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Aus der Stadt 3200 Gäste feiern den „Ball des Sports" im Kuppelsaal
Hannover Aus der Stadt 3200 Gäste feiern den „Ball des Sports" im Kuppelsaal
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11:37 18.02.2013
Von Heiko Rehberg
3200 Gäste kamen zum "Ball des Sports" - darunter auch Model Katie Steiner.
3200 Gäste kamen zum "Ball des Sports" - darunter auch Model Katie Steiner. Quelle: Körner
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Hannover

Jeder Ball hat sein Tuschelthema. Beim niedersächsischen Ball des Sports am Freitagabend im Kuppelsaal des hannoverschen Congress Centrums war das nicht anders. Es gab sogar gleich mehrere Tuschelthemen, wie das halt so ist, wenn Sportler auf Vertreter von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft treffen.

Auf der Tanzfläche, an den Tischen und in den Gängen wurde über den bevorstehenden Regierungswechsel in Niedersachsen diskutiert, über den möglichen neuen Namen für das hannoversche Stadion – und natürlich über die jüngsten Niederlagen von Hannover 96, des prominentesten Fußballklubs der Stadt. Auf dem Rasen und bei Wahlen.

Martin Kind, der Klubchef von 96 und ein bekennender Nicht-Tänzer, musste immer wieder erklären, wie das passieren konnte mit der Europa-League-Niederlage in Moskau – und vor allem, ob die „Roten“ am kommenden Donnerstag das Ding noch einmal drehen und die nächste Runde erreichen. Der designierte Ministerpräsident Stephan Weil und Regionspräsident Hauke Jagau, beide Dauergast bei 96-Spielen und ausgewiesene Fußballfans, hörten es gerne, dass Kind noch Hoffnung hat.

Viele der 3200 gut gelaunten Ballgäste staunten nicht schlecht, dass Hannover 96 auch am Freitagabend eine Niederlage kassierte, freilich eine, die Kind derzeit noch am ehesten verkraften kann. Zum Sportlerball, den der Landessportbund Niedersachsen und der Stadtsportbund Hannover veranstalten, gehört nämlich traditionell die Wahl zu Niedersachsens Sportlern des Jahres.

In der Kategorie „Mannschaft“ hatten die meisten mit 96 gerechnet, schließlich war 2012 nicht nur in der Bundesliga, sondern auch international ein tolles Jahr für das Team von Trainer Mirko Slomka. Umso größer war die Überraschung, als die Moderatoren des Balls, ARD-Mann Tom Bartels und Jasmin Wiegand (RTL Nord) das Siegerteam verkündeten: die Faustballfrauen des Ahlhorner SV.

Ahlhorn? Der eine oder andere Ballgast brauchte ein bisschen geografische und sportliche Nachhilfe, doch das war schnell erledigt. Ahlhorn ist ein Ortsteil der Gemeinde Großenkneten im Landkreis Oldenburg. Und Faustball-Hochburg mit offensichtlich vielen Menschen, die bei Wahlen für ihren Klub auf Stimmenfang gehen.

Aber das ist ja das Schöne bei Publikumswahlen: Es gibt Überraschungen wie zum Beispiel Mandy Sonnemann, Niedersachsens neue Sportlerin des Jahres. Die Burgdorferin betreibt Ju-Jutsu, trainiert am hannoverschen Olympiastützpunkt, startet für den TKW Nienburg – und ist dreifache Weltmeisterin. Lediglich bei den Sportlern setzte sich mit Judoka Dimitri Peters, dem Bronzemedaillengewinner bei den Olympischen Spielen in London, der Favorit durch.

Mit Niedersachsens sympathischem Siegerduo freuten sich Landesportbund-Präsident Wolf-Rüdiger Umbach, Stadtsportbund-Präsidentin Rita Girschikofsky und Innen- und Sportminister Uwe Schünemann, früher übrigens ein passabler Basketballspieler beim MTV Altendorf.
Ansonsten wurde getanzt und geklönt bis in die frühen Morgenstunden, zu Musik der Chris Genteman Group oder zu flotten Diskorhythmen im Bonatzsaal. Und in der Ballzeitung, die die HAZ nach 22 Uhr verteilte und die bestens ankam, konnte alles noch einmal nachgelesen werden. Auch die Sache mit dem Überraschungssieg der Ahlhorner Frauen gegen die 96-Profis ...

Volker Goebel 18.02.2013