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Aus der Stadt „Stolz wie Bolle“ auf Gerhard Schröder
Hannover Aus der Stadt „Stolz wie Bolle“ auf Gerhard Schröder
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00:15 10.04.2014
Von Gunnar Menkens
Gerahmtes Geschenk: Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) überreichte Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD - r)  eine gerahmte Ausgabe der Zeitschrift Fußball Woche Quelle: dpa
Hannover

Das musste ja kommen, darauf hätten wohl etliche Gäste ihr sozialdemokratisches Parteibuch verwettet. Gerhard Schröder sagt was über Fußball. Er steht auf der Rathaustreppe hinterm Pult, vor ihm im Foyer sitzen 180 Gäste, darunter der sportlich gebeutelte Martin Kind. Als Präsident von Hannover 96 erlebt der Geschäftsmann seit Monaten, dass Geld weder Tore schießt noch hinten dichtmacht.

Schröder ist als Mitbesitzer einer Stadionloge sozusagen Kunde und will was loswerden. So könnten diese Fußballer nicht mit ihm umgehen: „Ausgerechnet im Jahr meines 70. Geburtstags in den Abstiegsstrudel zu geraten.“ Was täte Trainer Schröder? Spieler bei der Ehre packen. „Jungs, reißt euch den Arsch auf!“ So kommt diese Mannschaft zu der zweifelhaften Ehre, auf der Feier eines Ex-Regierungschefs erwähnt zu werden. Für diesen Satz im Schröder-Sound wird der Jubilar ordentlich beklatscht.

Wie üblich bei der Stadt Hannover, richtet das Rathaus Ehrenbürgern bei runden Geburtstagen einen Empfang aus. Dieser wird knapp 10 000 Euro kosten. Schröder ist einer von drei lebenden Geehrten, und so stimmte er mit dem Rathausprotokoll eine Gästeliste ab, die etliche Regierende und frühere Minister der SPD nach Hannover führte. Nach manchen wurden Projekte benannt, die Geschichte schrieben. Peter Hartz („Hartz IV“) und Walter Riester („Riester-Rente“) waren da, wie auch ehemalige Kabinettskollegen wie Hans Eichel, Edelgard Bulmahn und Bela Anda, ehemals Sprecher der Schröder-Regierung und von AWD-Gründer Carsten Maschmeyer.

Mit einem Empfang im Rathaus ehrt die Stadt Hannover ihren Ehrenbürger Gerhard Schröder zu dessen 70. Geburtstag. Unter die etwa 180 Gäste mischte sich viel Prominenz:

Schröder war immer ein Hannoveraner, der Werbung für seine Stadt gemacht hat. Für die sogenannte Leinemetropole entschied er sich einmal als Urlaubsort und gegen Italien, er führte Staatsgäste herum, lobte den Zoo und spricht im Fernsehen über die Vorzüge der Stadt. Deren Oberbürgermeister Stefan Schostok ist begeistert über diesen „bodenständigen Hannoveraner mit Herz und Schnauze“, der die Stadt in den Blickpunkt der Weltpolitik gerückt habe. Und half, Expo 2000 und Fußball-WM 2006 zu holen. Schostok schenkte Originalausgaben von Sportillustrierten aus den Jahren 1938 und 1954, als 96 Meistertitel holte.

Die Geschenkefrage, immer heikel, auch für das Land Niedersachsen. Ein Trikot vom FC Schalke 04 mit Gazprom-Beflockung kam nicht infrage – das hätte schon Matthias Warnig mitbringen können, Geschäftsführer des deutsch-russischen Pipeline-Projekts Nord Stream. Es wurde dann eine Familienjahreskarte, die Ministerpräsident Stephan Weil überreicht. Vom Historischen Museum. Man habe gehört, er sei noch nicht so oft dagewesen mit seinen Kindern. Weil gratuliert mutig im Namen aller acht Millionen Niedersachsen, das Land sei auf Schröder „stolz wie Bolle“. Die Agenda 2010 sei richtig gewesen, auch die Pläne für Atomkonsens und doppelte Staatsbürgerschaft. Kein Zweifel, dass Weil Schröder, „eine eigene Währung im politischen Betrieb“, aktuell für den besseren Kanzler hielte.

Wer am Montag nicht bei der privaten Feier war, den hatte die SPD am Sonntag nach Berlin eingeladen. Joschka Fischer, Frank-Walter Steinmeier, politische Weggefährten. „Bei allem, was er getan hat, ist er aufs Ganze gegangen. Für sich, für die SPD, aber auch für das Land“, sagte Parteichef Sigmar Gabriel. Er meint: Man hatte es nicht immer leicht miteinander, der Gerd und die Partei.

Im Rathaus bedankt sich Schröder nun unbescheiden für „die treffenden und wahren Worte“ seiner Vorredner. Lachen im Rund, wieder so ein Schröder-Ding. Er lobt die Unaufgeregtheit Hannovers, die Internationalität und den Mut, ein Museum zu bauen, wo andere Kommunen an Kultur sparten. Er bedankt sich bei seiner Frau für alle Unterstützung. Und er sagt noch einen Satz, der ausdrücken soll, welche Haltung hinter der umstrittenen Agenda 2010 stehe. „Man muss das Risiko eingehen, auch mal eine Wahl zu verlieren, wenn es im Interesse des Landes ist.“ Hinterher dürfte sich am Büfett auch ein Bier gefunden haben.

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