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Aus der Stadt 300 Schüler feiern im Maschpark und hinterlassen Müllberg
Hannover Aus der Stadt 300 Schüler feiern im Maschpark und hinterlassen Müllberg
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22:27 31.05.2010
300 Jugendliche waren am Sonnabend einem Aufruf zu einer Feier im Maschpark gefolgt. Quelle: Burkert
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Sie verabredeten sich spontan im Internet, trafen sich zu einer Schülerfeier im Maschpark – und ließen einen großen Müllberg zurück. Für die Beseitigung des Abfalls, mit dem die rund 300 Gäste der sogenannten Flashmobparty am Sonnabend die Wiese hinter dem Neuen Rathaus übersät hatten, muss jetzt die Stadt aufkommen. Noch in der Nacht beauftragte die Verwaltung kurzerhand einen Trupp des Entsorgungsbetriebs aha mit den Aufräumarbeiten. „Unsere Mitarbeiter waren sehr überrascht, wie extrem vermüllt das Gelände gewesen ist“, sagte Unternehmenssprecher Stefan Altmeyer. Die Kosten für die Beseitigung des Maschpark-Mülls wird aha der Stadt in Rechnung stellen.

Die kurzfristig angesetzten Schülerfeten werden offenbar zum Problem für Hannover. Vergangenen Donnerstag kamen Polizeipräsident Uwe Binias und sein Stellvertreter Rainer Langer mit Oberbürgermeister Stephan Weil zusammen, um sich abzustimmen. „Dabei sind allerdings keine konkreten Maßnahmen vereinbart worden“, teilte Stadtsprecher Klaus Helmer mit. Man wolle die Entwicklung der Spontanpartys aber kritisch im Auge behalten, hieß es seitens der Verwaltung.

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Bei der Feier am Sonnabend hatte die Polizei die Gäste zum großen Teil gewähren lassen. Die Zivilkräfte kontrollierten lediglich Jugendliche, bei denen Verdacht auf Alkoholmissbrauch bestand.

Bei einer ähnlichen Veranstaltung zwei Wochen zuvor am Altwarmbüchener See hatten die Beamten den versammelten Jugendlichen Platzverweise erteilt. Sie sahen die öffentliche Sicherheit und Ordnung durch den am Ufer und auf den Wegen herumliegenden Müll gefährdet. „Bei der Party im Maschpark waren die Kollegen deshalb zurückhaltender, weil die Stadt zugesichert hatte, sich um den Müll zu kümmern“, teilte Polizeisprecherin Anja Gläser mit. Grundsätzlich wolle die Behörde den Jugendlichen nicht das Feiern in der Öffentlichkeit verbieten, sodass man in jedem Einzelfall mit Augenmaß vorgehen werde, so die Sprecherin weiter. Diesen Vorsatz können die Beamten möglicherweise schon bald in die Tat umsetzen. Die Jugendlichen haben angekündigt, dass sie sich bereits am kommenden Wochenende erneut im Maschpark treffen wollen. „Das Tolle an diesen Partys ist, dass man ganz viele Leute treffen kann, die man sonst nicht kennenlernen würde“, hatte eine Schülerin am Sonnabend noch geschwärmt. Doch genau darin liegt die Schwierigkeit einer solchen Spontanfete. Es gibt keinen offiziellen Ausrichter, der für die Folgen verantwortlich gemacht werden kann, da die Verabredungen anonym ins Netz gestellt werden. Am Veranstaltungsort fühle sich deswegen ebenfalls niemand dafür verantwortlich, den Partyplatz aufgeräumt zu hinterlassen. „Diese Flashmobs sind reine Spaßveranstaltungen und somit keine Veranstaltungen im Sinne des Versammlungsgesetzes“, sagte Klaus Engemann, Sprecher des niedersächsischen Innenministers. Deshalb bedürfe es bei einer Spontanparty, anders als beispielsweise bei einer Demonstration, eben keiner vorherigen Anmeldung bei den Behörden und auch nicht der Benennung eines Verantwortlichen. „Die Polizei kann nur dann etwas unternehmen, wenn zu erwarten ist, dass von dem Flashmobtreffen allgemeine Gefahren ausgehen“, ergänzte Engemann.

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