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00:15 17.10.2013
Von Juliane Kaune
Ab an die Uni! Etwa 4000 Erstsemester sind am Montag in ihr Studium gestartet. Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

Glückliche Zufälle gibt es. Gerade eine Viertelstunde kennen sich Jacqueline Pätzold und Atia Jamali, und sie sind sich auf Anhieb sympathisch. Vielleicht auch, weil sie das gleiche Berufsziel haben: Lehrerinnen wollen beide werden. Die 19-jährige Jacqueline hat sich für den Studiengang Sonderpädagogik eingeschrieben, die ein Jahr ältere Atia für die Unterrichtsfächer Physik und Chemie. Nun stehen sie am Montagmorgen um 8.30 Uhr ganz vorn im Lichthof des Welfenschlosses und warten darauf, was ihr neuer Lebensabschnitt als Uni-Studentinnen mit sich bringen wird.

Zunächst einmal ist Stehvermögen gefragt. Anderthalb Stunden hat das Organisationsteam der Leibniz-Uni für das Showprogramm veranschlagt, mit dem die Erstsemester willkommen geheißen werden. Rund 4000 Neulinge sind es dieses Mal. Als vor zwei Jahren der niedersächsische doppelte Abiturjahrgang mit gut 5000 Erstsemestern an die hannoversche Hochschule drängte, war im Lichthof kaum mehr Luft zum Atmen. Darum setzt die Uni inzwischen auf ein „Schichtsystem“: In der morgendlichen Begrüßung sind die Geistes-, Gesellschafts- und Naturwissenschaften an der Reihe, die zweite Auflage für die Ingenieurstudiengänge beginnt vor dem Mittagessen.

Atia und Jacqueline, die zum ersten Durchgang gehören, mussten früh aufstehen. Um 6.45 Uhr saß Atia, die in Großburgwedel wohnt, im Bus, um pünktlich da zu sein. Für ihre Kommilitonin wäre es zum Pendeln zwischen Elternhaus und Uni zu weit gewesen. „Ich hätte drei Stunden mit dem Zug gebraucht“, sagt Jacqueline, die aus dem Örtchen Warpe bei Nienburg kommt. Zum Monatsanfang ist sie in eine Zweier-WG in Stöcken gezogen. In die ersten eigenen vier Wände. Das war eine Umstellung: „Ich komme aus einer Großfamilie.“ Vater, Mutter, Bruder Schwester, zwei Pflegegeschwister und der Anhang – „da waren wir schnell zehn Leute unter einem Dach“.

14. Oktober, das heißt: Ab in die Uni. Für die „Erstis“ beginnt die Orientierungswoche an der Leibniz-Universität Hannover.

Um sie herum drängen sich etwa 2300 Studienanfänger. Sie lauschen mehr oder weniger konzentriert den Worten von Uni-Präsident Erich Barke. Der muss beim achten Erstsemesterempfang seiner Amtszeit kaum noch aufs Manuskript blicken. Er tritt den jungen Leuten bewusst locker gegenüber, rät ihnen „Herz und Verstand“ einzusetzen und bezeichnet seine Hochschule als „großen Laden“ mit knapp 24.000 Studenten und 4500 Mitarbeitern. Einen Hinweis, dass der Namensgeber nicht an der Leibniz-Uni studiert hat, gibt Barke auch. „Das wäre gar nicht möglich gewesen, Leibniz ist 1716 gestorben, unsere Hochschule wurde aber erst 1831 gegründet.“ Die Studienanfänger erfahren, dass dafür ein gewisser Herr Karmarsch verantwortlich war, nach dem die gleichnamige Straße benannt ist. Die kennt Jacqueline noch nicht. „Ich will auch unbedingt mal zum Kröpcke. Davon habe ich schon so viel gehört.“

Ein weiterer Neuling im Lichthof steht nicht im Publikum, sondern sitzt auf der Bühne. Stefan Schostok, frisch gewählter Oberbürgermeister von Hannover, hat auf einem der roten Sessel Platz genommen, die nach Art einer Talkrunde gruppiert sind. Der Rathauschef zeigt sich beeindruckt von der temporeichen Semestershow, die mit einem Trommeltanz und Akrobatikeinlagen gelenkiger Sportstudenten garniert ist. „So was gab es bei uns früher nicht“, sagt Schostok, Jahrgang 1964, der an der ehemaligen Evangelischen Fachhochschule Hannover Sozialpädagogik studiert hat. Nachdem er pflichtgemäß den Studienstandort gelobt hat, wendet er sich mit einer besonderen Hannover-Werbung an alle Zugezogenen: Fußballfan Schostok entfaltet ein 96-Trikot und verrät, wo er mit seiner Dauerkarte im Stadion zu finden ist. „In Block W 17, Reihe 14, Platz 22.“

Den OB-Auftritt bekommen Leon Sievering und Justin Hook nicht mehr mit. Als die angehenden Wirtschaftsingenieure den Lichthof betreten, ist der Gast längst zum nächsten Termin geeilt. Die 18-Jährigen aus Höver und Ahlten, die wie 1700 weitere Studenten der Ingenieurwissenschaften im zweiten Durchgang begrüßt werden, haben schon 14 Tage Uni-Luft geschnuppert. In den für ihr Fach nötigen Vorkursen galt es, Mathe zu pauken. Abgeschreckt hat das die Freunde, die auf die St.-Ursula-Schule gegangen sind, nicht. Dass ein Studium ein echter Kraftakt sein kann, zeigt Mareen Wendlandt, die an einer anderen Fakultät eingeschrieben ist: Auf der Bühne stemmt die Sportstudentin aus dem Stand Gewichte von gut 160 Kilogramm.

Auch Zusehen und Zuhören macht hungrig. Zeit für einen Abstecher in die Mensa. Dort soll es bald eine unübersehbare Neuerung geben: ein „Leibniz-Café“. Nicht in Anlehnung an den Universalgelehrten, sondern an den berühmten Keks. Als Logo hat das Studentenwerk die vom Krümelmonster entwendete goldene Variante der Firma Bahlsen vorgesehen. Wenn der Kekshersteller und die Sesamstraße einverstanden sind.

Am Dienstag von 10 bis 16 Uhr informieren das Studentenwerk und Servicestellen die Erstsemester. Erstmals wird dann auch die neue Kollektion von Shirts und Kapuzenpullis mit Uni-Logo verkauft.

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