Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt 3000 Demonstranten gegen NPD
Hannover Aus der Stadt 3000 Demonstranten gegen NPD
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:49 13.09.2009
Die Südstadt feiert eine bunte Party und versucht die NPD-Demonstranten zu übertönen. Quelle: Michael Thomas

Der Sport verbindet die Kulturen, und deshalb hatte sich auf der Bühne am Klagesmarkt auch ein Redner eingefunden, der im Alltag stets Sorge dafür tragen muss, dass Deutsche, Tunesier, Tschechen, Polen und Finnen ein eingespieltes Team sind. „Wir brauchen keinen braunen Mob“, sagte 96-Klubchef Martin Kind. Indirekt sprach er sich für ein Verbot der rechtsextremistischen Partei aus: „Ich kann nicht erkennen, warum der Steuerzahler diese Partei mit diesem Denken zu finanzieren hat.“

Rund 3000 Menschen hatten sich zu der DGB-Kundgebung „Bunt statt Braun“ versammelt, die sich gegen den Aufmarsch der NPD in der Südstadt richtete. Das sind deutlich weniger als bei der gleichnamigen Veranstaltung am 1. Mai, bei der 15 .000 Menschen Flagge gegen Rechtsextremismus zeigten. Aber, wie Oberbürgermeister Stephan Weil beim offiziellen Abschluss vor dem Rathaus sagte, es sei immer noch eine riesengroße Gemeinschaft, die zeige, dass Hannover „bis auf die Knochen demokratisch ist“.

Hunderte Demonstranten folgten anschließend den Aufrufen von Martin Kramer, einem Sprecher des linken Projekts Avanti, und von Bezirksbürgermeister Lothar Polläne, sich den NPD-Demonstranten in der Südstadt in den Weg zu stellen. Doch die Protestierenden wurden bereits am Henriettenstift gestoppt. Die Polizei hatte die Marschroute der Rechtsradikalen hermetisch abgeriegelt. 2300 Beamte, Polizeibullis und Wasserwerfer waren im Einsatz, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern. „Es ist unverhältnismäßig, einen ganzen Stadtteil in einen Belagerungszustand zu versetzen“, kritisierte später Hannovers DGB-Chef, Sebastian Wertmüller, das Vorgehen der Polizei.

Neonazis und NPD-Funktionäre sind am Sonnabend durch die Südstadt Hannovers gezogen.

Die 270 Teilnehmer der NPD-Demonstration waren am Vormittag geschlossen vom Hauptbahnhof zum Bahnhof in Kleefeld und von dort mit einer Stadtbahn zum Braunschweiger Platz gebracht worden. Die Polizei durchsuchte jeden Einzelnen nach Waffen und anderen verbotenen Gegenständen. Deshalb konnte die Auftaktkundgebung, bei der Hetzreden gegen Ausländer, Homosexuelle und Politiker anderer Parteien gehalten wurden, erst mit über einer Stunde Verzögerung beginnen. Während der Ansprachen musste die Polizei mehrfach einschreiten, weil die auf einem alten Feuerwehrwagen montierten Boxen zu laut eingestellt waren.

Die Polizei hatte der NPD untersagt, einen Lautstärkepegel von 90 Dezibel zu überschreiten. Zahlreiche Gegendemonstranten versuchten, während der Kundgebung und bei der anschließenden Demonstration, die Absperrungen der Polizei zu durchbrechen. Am Bischofsholer Damm setzte die Polizei Pfefferspray und CS-Gas gegen Anhänger antifaschistischer Gruppen ein. 25 Gegendemonstranten war es gelungen, durch die Notaufnahme des Henriettenstifts auf die NPD-Strecke zu gelangen. Die Polizei beendete die Aktion schnell.

Insgesamt nahmen die Beamten 52 Personen vorübergehend in Gewahrsam, weil sie die Absperrungen durchbrochen hatten. Die Anwohner entlang der Demonstrationsroute begegneten den Anhängern der rechtextremistischen Partei mit einer bunten Party. Mehrere Schulen hatten ein großes Transparent mit der Aufschrift „Diese Stadt hat Nazis satt“, gestaltet, das am Henriettenstift hing. Vor allem die Südstädter aus der Kestnerstraße hatten sich viel Mühe gegeben. Bunte Fahnen hingen aus den Fenstern, Konfetti regnete auf die Straße nieder, mit lauter Musik versuchten sie, die Sprechchöre der NPD zu übertönen.

Am Sonnabend haben mehr als 3000 Menschen gegen den Aufmarsch von NPD-Anhängern demonstriert.

Susanne Mondschein und Alex Alzmann waren an die Berliner Allee gekommen, um ein Zeichen gegen den Aufmarsch zu setzen. „Wir sind hier, weil es einfach falsch ist, was die NPD sagt“, sagte der 23-Jährige. Fassungslos blickte der 82-jährige Egon Hugo vom Straßenrand der Berliner Allee auf den Demonstrationszug – und provozierte damit offenbar ein hohes NPD-Mitglied. „Kann ich ihnen irgendwie helfen?“, fragte Matthias Behrens, NPD-Bundestagskandidat aus Schneverdingen, den Senior und lächelte dabei süffisant. Dieser lehnte kopfschüttelnd ab: „Für mich ist das ein Verbrechen, dass diese Verbrecher auf der Straße sind. Ich weiß wovon ich rede, habe alles selber miterlebt“, sagte Kuhn.

Von Sonja Fröhlich, Vivien-Marie Drews und Tobias Morchner

Die zweite IdeenExpo ist am Sonntag mit einem Besucherrekord und vielen strahlenden Gesichtern zu Ende gegangen. Innerhalb von neun Tagen haben rund 283 000 Kinder, Jugendliche, Lehrer und Eltern die Technikschau auf dem Messegelände besucht. Und meist blieb es nicht beim Zuschauen.

Bärbel Hilbig 13.09.2009

Am Sonnabend ist in Hannover im Stadtteil Bothfeld ein Feuer in einem Carport ausgebrochen, unter dem sechs Fahrzeuge abgestellt waren. Die Autos wurden durch die Flammen zerstört, die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus.

13.09.2009

Hannovers Ratspolitiker streiten im Neuen Rathaus über den richtigen Weg aus der Finanzmisere der Stadt.

Gunnar Menkens 12.09.2009