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Aus der Stadt Bedürftige Kinder bekommen Fahrräder geschenkt
Hannover Aus der Stadt Bedürftige Kinder bekommen Fahrräder geschenkt
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00:18 03.04.2015
Von Rüdiger Meise
Das Unternehmerehepaar Marion und Karl-Heinz Paschen verschenkt über das Diakonische Werk erneut zwanzig Kinderfahrraeder an benachteiligte Kinder.
Das Unternehmerehepaar Marion und Karl-Heinz Paschen verschenkt über das Diakonische Werk erneut zwanzig Kinderfahrraeder an benachteiligte Kinder. Quelle: Marta Krajinović
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Hannover

Es ist Reems erstes Fahrrad. Das zwölfjährige Mädchen aus Syrien bekam am Dienstag ebenso wie 19 weitere Kinder im Hof der Diakonie in der Burgstraße ein Rad geschenkt. Darauf fahren kann sie zwar noch nicht - ihr Vater Hasan Shmit will es ihr aber über die Osterfeiertage beibringen, verspricht er. Zum elften Mal hat das Ehepaar Marion und Karl-Heinz Paschen am Dienstag eine Ladung Fahrräder an bedürftige Kinder verschenkt.

Das Unternehmerehepaar Marion und Karl-Heinz Paschen verschenkt über das Diakonische Werk insgesamt zwanzig Kinderfahrraeder an benachteiligte Kinder.

Der Unternehmer, der bis 2008 eine Zeitarbeitsfirma betrieben hat, hatte als Kind selbst erst spät ein Fahrrad bekommen und spendet seit 2004 jährlich Räder. Die regelmäßige Aktion mit der Diakonie ist allerdings nicht sein einziges karitatives Engagement: Der Laatzener gibt Geld für Kinderfreizeiten, unterstützt pädagogische Mittagstische und andere soziale Projekte. Schon als Chef der Zeitarbeitsfirma hat er seine Position oft genutzt, um sozial Benachteiligte, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance mehr bekamen, wieder in Lohn und Brot zu bringen.

Bei der jährlichen Fahrradaktion überlassen die Paschens der Diakonie die Auswahl der Kinder, die ein Fahrrad bekommen. Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes und sein Team suchen aus vielen Betreuungsfällen die 20 Kinder aus, die sich ein Rad wünschen dürfen - inklusive Bauart und Farbe. „Ich wollte unbedingt ein pinkfarbenes Rad mit Handschaltung haben“, sagt die 18-jährige Isabel. Auf die Frage, wieso Isabel bedürftig ist, antwortet ein Mitarbeiter: „Isabels Lebensgeschichte ist zu lang für eine einzelne Antwort.“

In diesem Jahr hat die Diakonie besonders viele Flüchtlingskinder als Adressaten der Räder ausgesucht - so eben auch Reems Shmit. In dem Ort in Syrien, in dem sie aufgewachsen ist, besitzen Kinder keine Fahrräder. In Deutschland ist das anders. „Wenn ein Kind hier kein Fahrrad hat, kann es an vielen Freizeitaktivitäten nicht teilnehmen“, sagt eine Diakonie-Mitarbeiterin. Die Räder bestellt das Ehepaar Paschen übrigens beim Fahrradgeschäft TNT Bike Sport in Wunstorf - eine verwandtschaftliche Beziehung bürgt für gute Qualität.

Den Übergabetermin kurz vor Ostern haben Paschens und die Diakonie bewusst gewählt - die Kinder sollen die Räder über die Feiertage bereits nutzen können. Und auch das Wetter soll ja wieder besser werden. „Heute seid ihr bitte ein bisschen vorsichtig bei der Probefahrt“, ruft ein Mitarbeiter. Da erreichte der Orkan Niklas gerade seinen Höhepunkt. Aber für die Ostertage hoffen die Kinder und Jugendlichen auf besseres Fahrradwetter.

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