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00:24 21.03.2015
Foto: Unterschiede verschwimmen während der gemeinsamen Arbeit: Schülerin Andrea Lenart (Bertha-von-Suttner-Schule, rechts) und ihre Workshoppartnerin Sabine Ritter.
Unterschiede verschwimmen während der gemeinsamen Arbeit: Schülerin Andrea Lenart (Bertha-von-Suttner-Schule, rechts) und ihre Workshoppartnerin Sabine Ritter. Quelle: Surrey
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Hannover

Der Traum eines jeden Künstlers, die Präsentation seiner Arbeiten in einem renommierten Museum, ging am Dienstag für 40 Schüler aus Hannover und Langenhagen in Erfüllung: Sie durften ihre Werke im Sprengel-Museum zeigen. Die Präsentation bildete gleichzeitig den Abschluss eines Kunstprojektes zur Berufsorientierung, das die gemeinnützigen Gesellschaft „Einfach Genial“ aus Garbsen zum zweiten Mal durchführte.

Eine Woche lang malten Acht- und Neuntklässler der Bertha-von-Suttner-Schule und der Franz-Mersi-Schule aus Hannover sowie der Gutzmannschule und der Robert-Koch-Realschule aus Langenhagen gemeinsam und setzten sich dabei künstlerisch mit ihren Zukunftsplänen auseinander. Auf den dabei entstandenen Bildern sind Fahnen anderer Länder, Herzen, Eheringe, Geldscheine und Zeugnisse zu sehen, aber daneben ein großes, glitzerndes Fragezeichen.

Rund 80 Schülerinnen und Schüler von sieben Schulen aus Hannover haben an dem Kunstprojekt an "Hand in Hand in die Zukunft" teilgenommen. Das Projekt soll Schülerinnen und Schülern den Übergang von der Schule in den Beruf erleichtern.

Auch sehr freie Arbeiten zu großen Themen wie Tod oder Schönheit entstanden. So entwarf Vanessa Haponiuk von der Bertha-von-Suttner-Schule eine traurige Mona Lisa mit Löchern anstelle von Augen und Herz. „Die Gesellschaft macht unser Selbstbild von Schönheit kaputt“, erklärt die 16-Jährige ihr Bild.

Workshop mit Unternehmensvertretern

Der Höhepunkt des Projektes war – außer einem Rundgang durch das Sprengel-Museum und einem Besuch des ehemaligen Abwehrspielers bei Hannover 96, Steven Cherundolo – ein Workshop mit acht Unternehmensvertretern. Bei der gemeinsamen künstlerischen Arbeit verloren die Schüler schnell ihre Hemmungen. „Das waren gar keine Erwachsenen mehr für uns“, sagt Vanessa Haponiuk.

Sowohl Sabine Ritter vom Geschäft für Künstlerbedarf Boesner in Bornum als auch Nicole Rösler vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband boten den Mädchen und Jungen anschließend Praktikumsmöglichkeiten an. Vanessa Haponiuk  hat das Projekt in einer anderen Richtung bestärkt: „Ich will meinen erweiterten Realschulabschluss machen und dann ein Kunst-Abi.“

Die Kosten des Projektes in Höhe von rund 100.000 Euro übernahmen großteils die Region Hannover und die Agentur für Arbeit. Die Schulen mussten einen Eigenanteil übernehmen.

Von Sonja Weiße

Jörn Kießler 21.03.2015