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Aus der Stadt 300 Teilnehmer bei Ostermarsch in Hannover
Hannover Aus der Stadt 300 Teilnehmer bei Ostermarsch in Hannover
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00:15 18.04.2017
Von Michael Zgoll
Ostermarsch in Hannover. Quelle: dpa
Hannover

Am früheren Maritim Grand Hotel, umfunktioniert zur Flüchtlingsunterkunft, kommen sie sich ein wenig näher: 300 Ostermarschierer und ein Dutzend junger Männer, die aus Kriegsgebieten geflüchtet sind. Aus einem Lautsprecher auf dem Friedrichswall dröhnt Donovans „Universal Soldier“, einige Demonstranten rufen zu den Fenstern hinauf: „Kommt runter, reiht euch ein.“ Doch das Winken der Flüchtlinge wirkt etwas zögerlich, natürlich kommt keiner herunter, spontan und bestenfalls ahnend, was sich auf der Straße abspielt. Auf einem der Plakate steht zu lesen: „Waffenexporte produzieren Kriege produzieren Flüchtlinge“ – eines der wichtigsten Themen des hannoverschen Ostermarschs, der einer von vielen seiner Art bundesweit ist.

Gestartet war die hiesige österliche Friedensdemo erstmals in ihrer Geschichte in der Ruine der Aegidienkirche. Das am 9. Oktober 1943 zerstörte Gotteshaus mache gut sichtbar, sagte Hermann de Boer vom kirchlich orientierten Arbeitskreis Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung, was Bomben anrichten können: „Und darum dürfen wir nicht abstumpfen gegenüber dem Leiden in der Welt.“

Bilder vom Ostermarsch in Hannover.

Eine Losung wie „Nie wieder Krieg“ bedeute nicht, so Landeskirchen-Referent Lutz Krügener, wegzusehen und nichts zu tun: „Wir müssen mutig handeln im Sinne aller Leidtragenden.“ Klar sei aber, dass es keine einfachen Lösungen gebe. Nicht einfach hatte es auch Geiger Ulrich von Wrochem, gegen das gelegentlich anschwellende Knattern der Polizeihubschrauber anzuspielen, die den Aufmarsch der Fans zum Fußballspiel Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig überwachten.

Initiiert hatten den Ostermarsch das Friedensbüro und die Deutsche Friedensgesellschaft, unterstützt wurde die Demonstration von der evangelischen Kirche, Gewerkschaften, Globalisierungsgegnern, verschiedenen linken Gruppierungen und dem Bezirksrat Linden-Limmer. Mehrere Redner – zunächst in der Aegidienkirche, nach dem Marsch durch die Innenstadt am Steintor – wiesen darauf hin, dass Deutschland zu den größten Waffenexporteuren der Welt gehört. Völlig unannehmbar sei, so hieß es, den Verteidigungsetat um 25 Milliarden Euro zu erhöhen, damit die Rüstungsausgaben die von den US-Amerikanern geforderten zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen. Auch die Forderung von Rednerin Almut Tobola, alle Atomwaffen abzuschaffen und die Auslandseinsätze der Bundeswehr zu beenden, war bei dieser Demo sicher Konsens.

Die Begegnung von Ostermarschierern und den ihnen entgegenkommenden Fußballfans auf der Karmarschstraße verlief komplikationslos. Nur wenige der zum Stadion Strebenden mochten jedoch ein Flugblatt in Empfang nehmen, und die mahnenden Worte von Friedensbüro-Aktivistin Brunhild Müller-Reiß, sich aktiv für Abrüstung und Frieden in aller Welt einzusetzen, erreichten wohl nur die wenigsten.  

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