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Aus der Stadt Luther-Musical: 2500 Sänger proben im HCC
Hannover Aus der Stadt Luther-Musical: 2500 Sänger proben im HCC
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18:17 08.01.2017
Von Gunnar Menkens
Fast voll besetzt ist der Kuppelsaal im HCC, als 2500 Sängerinnen und Sänger ihr Zusammenspiel proben.  Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Singen im Chor bedeutet, auf Feinheiten zu achten, im besten Fall in jeder Passage. 2500 Sängerinnen und Sänger im Hannover Congress-Centrum proben am Sonntag diese Präzision, im Parkett Tenorstimmen, auf den Rängen helle Soprane.

Vorne auf der Bühne fordert Dirigent Wolfgang Teichmann Konzentration und „extrem gute, gute Aussprache“. Der Chor beginnt eine Zeile: „Die ganze Welt ist hier zu Gast, hier wird geliebt, hier wird gehasst.“ Die Rede ist von Worms, wo Martin Luther seine 95 Thesen widerrufen soll. Nicht schlecht gesungen, denken Laien, doch Teichmann will mehr. Mehr aus der Hüfte, sagt er. „Mehr entspannen und federn, nicht so ernst.“ Was 2500 Menschen im nächsten Durchgang versuchen, und, ja, sie federn, einen Schritt näher am Unernsten.

Ein Riesenchor probte mit 2500 Menschen im Kuppelsaal des HCC für das Musical "Luther".

Nächste Passage. Im Text kommt das Wort „mutig“ vor, unerlässlich in einem Pop-Oratorium über den Kirchenrevolutionär. Wieder will Teichmann vom Chor hören, um was es im Stück geht. „Das kann man nicht so weglallern, ihr müsst fast ein bisschen nach vorn drängeln.“ Er meint den Chor im Zusammenspiel mit dem Orchester und fordert die Sänger auf, sich auf die Stuhlkanten zu setzen, mit Anspannung im Körper, um dann durchzuziehen: Das „M“ betonen, „sonst klingt es nur wie utig“. Hat das geklappt, sollen die Soprane auf den Tribünen noch bedenken, bei jedem Einsatz etwa eine Millisekunde früher zu beginnen als die Herren im Parkett, weil der Schall eben ein bisschen unterwegs und einen Hauch Vorsprung braucht, ehe er gleichberechtigt unten auf Bässe treffen kann.

Die Probe wird gut fünf Stunden dauern. Zum ersten und letzten mal gehen Chor und Dirigenten das Pop-Oratorium „Luther“ durch. Es klingt eindrucksvoll im Kuppelsaal, wenn 2500 Stimmen miteinander harmonieren, auch wenn es bei dieser Probe Musik nur vom Band gibt. Ernst wird es am kommenden Sonnabend und Sonntag , wenn das Großprojekt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover in der TUI-Arena aufgeführt wird, übrigens in „einer Hauptstadt der Chöre“, wie Schirmherr Stefan Schostok zur Begrüßung Hannover lobpreiste. Pro Abend werden 6000 Besucher erwartet, es gibt noch Karten.

Mit den Auftritten beginnt eine Deutschlandtournee, dessen Finale im Oktober in Berlin vom ZDF übertragen. Die Besonderheit: Das professionelle Ensemble wird an jedem Ort von lokalen Chören unterstützt. Für die Region Hannover bedeutet das für beide Aufführungen: 63 Chöre und Einzelsänger mit 2031 weiblichen und 457 männlichen Stimmen. Der älteste Teilnehmer ist 87, das jüngste Mitglied sieben Jahre alt, das durchschnittliche Alter liegt bei 48. Knapp 30 Prozent der Sänger sind katholischen Glaubens.

Und wo liegt der Gegenwartsbezug im 500. Jahr des Thesenanschlags? Arend de Vries, Geistlicher Vizepräsident der Landeskirche, sagte, Luthers Botschaft sei sehr aktuell: „Selber denken, das bedeutet: nicht irgendwelchen Leuten und News zu folgen.“

Dirigent Jochen Arnold: „Die Zuhörer sollen etwas über Luther erfahren“

Herr Arnold, Sie müssen gemeinsam mit Ihrem Kollegen Teichmann etliche Chöre und Einzelsänger, die noch nie zusammen gesungen haben, zu einem gemeinsamen Chor aus 2500 Menschen zusammenfügen. Sind Sie aufgeregt?

Ja, da ist man tatsächlich noch ein bisschen nervös. Und ich bin auch gespannt, wie diese Musik in einer großen Halle klingen wird.

Auf was müssen die Sängerinnen und Sänger bei den Aufführungen des Luther-Oratoriums am kommenden Wochenende in der Tui-Arena achten?

Die Einsätze müssen stimmen und die Tonalität. Bei den Proben kommen Tempo und Groove vom Band, da sind wir Dirigenten nur Sklaven der Maschine.

Was wäre denn in Ihren Augen und Ohren eine gelungene Inszenierung für die Zuschauer?

Der Ton muss sauber sein. Ich will schon Qualität, es geht mir nicht allein um das Wohlfühlgefühl. Und es wäre schön, wenn die Leute am Ende etwas über Luther erfahren haben.

Interview: Gunnar Menkens     

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