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Aus der Stadt Mehr als nur Techniker
Hannover Aus der Stadt Mehr als nur Techniker
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00:29 22.01.2015
Von Bernd Haase
Hoher Besuch: Ministerpräsident Stephan Weil (rechts) und Wirtschaftsstaatssekretär Uwe Beckmeyer (l.) gratulieren Kammerpräsident Hans-Ullrich Kammeyer.
Hoher Besuch: Ministerpräsident Stephan Weil (rechts) und Wirtschaftsstaatssekretär Uwe Beckmeyer (l.) gratulieren Kammerpräsident Hans-Ullrich Kammeyer. Quelle: Michael Thomas
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Jemandem zu sagen, er erscheine älter, als er ist, gilt gemeinhin als unhöflich. Ministerpräsident Stephan Weil tat das trotzdem beim Empfang zum 25. Geburtstag der Ingenieurkammer Niedersachsen in der Niedersachsenhalle am Stadtpark. „Ich war überrascht, dass die Kammer erst ein Vierteljahrhundert alt ist. Ich bitte ausdrücklich, dies als Kompliment zu verstehen“, sagte Weil vor mehreren Hundert Gästen. Er habe die Standesvertretung als eine rührige Instanz kennengelernt, die sich aktiv in politische Prozesse einmischt - „so, als ob es sie immer schon gegeben hätte“.

Die Kammer vertritt die berufspolitischen, wirtschaftlichen und fachlichen Interessen von rund 6000 Mitgliedern landesweit. Sie führt unter anderem die Listen für Entwurfsverfasser und Tragwerksplaner, bestellt und vereidigt Sachverständige. Zentrales Anliegen ist der Berufsbezeichnungsschutz - wo Ingenieur draufsteht, soll auch Ingenieur drin sein. Nur wer ein entsprechendes Studium mit mindestens sechs Theoriesemestern an einer anerkannten Hochschule abgeschlossen hat, soll diesen Titel führen dürfen.

„Made in Germany steht für Qualität“

„Made in Germany steht überall in der Welt für Qualität, Verlässlichkeit und Innovation. Ingenieure spielen eine entscheidende Rolle, damit das so bleibt“, sagte Weil. Der Ministerpräsident bedauerte, dass der Titel Diplom-Ingenieur nicht mehr verliehen wird: „Er ist auf dem Altar des Fortschritts geopfert worden - wobei ich nicht genau weiß, worin hier der Fortschritt besteht.“ An dieser Stelle gab es Beifall vonseiten des Publikums.

„Die Entwicklung der Ingenieurkammer ist noch nicht zu Ende“, betonte Präsident Hans-Ullrich Kammeyer. Er bezeichnete die Standesmitglieder als spezielles Völkchen - eines, das andere Wissenschaftler wie Philosophen und Soziologen früher als Zulieferer in Sachen technischer Kompetenz betrachtet hätten. „Heute müssen wir auch gesellschaftlich präsent sein“, forderte Kammeyer. Es reiche nicht, die Energiewende technisch zu planen. „Wir müssen erläutern, was sie bedeutet, und dies gesellschaftlich rüberbringen“, sagte der Kammerpräsident. Technik bedeute in hohem Maße Verantwortungsbewusstsein.

Auch Ingenieurnachwuchs und drohender Fachkräftemangel war ein Thema des Abends: „Wir haben in den betreffenden Studiengängen immer noch zu hohe Abbruchquoten“, beklagte Minister­präsident Weil und warb um Ursachenforschung. Den Vorwurf, dem Nachwuchs mangele es an Leistungsbereitschaft, ließ er nicht gelten: „Wer sich für ein solches Studium qualifiziert, hat schon Leistungswillen bewiesen.“

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