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Aus der Stadt 2018 steigen die Eintrittspreise vom Kleinen Fest
Hannover Aus der Stadt 2018 steigen die Eintrittspreise vom Kleinen Fest
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00:17 30.07.2017
Von Juliane Kaune
Harald Böhlmann (73) leitet das Kleine Fest. Er hat es 1986 in den Großen Garten geholt und ist seitdem ohne Unterbrechung dabei. Quelle: Rainer Droese
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Hannover

Harald Böhlmann, Sie leiten das Kleine Fest. Dreimal musste es dieses Jahr abgesagt werden. Wann ist das zuletzt passiert?

Das hat es in den 31 Jahren, die das Fest bereits besteht, noch nie gegeben. Bisher waren zwei ausgefallene Veranstaltungen das jährliche Maximum.

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Die dritte Veranstaltung, die am vergangenen Mittwoch, hat Gartendirektor Ronald Clark mit Zustimmung der Stadtverwaltung abgesagt, weil Wege und Plätze durch den Dauerregen schon zu sehr gelitten hätten. Was sagen Sie dazu?

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Das Kleine Fest läuft noch an drei Abenden. Am heutigen Freitag, am Sonnabend und am Sonntag, Einlass ist jeweils ab 17.15 Uhr, das Programm startet um 18.30 Uhr. Für jede Veranstaltung gibt es noch 200 Karten an der Abendkasse.

Das war die Entscheidung des Gartendirektors, die ich nicht kommentieren möchte. Ich will nur sagen, dass wir das Ergebnis dieser Entscheidung zutiefst bedauern. Wir haben noch versucht, die Gäste zeitnah über Radio, Hotline und Internet zu informieren. Doch 500 bis 600 Leute sind wohl trotzdem gekommen. Nicht nur sie waren natürlich sehr enttäuscht - zumal sogar die Sonne geschienen hat.

Drei ausgefallene Abende - was bedeutet das für die Festkasse?

Grundsätzlich gilt, dass wir bis zu zwei nicht durchgeführte Abende pro Spielsaison ohne ein Defizit im Budget kompensieren können. Das liegt daran, dass wir entsprechend kalkulieren und in manchen Jahren auch gar keine Veranstaltungen ausfallen müssen. Aber aktuell ist durch die dritte Absage ein Einnahmeverlust von etwa 100 000 Euro entstanden.

Das Kleine Fest im Großen Garten hat am Mittwoch mit 3300 Gästen seine Premiere gefeiert - obwohl es zu Beginn stark regnete.

Müsste der nicht höher liegen bei 3500 Gästen pro Abend?

In unserer Kalkulation sind sowohl diejenigen Besucher berücksichtigt, die den vollen Eintrittspreis von 30 Euro zahlen, als auch diejenigen, die ermäßigte Tickets für 17 Euro erworben haben. Wie hoch das Defizit am Ende tatsächlich sein wird, ergibt sich erst nach der Endabrechnung. Voraussichtlich werden wir mit einem Minus in das nächste Veranstaltungsjahr gehen.

Die Stadt ist für die jüngste Absage verantwortlich. Stellen Sie ihr jetzt die Kosten in Rechnung?

Das Kleine Fest ist zu 100 Prozent eine städtische Veranstaltung und auch im städtischen Etat veranschlagt. Ich habe als Organisator einen Intendantenvertrag mit der Stadt - das ist eine Konstellation, die in etwa mit den Kunstfestspielen Herrenhausen vergleichbar ist. Die Stadt muss also im Ernstfall den finanziellen Ausfall ausgleichen. In der Praxis werde ich das Gespräch suchen, um eine Lösung zu finden. Ich hoffe, es wird möglich sein, den Fehlbetrag über unsere internen Planungen zu kompensieren, ohne dass die Stadt in die Bresche springen muss.

Das heißt, Sie erhöhen die Eintrittsgelder?

In der Tat werden wir 2018 die Preise anheben müssen, nachdem sie mehrere Jahre stabil waren. Das hat aber - ganz ehrlich - nichts mit der diesjährigen Problematik zu tun. Es war ohnehin geplant und auch nötig. Die Kosten sind allgemein gestiegen, das gilt für die Künstlergagen wie für die Logistik. Wie viel teurer die Tickets werden, kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich höre immer wieder von Kollegen aus der Veranstaltungsbranche, aber auch von Besuchern, dass wir vergleichsweise günstige Preise für unser Programm anbieten.

Es ist die wohl schönste und stimmungsvollste Veranstaltung, die Hannover im Sommer zu bieten hat: Das Kleine Fest im Großen Garten. Hier sind unsere Tipps, die in dem umfangreichen Programm weiterhelfen können.

Nicht immer sind die Besucher so wohlmeinend. Nach der diesjährigen Premiere gab es heftige Kritik daran, dass Sie die Veranstaltung trotz Regens nicht abgebrochen haben. Es wurde gemutmaßt, Sie wollten die Einnahmen behalten, statt den Gästen den Eintritt zu erstatten.

Das muss ich aushalten, auch wenn es keineswegs den Tatsachen entspricht. Leider stimmte die sonst so zuverlässige Prognose der Kollegen vom Wetterdienst an diesem Abend nicht genau, und es regnete auch nach 19 Uhr zunächst weiter. Gleichwohl gingen im Laufe des Abends sechs von acht Auftrittsrunden ohne Regen über die Bühnen - und alle, die dabei waren, waren froh, dass wir nicht abgesagt haben.

Starkregen im Sommer, herbstliche Temperaturen - das Wetter schlägt immer mehr Kapriolen. Wie kann man das Kleine Fest wetterfester machen?

Da gibt es keine Möglichkeit. Die Künstlerbühnen zu überdachen passt nicht in das Ambiente des Gartens, und dann stehen die Menschen ja trotzdem im Regen davor. Ich kann die ganze Veranstaltung auch nicht einfach in eine Messehalle verlegen - dann fehlte ja der Hauptdarsteller, der Garten.

Conrad von Meding 27.07.2017
27.07.2017