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Aus der Stadt 300 neue Plätze für Flüchtlinge
Hannover Aus der Stadt 300 neue Plätze für Flüchtlinge
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08:18 22.11.2014
Von Andreas Schinkel
Foto: Das leer stehende Oststadtkrankenhaus könnte bald als Unterkunft für Flüchtlinge dienen.
Das leer stehende Oststadtkrankenhaus könnte bald als Unterkunft für Flüchtlinge dienen.  Quelle: Hagemann (Archiv)
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Hannover

Am kommenden Donnerstag werde den Ratspolitikern ein entsprechendes Papier vorgelegt, kündigte Oberbürgermeister Stefan Schostok am Freitag im Sportausschuss an. Heißt im Klartext: Details sind noch zu klären, aber im Grunde ist man auf einer Linie. „Möglichst vor Weihnachten soll das Bettenhaus beziehbar sein“, sagt Stadtsprecher Andreas Möser. Stadt und Klinikum hatten monatelang um das Gebäude gerungen. Wie hoch am Ende die Mietkosten für die Stadt ausfallen, bleibt unklar.

Das dürfte für Schulen und Sportvereine in Ahlem eine gute Nachricht sein. Sie müssen derzeit auf ihr Training in der Turnhalle des Schulzentrums Ahlem verzichten, weil dort vor wenigen Tagen rund 30 Flüchtlinge einquartiert wurden. Am Montag steigt die Zahl auf 40 Menschen, und die Stadt prüft, ob noch weitere Feldbetten aufgestellt werden müssen. In den Klassenzimmern der Schule sind bereits rund 200 Menschen untergebracht. Schostok betont, dass die Sporthalle „so schnell wie möglich freigegeben wird“.

Verständnis für die Notlage der Stadt zeigt die Präsidentin des Stadtsportbunds, Rita Girschikofsky. „Ich hoffe aber, dass nicht erneut eine Halle belegt wird“, sagt sie. Ausschließen will das die Stadt aber nicht. Der SV Ahlem nutzt die Sportstätte unter anderem für seine Punktspiele im Handball. Die Stadt hat versprochen, andere Austragungsorte zu finden.

Derweil arrangieren sich die Flüchtlinge im Schulzentrum Ahlem mit den Bedingungen. „Ich bin froh, nicht in der Sporthalle untergebracht zu sein“, sagt Mohammad. Seit einem Monat wohnt der 22-jährige Syrer in einem umfunktionierten Klassenzimmer. Mit sieben weiteren Flüchtlingen teilt er sich den stillgelegten Unterrichtsraum. „Optimal sind die Verhältnisse nicht“, sagt er in einer Mischung aus Deutsch und Englisch. „Die 30 Neuankömmlinge haben im Gegensatz zu mir aber nicht einmal ein richtiges Bett.“ In der Sporthalle hatte man kurz vor Eintreffen der neuen Flüchtlinge Feldbetten aufgestellt, um schnell eine ausreichende Anzahl von Schlafplätzen zu schaffen. Doch die Unterbringung ist für die Flüchtlinge eigentlich nicht geeignet.„Eine wirkliche Privatsphäre hat man in der großen Halle natürlich nicht“, sagt Mohammad. Er mutmaßt, dass die Stadt in den nächsten Tagen noch mehr Flüchtlinge in der Halle unterbringen wird, bis das Oststadtkrankenhaus bezugsfertig ist.

Andreas Schinkel 24.11.2014
Karsten Röhrbein 24.11.2014
Mathias Klein 24.11.2014