Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt 3000 Euro Belohnung im Fall Monika P.
Hannover Aus der Stadt 3000 Euro Belohnung im Fall Monika P.
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:26 26.01.2010
Von Tobias Morchner
Auf dem Lindener Markt verteilt die Polizei am Dienstag Flugblätter zum Mordfall Monika P. an Passanten.
Auf dem Lindener Markt verteilt die Polizei am Dienstag Flugblätter zum Mordfall Monika P. an Passanten. Quelle: Tim Schaarschmidt
Anzeige

Die Mordkommission „Rose“ hatte sich gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft zu diesem Schritt entschlossen, weil alle bisherigen Hinweise und Zeugenaussagen nicht zu einer heißen Spur geführt haben. Die Polizei kennt bislang nicht einmal den Ort, an dem die 24-Jährige zum Jahresanfang getötet und zerstückelt worden ist. Auch die genaue Todesursache steht nach wie vor nicht fest. Selbst die Unterstützung von Profilern des Landeskriminalamts brachte die Kripo nicht weiter. Bislang scheint nur eines in diesem Fall klar: Die Ermittlungen konzentrieren sich auf den Stadtteil Linden-Süd. Dorthin hatten Spezialhunde, sogenannte Mantrailer, die Beamten vom Fundort aus hingeführt.

Die Polizei Hannover setzt im Fall der ermordeten Monika P. eine Belohnung für Hinweise auf den Täter aus. Die zerstückelte Leiche der jungen Frau war Anfang Januar am Ihmeufer in Hannover gefunden worden.

Erstmals wendet sich die Kripo deshalb ganz bewusst an das direkte Umfeld des Täters. „Wer ein solches Verbrechen begeht, verändert danach sein Verhalten auffällig, wirkt fahrig und unkonzentriert, und das muss jemandem in seiner Familie oder seinem Bekanntenkreis aufgefallen sein“, sagt Harry Blome, einer der Ermittler.

Die Leiche der Gelegenheitsprostituierten Monika P. war am Nachmittag des 4. Januar von Spaziergängern unterhalb der Legionsbrücke am Ufer der Ihme entdeckt worden. Der oder die Täter hatten die Arme und den Kopf abgetrennt und den Torso und die Beine, verpackt in zwei blauen Müllsäcken, hinter dem Brückenpfeiler am Wasser abgeladen. Unklar ist, was mit den fehlenden Leichenteilen geschehen ist. Dennoch konnte die Tote relativ schnell anhand eines auffälligen Tattoos am Rücken, das eine Rose zeigt, identifiziert werden.

Rechtsmediziner hatten bei der Untersuchung der sterblichen Überreste der 24-Jährigen festgestellt, dass sich im Torso und in den abgetrennten Beinen kaum noch Blut befand. „Wir vermuten deshalb, dass dafür am Tatort umso mehr Blut geflossen sein muss und der Täter später versucht hat, diese Spuren zu beseitigen“, erklärt Blome. Auch dabei könnte sich, so der Kriminaloberrat weiter, die gesuchte Person auffällig verhalten haben. „Möglicherweise ist jemandem aufgefallen, dass in einer Wohnung plötzlich ein Teppich oder eine Decke gefehlt hat“, sagte der Beamte.

Da die Leichenteile in gefrorenem Zustand an der Ihme entdeckt worden waren, schließen die Mordermittler nicht aus, dass der Täter Torso und Beine vor dem Verpacken beispielsweise in einer Gefriertruhe oder auf einem Balkon zwischengelagert hat. „Wir suchen auch nach Zeugen, die zu einer möglichen Zwischenlagerung Angaben machen können“, sagte Harry Blome.

Des Weiteren ist der Kripo daran gelegen, den möglichen Zeitraum, in dem sich die Tat ereignet hat, weiter einzugrenzen. Monika P.war zuletzt am Neujahrsmorgen gegen 2 Uhr in der Elisenstraße in Linden lebend gesehen worden. Ihre Spur verliert sich in einer Stadtbahn, die kurz darauf in Richtung Innenstadt fuhr. Ein Fahrgast will die 24-Jährige dort gesehen haben. Erste Ermittlungen hatten ergeben, dass die blauen Mülltüten unter der Legionsbrücke bereits am 2. Januar gegen 9.30 Uhr, also zwei Tage, bevor die Leiche entdeckt wurde, Passanten aufgefallen waren. „Dazwischen liegt ein Zeitraum von mehr als 29 Stunden, in dem viele Menschen möglicherweise etwas Verdächtiges im Zusammenhang mit dem Fall beobachtet haben“, nimmt Harry Blome an. Bislang nicht erfüllt haben sich die Hoffnungen der Polizei in Bezug auf die Analyse des genetischen Materials, das an den blauen Müllsäcken gesichert worden war. „Der Abgleich der DNA von den Müllsäcken mit den genetischen Spuren, die in der Datenbank des Bundeskriminalamts gespeichert sind, hat keinen Treffer ergeben“, hieß es vonseiten der Mordkommission. Hinweise zu dem Fall nimmt der Kriminaldauerdienst jederzeit unter der Telefonnummer (05 11) 1 09 55 55 entgegen.

Frerk Schenker 26.01.2010
Veronika Thomas 26.01.2010
Vivien-Marie Drews 26.01.2010