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Aus der Stadt 20.000 Musikfans kommen zum Plaza-Festival
Hannover Aus der Stadt 20.000 Musikfans kommen zum Plaza-Festival
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10:47 02.06.2012
Von Uwe Janssen
Foto: 20.000 Musikfans feiern auf der Expo-Plaza das NDR-Festival.
Fast 20.000 Musikfans feiern auf der Expo-Plaza das NDR-Festival. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

So kann es kommen. Auf der Bühne steht ein Mann und erzählt von seinen Depressionen, von Robert Enke, von Angst, von Angst vor der Angst. Und die Zustimmung zu diesem ernsten Beitrag signalisiert das Publikum, indem es rote, aufblasbare Plastikröhrchen zusammenschlägt, die der veranstaltende Radiosender verteilt hat, wegen des Funs und so. Das sind, vereinfacht gesagt, die beiden Extreme, die so eine Freiluftveranstaltung wie das Plaza Festival auf dem Expo-Gelände zu bieten hat. So ist das nun mal.

Der Herr mit den ehrlichen Worten ist Kai Wingenfelder, und der kann auch ganz anders. Der kann auch Fun. Mit Fury in the Slaughterhouse hat er bis vor ein paar Jahren so eine Masse Publikum häufiger gehabt. Nun tourt er mit seinem Bruder Thorsten durch die Lande und darf den Einheizer für die fast 20.000 Musikfreunde spielen, die am ersten Tag des Festivals auf die Plaza gekommen sind. Mit ein paar Fury-Hits wie dem abschließenden achtminütigen „Time to Wonder“ haben die Brüder und ihre Band dann am Ende ihres dreiviertelstündigen Sets einen ordentlichen Grundstein gelegt für das, was dann noch kommen wird.

Auf der Expo-Plaza steigt wieder das große NDR 2 Festival mit unter anderem: Xavier Naidoo, Rea Garvey,Tim Bendzko und wingenfelder:Wingenfelder

Es ist eine bunte Masse, die Wingenfelder und Wingenfelder da bedienen. Unter anderem auch deshalb, weil viele Regenjacken mitgenommen haben. Aber Hoffen hilft, sogar die Sonne scheint irgendwann. Vielleicht ist ja da oben jemand Fan von Tim Bendzko. unten jedenfalls scheinen ziemlich viele Menschen wegen ihm hierher gekommen zu sein. Und dafür hat der Mann sich schick gemacht. Er trägt neben der Standardausrüstung Lockenhaupt und Kapuzenpulli eine dunkelrandige Hornbrille.

Das passt prima, weil er sich so auch optisch dem Hauptact des Abends nähert. Stimmlich ist Tim Bendzko ohnehin auf der Schiene von Xavier Naidoo. Dass er zum 134.563. Mal die Welt retten muss, ist in seiner Dreiviertelstunde Auftrittszeit gar nicht die größte Attraktion. In getragenen Songs wie „Es kommt zurück“ – laut Bendzko nachträglich dem „Exbundespräsidenten“ gewidmet – kommt seine sängerische Qualität viel besser zum Tragen. Und bei „Ich laufe“ macht sich gar eine gewisse melodramatische Stimmung auf der Plaza breit.

Da freuen sich als angeregte Beobachter auch Hannovers Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler, der wie seine Kollegen zwischen Israel-Spiel am Tag zuvor und der Abreise ins EM-Quartier noch ein paar Tage Heimaturlaub hat und sich die mit Livemusik vertreibt. Auch Franziska Stünkel ist rausgefahren – im wahrsten Sinne. Nach „sechs Tagen im Schneideraum“ für ihr Mammut-TV-Projekt „Der Tag der Norddeutschen“ ist sie froh, wieder mal Tageslicht zu sehen. Mit Folgen: „Ich tanze heute zu allem.“ Was sicherlich nicht böse gemeint war in Richtung Bendzko.

Rea Garvey leitet dann den zweiten Teil des Abends ein, den die Jurymitglieder der Castingshow „The Voice of Germany“ sozusagen unter sich aufteilen. Der Reamonn-Sänger auf Solopfaden hat von den Popsängern das rockigste Programm dabei. Allmählich ist die Plaza trotz langsam schwindender Außentemperatur auf Betriebswärme, die roten Plastikklatschhilfen sausen über den Köpfen, und Franziska Stünkel kann ab jetzt durchtanzen.

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