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Aus der Stadt 20 Jobs bei Kirchenverlag auf der Kippe
Hannover Aus der Stadt 20 Jobs bei Kirchenverlag auf der Kippe
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00:17 20.06.2014
Von Gunnar Menkens
Wie viele Jobs bleiben hier erhalten: Das Lutherische Verlagshaus in der Knochenhauerstraße.
Wie viele Jobs bleiben hier erhalten: Das Lutherische Verlagshaus in der Knochenhauerstraße. Quelle: Thomas
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Hannover

Geschäftsführung und Betriebsrat handeln derzeit einen Sozialplan aus. Am Dienstag überbrachte Arend de Vries, Vizepräsident des Landeskirchenamtes, Mitarbeitern die schlechte Nachricht. Die Evangelische Landeskirche, Eigentümerin des Verlagshauses, will die hohen Defizite auf Dauer nicht ausgleichen.

In den vergangenen zwei Jahren brachte das Buchgeschäft dem Verlagshaus Verluste von jeweils 300.000 bis 400.000 Euro. Nach Einschätzung der Landeskirche wäre dies auch in den kommenden Jahren so geblieben. „Umsatzrückgänge im Buchhandel und der Verlust von Großaufträgen haben dazu beigetragen“, sagte Verlagschef Christoph Vetter. Selbst ein Großauftrag von der Landeskirche sei einem Konkurrenten übertragen worden. Zudem habe die „Evangelische Zeitung“ Abonnenten verloren. Das Blatt gehört, ebenso wie der Evangelische Pressedienst (epd), zum Verlagshaus. Beide Abteilungen sind von der Abwicklung des Buchverlags derzeit nicht betroffen.

Das Lutherische Verlagshaus begann 1947 in Hannover als Lutherhausverlag. Es ist zuständig auch für den Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen. Kerngeschäft war jedoch bis zuletzt der Buchhandel. Ein Großteil der angebotenen Bände befasst sich mit religiösen Themen in Theorie und Praxis. Verkauft wurden aber auch populärere Bücher wie Ernährungsratgeber und ein Märchenbuch von Heide Simonis, der früheren Ministerpräsidentin Schleswig-Holsteins. Versuche, Umsätze durch Onlineversand und besseres Marketing zu steigern, hätten nicht den erhofften Erfolg gebracht. de Vries sagte gestern: „Wir haben hohen Respekt vor den Mitarbeitern, die versucht haben, das Ruder herumzureißen.“

Sowohl von Verlagschef Christoph Vetter als auch von der Landeskirche waren gestern keine Auskünfte über mögliche Entlassungen zu bekommen. „Wir versuchen, so viele Mitarbeiter wie möglich woanders unterzubringen“, sagte Sprecher Johannes Neukirch. Er nannte als Beispiele das Haus kirchlicher Dienste und das Evangelische MedienServiceZentrum. Dennoch glaubt Vetter nicht, dass alle Mitarbeiter den Schnitt ohne Verlust ihres Arbeitsplatzes überstehen werden. Im Verlagshaus habe es sehr spezialisierte Arbeitsplätze gegeben. „Fallen die weg, wird es schwer, woanders neue zu finden“, sagte de Vries.

Sprecher Neukirch sagte am Dienstag, die Evangelische Zeitung sei in ihrer Existenz bis 2015 gesichert, danach müsse die Landessynode entscheiden. Die sinkende Abonnententzahl war allerdings einer der Gründe, die Verlagsleiter Vetter als Grund für rote Zahlen nannte.

Die Buchhandlung an der Marktkirche ist von der Krise des Lutherischen Verlagshauses nicht betroffen.

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