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Aus der Stadt 1800 Erstsemester haben ihr Studium an der FH begonnen
Hannover Aus der Stadt 1800 Erstsemester haben ihr Studium an der FH begonnen
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21:39 20.09.2011
Von Juliane Kaune
Bis auf den letzten Platz besetzt: Die angehenden Betriebswirtschaftler hatten am Dienstag viel Kontakt zu ihren Kommilitonen.
Bis auf den letzten Platz besetzt: Die angehenden Betriebswirtschaftler hatten am Dienstag viel Kontakt zu ihren Kommilitonen. Quelle: Rainer Surrey
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Er hat etwas unruhig geschlafen. Schließlich ist Bin Cui von diesem Tag an Student. Wie genau sich das anfühlt, weiß der Humboldtschüler, der im Sommer sein Abi gemacht hat, noch nicht. Doch als er um 9 Uhr die Aula der Fachhochschule Hannover (FHH) am Ricklinger Stadtweg betritt, ist die Unsicherheit bald verflogen. Denn auf den 250 Plätzen in der zentralen Veranstaltungshalle sitzen junge Leute, denen es ebenso geht wie ihm. Sie alle wollen Maschinenbau studieren, und sie alle starten in einen neuen Lebensabschnitt. Der beginnt mit der aufmunternden Begrüßung von Dekan Prof. Matthias Segner: „Wir freuen uns, dass sie endlich da sind – wir haben uns gerne auf sie vorbereitet.“

In der Tat haben Segner und seine Kollegen aus den anderen vier FHH-Fakultäten in den vergangenen Monaten eine besonders intensive Planungsarbeit geleistet – wegen der Absolventen des doppelten Abijahrgangs. Ein Viertel mehr Erstsemester als sonst startet in diesem Wintersemester an der FHH ins Studium. Allein die Fakultät für Maschinenbau und Bioverfahrenstechnik, die größte der Hochschule, muss 500 Anfänger unterbringen, im Vorjahr waren es 344. Raum- und Stundenpläne wurden dem Zuwachs angepasst. Weil der Campus Ricklinger Stadtweg saniert wird, hat das Präsidium für die technischen Fächer zusätzlich 4580 Quadratmeter in den früheren Uni-Gebäuden in der Bismarckstraße angemietet. „Sie werden pendeln müssen“, erklärt Prof. Wolfgang Greife den angehenden Maschinenbauern, die in der Aula in zwei „Schichten“ begrüßt werden.

Bin Cui lässt sich nicht abschrecken. Er ist froh, an seiner Wunschhochschule gelandet zu sein. „Ich hätte auch in München, Hamburg oder Aachen anfangen können.“ Doch es sollte Hannover sein. Zur FHH hat Bin es nicht weit, er bleibt zu Hause in Ricklingen wohnen. „Da spare ich die Miete“, meint er. Die Studiengebühren zahlen seine Eltern.

Auch Laura Wannags will fürs Erste nicht aus ihrem Wohnort Ronnenberg weg. Allzu heimatverbunden ist die 18-Jährige aber nicht: Sie hat einen dreiwöchigen Sprachkursus in New York absolviert – zur Vorbereitung auf ihr an der Fakultät Wirtschaft und Informatik angesiedeltes Studium International Business Studies, in dem Auslandsaufenthalte Pflicht sind. Mit ihrer Abinote von 1,3 hat Laura einen der begehrten 18 Plätze ergattert. Nun sitzt sie mit rund 140 Kommilitonen aus der Betriebswirtschaftlehre in Hörsaal 100 und lauscht den Einführungen der Dozenten. Die haben sich viel Mühe gegeben, nicht nur ihr Fach, sondern auch sich persönlich vorzustellen. So erfahren die Erstsemester Wissenswertes über Lebenslauf, Familienstand und Hobbys ihrer Professoren. „Bei uns menschelt es“, sagt Prof. Günter Hirth. Massenvorlesungen, wie er sie aus seiner eigenen Studienzeit an der Uni Münster kennt, werde es an der FHH trotz Doppelabi nicht geben. „Hier hat keine Lerngruppe mehr als 70 Plätze.“

Eine sehr persönliche Note hat auch die Begrüßung der Studienanfänger am FHH-Standort an der Expo-Plaza. Im Fotostudio des Design-Centers lichtet Dozent Andreas Werda jeden anwesenden der 319 Anfänger (gut 100 mehr als im Vorjahr) aus den Design- und Medienstudiengängen ab – samt Namensschild. Die Porträts werden nach Fächern sortiert und als großes Poster an die jeweiligen Professoren überreicht. „Sonst verlieren wir den Überblick“, sagt Werda. Kateryna Kostyrko, die Fotojournalismus studieren wird, hofft, dass es im Design-Center im Zuge des Doppeljahrgangs nicht zu eng wird. Die Fakultät jedenfalls hat vorgesorgt – und 1180 Quadratmeter im Nachbargebäude gemietet.

25 Prozent mehr Anfänger

Gut 25 Prozent mehr Studienanfänger gibt es im Zuge des doppelten Abijahrgangs an der Fachhochschule Hannover (FHH). Einschreibungen von exakt 1812 Erstsemestern hatte das Immatrikulationsamt zum Stichtag vorliegen. „Im Zuge des Hochschulpakts haben wir unsere Studienplätze deutlich aufgestockt und können den Anfängern damit gute Studienbedingungen bieten“, sagt der vom Präsidium mit dem Thema beauftragte Professor Günter Hirth. Allerdings sind trotz des Zuwachses nicht alle Erstsemesterplätze voll geworden: Von 2069 verfügbaren sind derzeit noch 257 unbesetzt – der weitaus größte Teil davon in der Elektrotechnik.

In diesem Fach, dessen Auslastung aktuell bei 58 Prozent liegt, seien offensichtlich zu viele neue Plätze eingerichtet worden, sagt Hirth. Es sei nicht gelungen, die Abiturienten im entsprechenden Maße für den Studiengang zu interessieren – obwohl die Industrie dringend Elektroingenieure sucht. Unterm Strich habe sich aber gezeigt, dass die FHH, mit derzeit 8316 Studenten nach der Leibniz-Uni die zweitgrößte Hochschule in Hannover, mit den Planungen richtig gelegen habe. So wurden vor allem in Fächern mit starker Nachfrage wie Betriebswirtschaftslehre, Public Relations und Soziale Arbeit Zusatzkapazitäten geschaffen – in der Summe gibt es an der FHH in diesem Wintersemester 530 Anfängerplätze mehr als im Vorjahr. An vier der fünf Fakultäten werde nach Ende der Nachrückverfahren eine Auslastung zwischen 90 und 100 Prozent erreicht, sagt Hirth.

Leibniz-Uni: An der Uni startet das Semester am 10. Oktober. Präsident Prof. Erich Barke geht von 4300 bis 4600 Anfängern aus – das wären 35 bis 45 Prozent mehr als bisher. 1180 Studienplätze sind neu hinzugekommen. Auf dem Conti-Campus wurde ein neuer Hörsaal gebaut. Die Studenten müssen teilweise auch nach 18 Uhr oder am Sonnabend Lehrveranstaltungen besuchen.

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