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Aus der Stadt 27-Jährige liegt nach Säureattacke im Koma
Hannover Aus der Stadt 27-Jährige liegt nach Säureattacke im Koma
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00:15 19.02.2016
Von Jörn Kießler
Der Angriff auf die 27-Jährige ereignete sich an der Bremer Straße in Leinhausen. Quelle: Christian Elsner
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Hannover

Einen Tag nach der Säureattacke auf die 27 Jahre alte Vanessa M. in Leinhausen, hat ein Haftrichter den mutmaßlichen Täter in Untersuchungshaft geschickt. Er ist nach Informationen der HAZ bereits mehrfach wegen anderer Gewaltdelikte mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Das Opfer liegt nach einer Notoperation im Friederikenstift im künstlichen Koma. „Die Ärzte hoffen,die Sehfähigkeit auf zumindest einem Auge der jungen Frau retten zu können“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge.

Am Cuxhavener Hof in Leinhausen hat es eine Attacke mit einer ätzenden Flüssigkeit auf eine Frau gegeben.

Ihr ehemaliger Freund, ein deutscher mit südamerikanischem Migrationshintergrund, soll Vanessa M. am Montag gegen 5.30 Uhr unmittelbar vor dem Mehrfamilienhaus an der Bremer Straße angegriffen haben, in dem die 27-Jährige wohnt. Eine Zeugen hatte das Paar gesehen, wie es sich auf einem Fußgängerweg zwischen Bremer Straße und Oker weg stritt. Kurz nachdem die Frau die beiden passiert hatte, hörte sie einen Schrei und sah, wie der 32 Jahre alte Verdächtige flüchtete. Kurz zuvor hatte er Vanessa M. offenbar eine ätzende Flüssigkeit ins Gesicht geschüttet.

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Um was es sich dabei handelt, ist noch unklar. Techniker der Kriminalpolizei überprüfen derzeit, ob es sich um Batterieflüssigkeit handelt. Die schwefelsäurehaltige Flüssigkeit, die farb- und geruchlos ist, zersetzt organische Stoffe wie Pappe, Holz und Textilien. Selbst mit Metall reagiert die Säure. Auf Haut und Schleimhäuten wirken schon geringe Mengen stark ätzend. Selbst eingeatmeter Dampf, der Batteriesäure enthält, kann die Atemwege stark schädigen. 
„Der Verdächtige bestreitet, dass er die Flüssigkeit zum Tatort mitgebracht hat“, sagt Klinge. Zwar konnten die Ermittler bisher nicht mit dem Opfer sprechen, dennoch hat die Staatsanwaltschaft bereits Hinweise, dass Opfer und Täter sich nicht nur kannten, sondern eine „schwierige Beziehung“ führten. Ein bekannter des Paares sagte gegenüber der HAZ, dass sich Vanessa M. und der mutmaßliche Täter gestritten haben sollen. Das soll darin gemündet haben, dass M. auf ihrem Facebook-Profil das Ende ihrer Beziehung verkündet haben soll. Zu überprüfen, ob es diesen Eintrag tatsächlich gab und er womöglich der Auslöser für den Angriff war, wird für die Ermittler schwierig sein. Das Profil der 27-Jährigen in dem sozialen Netzwerk wurde in der vergangenen Nacht offenbar gelöscht. 

Der 32-Jährige ist der Polizei bereits bekannt. Er trat schon mehrfach wegen anderer Gewaltdelikte in Erscheinung. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen schwerer Körperverletzung eingeleitet. Dafür könnte er zu einer Haftstrafe von drei bis 15 Jahren verurteilt werden. 

19.02.2016
16.02.2016
Jutta Rinas 19.02.2016
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