Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt 20 Steuersünder aus Hannover zeigen sich selbst an
Hannover Aus der Stadt 20 Steuersünder aus Hannover zeigen sich selbst an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:27 16.02.2010
Rüdiger Hitz kümmert sich um 20 Selbstanzeigen von Steuerhinterziehern. Quelle: Florian Wallenwein

„Die meisten von ihnen stammen aus dem Raum Hannover“, bestätigte Rechtsanwalt Rüdiger Hitz. Die Vermögenswerte, die von den Steuersündern in der Schweiz geparkt wurden, liegen nach Auskunft des Juristen zwischen einer halben Millionen Euro und zweistelligen Millionenbeträgen. Dieses Geld wurde in der Regel versteuert, nicht aber die Zinserträge, die in all den Jahren entstanden. Landesweit haben sich bislang 243 Personen wegen Steuerhinterziehung den Behörden gestellt. Das Niedersächsische Finanzministerium erwartet aus diesen Fällen Steuernachzahlungen im Wert von 16,5 Millionen Euro.

Viele von Rüdiger Hitz neuen Mandanten sind, dem Steuerstrafrechtler zufolge, bereits im Rentenalter. „Die meisten von ihnen haben viel Geld verdient und auch viele Steuern gezahlt“, erklärt er. Fragt Hitz nach den Gründen für den Geldtransfer ins Ausland, bekommt er meist eine Antwort zu hören: „Die Mandanten erklären, sich vor Jahrzehnten aus Angst vor einer möglichen Inflation zu diesem Schritt entschlossen zu haben“, sagte Hitz. Der offenbar unmittelbar bevorstehenden Kauf der Steuer-CD mit Bankdaten vorn rund 1500 Bundesbürgern durch die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hat in vielen betroffenen hannoverschen Familien zu Diskussionen geführt. „Meine Mandanten haben kein Interesse an einer Hausdurchsuchung durch die Steuerfahndung, sie wollen ihre Kinder nicht mit diesem Erbe belasten – deshalb erstatten sie Selbstanzeige“, erklärte der Rechtsanwalt.

Bei der Bearbeitung der Fälle gibt es allerdings immer eine Schwierigkeit – die Kunden der Schweizer Banken haben nur selten Unterlagen über ihre Geschäfte zu Hause. Lediglich ein Mal pro Jahr telefonierten sie mit ihren Beratern in den Geldinstituten und ließen sich die Vermögensstände durchgeben. „Das zeigt, dass ihnen schon bewusst war, dass die ganze Konstruktion unglücklich ist“, erklärte Hitz. Für jeden Steuersünder, der eine Selbstanzeige erstatten will, muss der Anwalt die Unterlagen aus der Schweiz anfordern. Wegen der aktuellen Situation dauert das zwischen neun und zwölf Wochen. Weil aber die Gefahr besteht, dass die Behörden in diesem Zeitraum die Steuer-CD gekauft, ausgewertet und erste Ermittlungen angestellt haben könnten, bleibt Rüdiger Hitz derzeit nichts anderes übrig, als die zu besteuernden Vermögenserträge seiner Mandanten großzügig – der Anwalt nennt es „brutal-profiskalisch“ – zu schätzen und diese Schätzung zur Grundlage der Steuernachzahlung zu machen. Sollte sich später herausstellen, dass die bezahlten Beträge zu hoch ausgefallen sind, könne das noch korrigiert werden.

„Ich rate dringend davon ab, selber in die Schweiz zu reisen, um sich die Unterlagen zu holen“, sagte der Jurist. An den Grenzübergängen, an Flughäfen und in Zügen werde derzeit scharf kontrolliert. „Wer aus der Schweiz kommt und mit Bankunterlagen erwischt wird, wird sofort bei den zuständigen Steuerfahndungsämtern gemeldet“, teilte Hitz mit.

Tobias Morchner

Der 29-Jährige Mann, der am Montag sein Kind entführt und anschließend in Hannover gedroht hatte, es umzubringen, bleibt weiter frei. Von Opferschutzverbänden gab es Kritik, die Staatsanwaltschaft schweigt.

16.02.2010

Selbst im Winter gibt es häufig kein Durchkommen: Das Fahrradchaos vor dem Hauptbahnhof Hanniover ist für viele ein Ärgernis. Rot-Grün fordert deshalb noch mehr Fahrrad-Bügel.

17.02.2010

Der Bau einer behindertengerechten Niederflurstraßenbahn in Hannover dürfte sich erledigt haben, noch bevor es überhaupt konkrete Planungen gibt. „Das Thema ist charmant, aber aus finanziellen Gründen tot“, erklärte der CDU-Verkehrspolitiker Oliver Brandt am Dienstag im Verkehrsausschuss der Region und erntete keinen Widerspruch.

16.02.2010