Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt "Das Panorama ist eine stille Sensation"
Hannover Aus der Stadt "Das Panorama ist eine stille Sensation"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 21.11.2017
Von Michael Zgoll
Seit Sonnabend für Besucher geöffnet: Das Urwald-Panorama am Zoo Hannover.
Seit Sonnabend für Besucher geöffnet: Das Urwald-Panorama am Zoo Hannover. Quelle: Tim Schaarschmidt
Anzeige
Hannover

Rund 14 Minuten dauern ein Tag und eine Nacht im hannoverschen Amazonien. In der Dämmerung sind das Kreischen, Zirpen und Zwitschern der Tierwelt besonders gut zu vernehmen, dann bricht sich die Sonne zwischen Flusslauf und Urwaldriesen Bahn, später setzt ein Gewitter alles wieder in düsteres Licht. Seit Sonnabend ist die neueste Attraktion der Stadt, das von Yadegar Asisi geschaffene 360-Grad-Panorama aus den Weiten Südamerikas, für jedermann zugänglich.

„Total gut“ findet das 3200 Quadratmeter große Riesenbild Christiane Cramer (47) aus Nienburg. Und ihr neunjähriger Begleiter Frederik weiß zu berichten: „Wir haben auf jeder Etage neue Sachen entdeckt.“ Besonders reizvoll ist die Suche nach den Tieren des tropischen Regenwalds, die sich in viel größerer Zahl als auf den ersten Blick zu erahnen zwischen Stämmen, Blattwerk und Lianen tummeln. Am meisten imponiert hat Frederik aber das Gewitter. Vier Tage und Nächte verbringen die beiden schließlich in der 32 Meter hohen Röhre neben dem Zoo – vier Zyklen der Amazonien-Simulation, die der Künstler aus Zehntausenden von Fotos kreiert hat.

Der Zoo Hannover hat sein neues Urwald-Panorama vorgestellt. 

„Ich habe mich richtig in den Urwald hineinversetzt gefühlt“, schwärmt Angelika Maschmann. Und die 62-jährige Davenstedterin setzt noch einen drauf: „Die Atmosphäre ist wirklich ergreifend.“ Enkelin Louisa Petz hat die Musikuntermalung (komponiert von Eric Babak), die sich mit Momenten völliger Stille oder dem Klangteppich von Tierstimmen, Regen und Donner abwechselt, gut gefallen: „Das passt prima.“ Vier Schlangen hat sie entdeckt, Affen, Frösche und viele Vögel, ein Gürteltier und ein Wombat. Ein Wombat? Kann nicht sein, meint die Oma – die gibt’s doch nur in Australien.

Wen man auch fragt an diesem ersten Tag: Die Besucher sind sehr angetan von der stimmungsvollen Erkundungstour ins Amazonasbecken – ein Lebensraum, in den Deutschland 20-mal hineinpasst. Ratsam ist, sich dem Panorama behutsam zu nähern, indem man sich im benachbarten Kino zunächst den Film über die Entstehungsgeschichte des Asisi-Projekts anschaut. Der Aussichtsturm inmitten des gewaltigen Rundum-Panoramas bietet dann auf sechs, zwölf und 15 Metern Höhe drei Schau-Plattformen, und jede wartet mit anderen Perspektiven auf. Den meisten Anklang findet an diesem Premierentag die oberste Etage: Der große freie Raum bis zur Hallenkuppel lässt Mensch und Natur noch winziger erscheinen.

Besuchermeinungen zum neuen Zoo-Panorama.
Werden Sie sich das 360-Grad-Panorama im Zoo ansehen?

Ab Sonnabend ist das 360-Grad-Panorama des Künstlers Yadegar Asisi im Zoo zu sehen.

Ergebnis ansehen
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.
Werden Sie sich das 360-Grad-Panorama im Zoo ansehen?
So haben unsere Leser abgestimmt
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.

Extra aus Borsfleth – das liegt bei Glückstadt – sind Jürgen Schakat und Ines Lützkendorf nach Hannover gereist, um sich das Urwaldpanorama anzuschauen. „Wir haben schon Asisis ,Dresden im Barock‘ und ,Die Mauer‘ in Berlin gesehen“, erzählt der 62-Jährige. Das historische Stadtbild Dresdens, aufgespannt in einem alten Gasometer, habe er im ersten Moment als noch beeindruckender empfunden: „Da springen dich die Motive förmlich an.“ Amazonien in Hannover sei dagegen eher eine „stille Sensation“. Hier müsse man sich erst einmal zehn Minuten hinsetzen und in Ruhe schauen, assistiert seine Begleiterin, bis man die vielen Feinheiten inmitten der grünen Pracht entdecke. Zudem verschaffe die raffinierte Beleuchtung dem Rundumbild eine ganz eigene Tiefe, meint die 47-Jährige: „Und das ist schon beeindruckend.“ So verbringt das Paar im grünen Zylinder am Zoo schließlich 75 Minuten – eine durchaus angemessene Zeitspanne für eine Anreise aus Schleswig-Holstein.

Öffnungszeiten und Preise

Das Panorama ist täglich außer montags von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Die Eintrittspreise: Erwachsene ab 25 Jahre zahlen 12,80 Euro, Erwachsene zwischen 17 und 24 Jahren 11,20 Euro, Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahren 6,80 Euro, Kinder von 3 bis 5 Jahren noch 4,50, Kinder unter drei Jahren haben freien Eintritt. Inhaber von Zoo-Jahreskarten erhalten Ermäßigungen für das Panorama. So zahlen Erwachsene ab 25 10 Euro, junge Erwachsene 8,90 Euro, Kinder und Jugendliche 5,60 Euro und Kinder zwischen 3 und 5 Jahren 3,40 Euro.

19.11.2017
19.11.2017
18.11.2017