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Die Kostüme sind bunt, fantasievoll und manchmal fruchtig wie bei der Schautanzgarde des TSV Bocholt, die Choreografien der Formationen bis ins Detail ausgetüftelt. Rasante Schrittfolgen und akrobatische Hebefiguren wechseln sich ab. Das Lächeln der Protagonisten gefriert nie. Die Teilnahme am Halbfinale zur Deutschen Meisterschaft im karnevalistischen Tanzen – dafür ließen 1600 Tänzer am Wochenende beim Kaju-Hänsel-Turnier in der AWD-Hall die Beine fliegen, sprangen in den Spagat und wirbelten durch die Luft.

In Disziplinen wie Mariechen, Garde und Schautanz maßen sich Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet und von den hannoverschen Karnevalsgesellschaften zwei Tage lang in der Landeshauptstadt und ließen sich dabei von 2000 Zuschauern bewundern. Helau und Narretei blieben überwiegend in der Bütt. „Tanzen im Karneval hat sich zum Hochleistungssport entwickelt“, sagte Andreas Rein, Mitorganisator und Vizepräsident des niedersächsischen Karnevalsverbandes. Wer sich nicht regelgerecht angemeldet hat, erhält keine Startberechtigung. Ist der Turnierarzt nicht da, darf überhaupt niemand auf die Bühne. „Es muss ja alles seine Ordnung haben“, sagt Rein.

Im Halbfinale Ende März in Kassel sehen Denise, Natalie und Michelle nur ein Zwischenspiel. Die hannoverschen Schülerinnen sind sich ganz sicher, dass sie sich dort für die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft in Nürnberg qualifizieren werden. Die erste Etappe haben sie erfolgreich bewältigt. Die Mädchen vom Karnevalsverein Eugenesen Alaaf Hannover überzeugten im Bienchenkostüm die Wertungsrichter und gewannen im Jugend-Schautanz den Niedersachsenmeisterpokal. „Das macht uns stolz“, kommentierte die elfjährige Denise. Später möchte sie professionelle Tänzerin werden. Die achtjährige Natalie mag vor allem die vielen Bühnenauftritte am karnevalistischen Tanzen.

Für die sieben Wertungsrichter bedeuten die zwei Tage Tanzsport Dauerstress. Rund 200 Darbietungen müssen sie insgesamt bewerten. Alle paar Minuten heben sie die Punktetafeln in die Höhe. „Abends ist man da platt“, sagt Juryobmann Klaus Knipp. Seit 25 Jahren vergibt er Punkte für tanzende Karnevalisten. Vorher hat er selbst auf der Bühne gestanden. Von Routine oder gar Langeweile will der 64-Jährige aber nichts wissen: „Es gibt nichts schöneres für einen Juroren, als die Höchstnote 100 zu ziehen.“ Vergeben werde sie jedoch höchstens mal bei Deutschen Meisterschaften. Vor allem jüngere Formationen freuen sich beim Turnier in Hannover, dass Kaju Hänsel, Niedersachsens langjährigem Oberkarnevalisten gewidmet ist, auch über Wertungen, die an der 90 kratzen. Den Mädchen vom Karnevalsverein Eugenesen würde es reichen, wenn in Nürnberg die Höchstnote in die Luft gehalten wird.

Sebastian Harfst

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