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Aus der Stadt 250 Flüchtlinge sollen in alte VHV-Zentrale
Hannover Aus der Stadt 250 Flüchtlinge sollen in alte VHV-Zentrale
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07:37 22.10.2015
Von Andreas Schinkel
Das alte VHV-Gebäude soll zum Quartier für 250 Menschen werden. Quelle: Archiv
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Hannover

In das ehemalige Gebäude der Versicherung VHV in der List will die Stadt möglichst rasch Flüchtlinge einquartieren. Auf zwei Etagen sollen rund 250 Menschen unterkommen, jedoch nur vorübergehend für gut zwei Jahre. Nach Informationen der HAZ will der Eigentümer der Immobilie das Bürohaus danach abreißen lassen, um auf dem Grundstück in der Constantinstraße Wohngebäude zu errichten. Das Verwaltungspapier mit Angaben zu Mietkonditionen wird den Mitgliedern des vertraulich tagenden Verwaltungsausschusses Donnerstag vorgelegt. Eine Zustimmung gilt als sicher. Einige Büros in der Immobilie werden noch vom Regionsklinikum genutzt.

Der Mietvertrag für die geplante Flüchtlingsunterkunft umfasst bereits den Monat Oktober. Zwar will die Stadt noch einige Umbauarbeiten erledigen, doch schon im November dürften die ersten Flüchtlinge in das Gebäude einziehen. Die Miete ist äußerst günstig und liegt noch unterhalb des Sozialtarifs. Auf jeder Etage will die Stadt Gemeinschaftsküchen für die Asylsuchenden einrichten, zudem mietet sie 3500 Quadratmeter Außenfläche an. Die Eingänge für das Flüchtlingswohnheim und die verbliebenen Büros werden separiert.

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Die meisten Räume in dem Versicherungsbau stehen leer. Hauptmieter ist derzeit das Regionsklinikum. Die gesamte Verwaltungsspitze des Klinikums residiert in dem Gebäude, erst kürzlich wurde der Mietvertrag bis 2017 verlängert. Die Klinikmitarbeiter stehen den neuen Nachbarn offen gegenüber. „Wir würden uns freuen, wenn mehr Leben im Haus wäre“, heißt es. Im Umfeld der Constantinstraße teilt nicht jeder diese Meinung. CDU-Ratsherr Lars Pohl, zugleich Vertreter im Bezirksrat Vahrenwald-List, berichtet von aufgeregten Anwohnern, die sich um den angeblichen Wertverfall ihrer Immobilien sorgen. „Ein Blick auf die Stadtkarte zeigt aber, dass es in der List bisher nur wenige Unterkünfte gibt“, sagt Pohl. Zu nennen sei die mit rund 50 Asylsuchenden belegte Sporthalle der Käthe-Kollwitz-Schule sowie ein Wohnheim der GBH an der Hebbelstraße, das aber erst geplant wird. Die Gemüter beruhigen sich, meint Pohl, wenn klar werde, dass die Unterbringung im VHV-Haus nur vorübergehend ist.

Vor zwei Wochen wurde in der List ein anonymes Flugblatt verteilt. Das Schreiben forderte Anwohner zu einer Versammlung vor dem VHV-Gebäude auf. Womöglich sei die „Integrationsfähigkeit überfordert“, hieß es in dem Schreiben. Gekommen ist am Ende nur eine Handvoll Anwohner, die von zahlreichen Gegendemonstranten in Empfang genommen wurden.

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